Kreis Südwestpfalz Stadtwerke denken über Zusammenarbeit nach

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Dem steigenden Wettbewerb wollen die Stadtwerke Pirmasens und Kaiserslautern mit einer Kooperation im Bereich der Netze begegnen. Derzeit werden die Möglichkeiten für eine solche Kooperation geprüft, die sich nicht allein auf die zwei Stadtwerke beschränken muss. „Wenn jemand dazu kommen will, sind wir offen“, signalisierte gestern der Pirmasenser OB Bernhard Matheis in Richtung Zweibrücken.

„Wir haben einen ständig steigenden Wettbewerb“, sagte der Kaiserslauterer Oberbürgermeister Klaus Weichel bei der Präsentation des Projektes im Pirmasenser Rathaus. Die Kaiserslauterer Stadtwerke verzeichneten eine Wechselquote von 20 Prozent der Kunden zu einem anderen Strom- oder Gasanbieter. In Pirmasens liegt die Wechselquote laut Matheis bei rund zwölf Prozent. Aktuell seien beide Stadtwerke noch in einer wirtschaftlich starken Position, was Weichel und Matheis als idealen Zeitpunkt bezeichneten, um mit einer Veränderung wie der angedachten Kooperation die Weichen für die Zukunft zu stellen. Die Bereiche für eine solche Kooperation seien zunächst die Wartung der Netze, die Erstellung von Abrechnungen und der gemeinsame Einkauf von Strom und Gas, nannte Matheis Beispiele. Solche „Back-Office-Leistungen“ seien sehr teuer und gemeinsam eventuell günstiger zu erledigen. Die Konzentration für eine solche Kooperation auf den Bereich der Netze und Abrechnungssysteme, also Strom- und Gaszähler, hätte einen weiteren Vorteil. Mit diesem Bereich verdienen die Stadtwerke auf jeden Fall Geld. Selbst die abgewanderten Kunden müssten über Netzentgelte immer noch an die Stadtwerke bezahlen. Wird hier in zukunftsträchtige und effiziente Systeme investiert, kann dies den Gewinn der Stadtwerke sichern. Ohne entsprechende Investitionen genehmigen die Aufsichtsbehörden nicht die gewünschten Preise für das Netzentgelt, das die Stadtwerke nicht nach Gutdünken festlegen können. Gerade in diesem Bereich stünden die Stadtwerke in der Region in den nächsten Jahren vor enormen Veränderungen, die beispielsweise mit Stromzählern kommen, die genau festhalten, wer wann welche Strommenge bezogen hat. Ganz neue Abrechnungssysteme seien möglich, meinte Matheis. Mit entsprechendem Energiemanagement könne einiges an Energie eingespart werden, ergänzte Weichel. Allerdings entstünden ganz neue Datenmengen, die von Datenkraken wie Google begehrt seien. „Wenn Konzerne wie Google noch ein bisschen Strom- und Gasvertrieb dazunehmen, haben sie diese Daten“, verdeutlichte Weichel. Hier sei es besser, wenn solche sensiblen Daten auf Stadtwerke-Ebene blieben, meinte Matheis. Aktuell werden in Pirmasens und Kaiserslautern lediglich die Möglichkeiten für eine solche Kooperation erörtert. Dies könne in die Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft münden, aber erst nachdem die Gremien, also Stadt- und Aufsichtsräte, darüber beraten und beschlossen hätten, wie Weichel und Matheis betonten. Die neue Stadtwerke-Gesellschaft soll zu gleichen Teilen von Pirmasens und Kaiserslautern besetzt werden. Weichel und Matheis wollen an dieser Stelle auf Augenhöhe arbeiten, obwohl die Pirmasenser Stadtwerke mit beispielsweise 31 000 Stromzählern deutlich kleiner sind als die Kaiserslauterer mit 71 500 Stromzählern.

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