Kreis Südwestpfalz Stadtrat rettet Zoo vor Zahlungsunfähigkeit

Der Lauterer Stadtrat hat am Montagabend die drohende Zahlungsunfähigkeit der städtischen Zoo GmbH abgewendet. Er bewilligte 120 000 Euro für die Kapital-Rücklage der Zoo GmbH. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) muss diesem Beschluss noch zustimmen. Der Betriebskostenzuschuss der Stadt für den Zoo erhöht sich nun auf 850 000 Euro in diesem Jahr. So soll die Zoo GmbH 2014 finanziell über die Runden kommen. Ohne das zusätzliche Geld, so der Beigeordnete und Zoo-Aufsichtsratschef Peter Kiefer, wäre es eng geworden für die Gesellschaft.
Der Stadtrat verknüpfte seine Entscheidung mit der Forderung nach Vorlage eines Zukunftskonzepts für den Zoo bis zum 29. September, kontinuierliche Berichterstattung über die wirtschaftliche Entwicklung und eine stärkere Suche nach Sponsoren. Beschlossen wurde die Einrichtung einer Projektgruppe „Zukunft Zoo“ aus Mitgliedern des Zoo-Aufsichtsrats und des Stadtrates. Einmütig unterstützte der Stadtrats einen Vorschlag Peter Kiefers, laut dem man der Lebenshilfe Westpfalz eine Übernahme des Zoos nach dem erfolgreichen Modell der Gartenschau schmackhaft machen sollte. In finanzielle Bedrängnis ist der Zoo durch den Verlustvortrag von 50 000 Euro aus dem Vorjahr gekommen, durch erhöhte Personalkosten nach der Tarifsteigerung in diesem Jahr und schließlich durch den besucherschwachen April 2014, der 10 000 Euro Eintrittsgelder weniger erbrachte als erhofft. Den Rest gab der Zoo GmbH ein Besuchereinbruch im Mai und Juni. Er machte es notwendig, die Aufstockung zur Kapitalrücklage des Zoos von zunächst geplanten 70 000 Euro auf 120 000 Euro zu erhöhen. Der Besucherrückgang riss ein Minus von rund 40 000 Euro in die Kasse. SPD-Fraktionsvorsitzender Andreas Rahm führt den Besucherschwund im Zoo auf fehlende Attraktionen zurück: Löwe und Tiger leben dort nicht mehr. Harry Wunschel (CDU) begrüßte Pläne für ein begehbares Lemuren-Gehege. Besucher würden nun einmal von exotischen Tieren angelockt. Als Konsequenz aus der Geldnot des Zoos bezifferte Aufsichtsratschef Kiefer den nötigen jährlichen Betriebskostenzuschuss der Stadt für den Zoo auf künftig 800 000 Euro, statt bisher 730 000 Euro. (rdz)