Kreis Südwestpfalz Studie: Neues Rathaus in Thaleischweiler bauen
Die Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben sollte ein neues Rathaus bauen, und zwar links neben dem bisherigen Gebäude in Thaleischweiler-Fröschen. Das deutet das Ludwigshafener Architekturbüro Sander Hofrichter in seiner Studie an, die die Verbandsgemeinde in Auftrag gegeben hat (wir berichteten zuletzt am 30. Januar) Ein Neubau sei billiger und auch auf 50 Jahre gesehen wirtschaftlicher als eine Sanierung der bisherigen Gebäude und vor allem als ein Umbau eines Reno-Gebäudes am Schwarzbach.
5,3 Millionen Euro würde der Neubau laut der Studie kosten. Eine Sanierung samt Erweiterung in Wallhalben oder in Thaleischweiler-Fröschen wäre um die 200 000 Euro teurer, der Umbau des Reno-Gebäudes mit Erweiterung würde 900 000 Euro mehr kosten. Am teuersten – eine Million mehr als ein Neubau – wäre es, beide Rathäuser zu sanieren.
Gut 2800 Quadratmeter Fläche
Der Neubau für 5,34 Millionen Euro hätte vier Stockwerke mit zusammen gut 2800 Quadratmetern Fläche und könnte laut Studie auf dem Parkplatz am Hang links neben dem bisherigen Rathaus entstehen. Man könnte den Bau sehr genau nach dem Bedarf richten, und man müsste sich nicht auf Überraschungen einstellen, wie sie bei einer Sanierung auftreten können. Ein Neubau sei vor allem deshalb günstiger, weil die Angestellten während der Bauphase nicht irgendwo anders untergebracht werden müssen, heißt es in der Erläuterung. Dieser zeitweise Umzug würde inklusive Miete für acht Monate 870 000 Euro kosten. Bei einer Sanierung des Wallhalber Rathauses würde links des bisherigen Hauses in den Hang hinein angebaut. Zudem müssten neue Garagen gebaut werden. Platz für neun Fahrzeuge soll auf den Parkplätzen hinter dem Gebäude sein. Als Kosten nennt die Studie 5,53 Millionen Euro.
Parkplatz mit Garagen
Bei einer Sanierung des Thaleischweilerer Rathauses würde ebenfalls links des Gebäudes ein Anbau errichtet. Hier müsste mehr angebaut werden als in Wallhalben, was es mit 5,57 Millionen etwas teurer macht. Auf dem Parkplatz davor wären Garagen für sieben Fahrzeuge vorgesehen. Garagen und ein Anbau wären auch beim Reno-Gebäude notwendig. Aber diese Variante für 6,21 Millionen Euro nennt die Studie eine „unwirtschaftliche Lösung“, da der Grundriss nicht dem Bedarf entspricht und „große Flächen im Gebäude somit nicht genutzt werden können“.
Zwei Standorte nicht wirtschaftlich
Ebenfalls nicht wirtschaftlich sei die Lösung mit zwei Standorten, also eine Sanierung in Thaleischweiler und Wallhalben. Hier würde es sogar 1,4 Millionen Euro kosten, die Mitarbeiter für acht Monate umzusetzen. Zwar würde der Anbau wegfallen, dafür müssten gleich zwei Gebäude saniert werden. Außerdem müssten Räume für den Bürgermeister, das Vorzimmer und die Bürgerdienste doppelt vorgehalten werden. Gesamtkosten laut Studie: 6,36 Millionen Euro.
Gesamtkosten nach 50 Jahren berechnet
Die Planer haben auch die Gesamtkosten nach 50 Jahren berechnet – allerdings nur für drei Varianten aufgeführt. Danach hätten der Neubau und die Nutzung in Thaleischweiler nach 50 Jahren 17,3 Millionen Euro gekostet, die Sanierung samt Anbau in Thaleischweiler 18,6 Millionen und die Lösung mit zwei Standorten in Thaleischweiler und Wallhalben 21,9 Euro. Berücksichtigt sind hier die Baukosten, die Zinsen über 20 Jahre, Strom und Heizung, Reinigung sowie Reparaturen. Eine Sanierung des Wallhalber Verwaltungsgebäudes und die Reno-Lösung werden hier nicht mehr aufgeführt.
Noch Klärungsbedarf
Verbandsbürgermeister Thomas Peifer war in den vergangenen Tagen nicht zu erreichen und kam der Bitte um Rückruf gestern nicht nach. Er wollte sich auch in der Vergangenheit nicht näher zu der Studie äußern, da sie zuerst im Verbandsgemeinderat vorgestellt werden sollte. Ein Termin wurde noch nicht bekanntgegeben. Peifer hatte im Februar im Gespräch mit der RHEINPFALZ lediglich gesagt, dass es noch Klärungsbedarf gebe. Dass sich der Verbandsgemeinderat für eine Sanierung des Wallhalber Rathauses ausspricht, ist unwahrscheinlich, auch wenn dies die günstigste Variante ist: Bürgermeister Peifer hatte stets betont, dass das Land Thaleischweiler-Fröschen zum Sitz der Verbandsgemeinde ernannt hat.