Hauenstein
Trotz des Weggangs der Schwestern soll das Kloster ein geistlicher Ort bleiben
Bischof Karl-Heinz Wiesemann wird am 9. Juli in der Hauensteiner Christkönigskirche ein Pontifikalamt zelebrieren. Mit ihm am Altar werden der Generaldefinitor des Ordens, Pater Roberto Pirastu OCD aus Rom, sowie der Provinzial der Deutschen Provinz des Teresianischen Karmel, Pater Raoul Kiyangi, stehen. Bei dem feierlichen Gottesdienst werden unter anderem auch aus Hauenstein stammende Priester und der Hausgeistliche des Klosters, Pfarrer Robert Burger, konzelebrieren.
Zu dem Gottesdienst werden die Schwestern in einer kleinen Prozession vom Pfarrheim in der Marienstraße zu der mächtigen Sandsteinkirche geleitet, begleitet unter anderem von den Zelebranten, dem Musikverein und den Fahnenabordnungen Hauensteiner Vereine. Den Gottesdienst selbst, an dessen Ende Vertreter der Kommune Grußworte sprechen und auch Schwester Elia, die Priorin des Klosters, das Wort an die Gläubigen richten wird, werden der Musikverein, der Kirchenchor und der Singkreis Schola musikalisch mitgestalten.
Abschied beim Stehempfang
Im Anschluss an den Gottesdienst findet im Pfarrheim ein Stehempfang statt, bei dem sich Gelegenheit bietet, sich persönlich von den Ordensschwestern zu verabschieden. Die Schwestern ziehen sich anschließend wieder in ihr Kloster zurück, um gegen 14.30 Uhr eine feierliche Vesper zu feiern. In der Woche nach der Verabschiedung verlassen sie dann ihr Kloster im Wasgau, um in Konvente in Speyer, Wemding (Donau-Ries-Kreis/Bayern), Essen und Ikskile (Lettland) aufgenommen zu werden.
Alle Schwestern werden als Erinnerung an die Zeit im Wasgau nicht nur viele Erlebnisse und Erfahrungen mit auf den Weg in die neue Heimat nehmen. Alle werden auch einen Stein aus Hauenstein mit in ihre künftige Klosterzelle mitnehmen – als gedankliche und materielle Brücke an einen Ort, der ihnen Heimat wurde und dem sie „mit tiefster Dankbarkeit verbunden bleiben werden“, wie sie betonen.
Kerze im Reisegepäck
Mit im Reisegepäck hat jede Schwester auch eine Kerze. Sie ist einer Kerze nachempfunden, die dem Karmel vor vielen Jahren geschenkt wurde. Sie zeigt einen aus einem Wurzelstock wachsenden Zweig mit mehreren Blättern. Vier sind beschriftet. Sie zeigen Entwicklungen auf: Avila, die Heimat der großen Ordensheiligen Teresa, Hauenstein, Speyer, Wemding. Zwei weitere Blätter sind leer. Das sollte wohl Raum lassen, um weitere Schritte zu dokumentieren. Sie müssen jetzt gegangen werden: „Die Blätter werden jetzt die Aufschrift Ikskile und Essen erhalten und damit den Weg unseres Konventes nachzeichnen“, sagt Schwester Elia.
Und was wird dann aus dem so herrlich gelegenen Kloster mit dem großen Klostergarten? Noch ist alles offen. Fest steht, dass die Klosterkirche erhalten bleiben wird, fest steht, dass auch der Klosterfriedhof nicht angetastet werden wird. Über die weitere Zukunft des Klosters werde in verschiedenen Gremien des Bistums beraten, teilte die Pressestelle der Diözese mit. Und: „Die letzte Entscheidung liegt bei Bischof Wiesemann.“ Das Bistum sei aber sehr interessiert, bei seiner Entscheidung zur Zukunft des Klosters die Haltung des Ordens mit zu berücksichtigen und die Ortsgemeinde mit einzubeziehen. „Vom Bistum wird eine klösterlich/geistliche Nutzung angestrebt. Ein Verkauf ist derzeit noch keine Option“, teilte eine Sprecherin mit.