Kreis Südwestpfalz Unterm Wasser der Pfälzerwald
Volker Jochum hat sein Traumziel fast erreicht. Bei der Messe „Welt der Aquaristik“ Anfang April in Magdeburg holte sich der Heltersberger einen Weltmeister- und einen Vizeweltmeister-Titel. Damit zählt der 33-Jährige zu den besten Aquascapern weltweit. Die Titel sicherte er sich in zwei unterschiedlichen Kategorien im Bereich „Die Kunst der Pflanzen-Aquarien“ oder wie es bei der Messe hieß: „The Art of the Planted Aquarium“.
Bereits 2013, errang er den Titel als „Bester Aquariengestalter Europas“. Aquascaping nennt sich eine spezielle Form der Aquariengestaltung. Der Schwerpunkt liegt auf der gestalterischen Präsentation der Unterwasserlandschaft mit genau auf den Punkt gebrachten Pflanzen. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Eine internationale Jury bewertet die schönsten Aquarien. Bei der Messe in Magdeburg urteilte die Jury nach Kriterien wie Originalität, Komposition und Harmonie der Bepflanzung, Dekoration, Kondition der Pflanzen, Raumaufteilung, gestalterischer Eindruck und Dauerhaftigkeit des Layouts. Für die Sieger in den einzelnen Kategorien gab es Pokale und Preisgelder. Dieses Jahr gab es wieder zwei Kategorien: Nano und XL. Beim Nano-Contest befinden sich 35 Liter Wasser im Aquarium (40 mal 32 mal 28 Zentimeter groß), beim XL-Contest 250 Liter (100 mal 50 mal 50 Zentimeter groß). Beim XL-Contest lautete das Thema „Unsere Heimat“. Er wählte eine Szene aus dem Pfälzerwald, so Jochum. Bei diesem Wettbewerb beteiligten sich 24 Scaper weltweit. Jochum nahm zur Präsentation der Unterwasser-Pfälzerwald-Szene isländischen Lavastein, Wurzelarten, Moos und tropische Hölzer; einheimische dürfen nicht verwendet werden, sondern solche, die den einheimischen am nächsten kommen. „Evergreen“ hat er seine Aquariengestaltung genannt, eine Komposition wie ein kleines Stück aus dem Pfälzerwald. Dafür wurde ihm von der Jury der Weltmeistertitel zuerkannt. In der Kategorie Nano, an der 36 Aquariengestalter teilnahmen, baute Jochum ein Bild aus dem Internet in sein Aquarium: ein „Steinernes Gate“. Die Schwierigkeit sei, dass die Pflanzen genau auf dem Punkt gehalten werden müssen: „Da geht es bei der Bewertung um Nuancen.“ Es fehlten ihm schließlich zwei Pünktchen für den Weltmeistertitel im Nano-Contest. Vom Hobby zum Profi, so ist die Karriere, die Jochum vor sieben Jahren bei der Firma Dennerle in Vinningen (Anbieter von Produkten für Aquaristik und Gartenteiche) beschritt, zu beschreiben. Er ist mittlerweile zum Produktmanager Pflanzen aufgestiegen. Sein Arbeitgeber hat ihn für die Beteiligung am Nano-Contest unterstützt.