Lemberg
SV Lemberg: Wie ein Pfälzer Verein mit einer digitalen Strategie Mitglieder gewinnt
Triebfedern für die Digitalstrategie des SV Lemberg sind der Vorsitzende Marc-Kevin Schaf und das für Digitales zuständige Vorstandsmitglied Paul Faass. Die Zwei haben viel vor mit dem Sportverein im digitalen Raum. Das fängt bei der Kommunikation über die Internetseite an, wo inzwischen mehr Videos als Texte über die Vereinsarbeit informieren. Mit einer professionellen Kamera filmen Faass und Schaf kurze Clips, die dann bis zu 23.000 Aufrufe im Internet ernten. „Die Leute wollen nicht mehr lesen“, begründet Schaf den Umstieg auf das Videoformat, in dem meist ein Vorstandsmitglied erläutert, was gerade Sache ist. Mit einem Text würden hingegen nur rund 200 Leser erreicht. „Auf Instagram gehen größere Texte sowieso nicht“, nennt Faass einen weiteren Grund.
Für diese Art der Mitgliederansprache erhielt der Verein einen Preis beim Wettbewerb „Ehrenamt 4.0“ der Landesregierung. 1000 Euro gab es, die in die Kamera investiert wurden. Mit den Videos wolle der Verein die Internetseite auch barrierefreier gestalten. Dazu soll noch eine Vorlesefunktion für die wenigen verbleibenden Texte kommen.
Automatisches Mähen am Tag soll Tiere schützen
Die kleinen Videos sind aber nur ein Teil der Digitalstrategie. Die Verwaltung soll noch digitaler werden. Vorstandsmitglieder – und davon gibt es beim SV Lemberg einige – sollen möglichst alle Inhalte über die Cloud abrufen können. Neue Mitglieder können schon jetzt online einen Antrag ausfüllen und mit eigenem Bild gleich abschicken. „Das geht auch über das Handy“, nennt Faass ein weiteres, gerade für junge Interessenten wichtiges Detail. Durch die dann vorliegenden Daten zu jedem Mitglied werde beispielsweise die Arbeit der Jugendtrainer deutlich entlastet. Für die Vorstandsmitglieder gibt es eine Chatgruppe bei Whatsapp sowie eine weitere Gruppe für Mitglieder und Interessierte.
Aber auch die direkte Arbeit auf dem Platz soll mit digitalen Elementen einfacher werden. Der Mähroboter beispielsweise werde mit GPS gesteuert. Dadurch könne ein kleinerer Mähroboter eingesetzt werden, der nach drei Stunden Einsatz zum Laden fahren könne, um später an der exakt selben Stelle weiter zu mähen. Beim SV Lemberg werde im Übrigen nicht nur aus Tierschutzgründen meist tagsüber gemäht. Dadurch werden Verletzungen bei Wildtieren wie Igeln vermieden. Außerdem schimmele der Rasenschnitt nachts auf dem Platz.
Fläche für Freizeitfußballer geplant
Die Rasenbewässerung und Beleuchtung soll per Handy-App steuerbar sein. Der Vorstand müsse dann nicht mehr hinfahren, um das Licht anzuschalten oder je nach Wetterlage die Bewässerung zu aktivieren. Die schalte sich im Übrigen automatisch bei Regen ab.
Vor vier Jahren hat Schaf den Verein als Vorsitzender übernommen. 370 Mitglieder seien es zu dem Zeitpunkt gewesen. Jetzt seien es schon 440 Mitglieder, was natürlich nicht rein auf die Digitalstrategie zurückzuführen sei, wie Faass betont. Beim Sportverein zählen weiterhin die rein analogen Angebote beim Sport mehr. Und dort will der Verein mit einer neuen Fläche für Freizeitfußballer punkten. Die aktuell ungenutzten Tennisplätze sollen dazu umgebaut werden. Damit erhofft sich der Verein einen weiteren Mitgliederzuwachs.