Kreis Südwestpfalz St. Wendel: Saarland schickt junge Flüchtlinge nach Tholey

Das ehemalige Drogen-Therapiezentrum „Schaumberger Hof“ in Tholey (Kreis St. Wendel) wird im Februar im Saarland als landesweites Zentrum für die Aufnahme von Fluchtwaisen in Betrieb genommen. Die Kinder und Jugendlichen, die auf sich allein gestellt die Flucht bis nach Deutschland bewältigt haben, werden im Behörden-Jargon als „unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ bezeichnet. Wie das saarländische Sozialministerium gestern mitteilte, sollen sie in dem neuen Landeszentrum registriert und ärztlich untersucht werden, ehe die Weiterleitung an Jugendämter geplant sei. Mit der Zuständigkeit des Landes werde die „vorläufige Inobhutnahme“, die bislang den einzelnen Jugendämtern oblag, nun zentral gesteuert. Zurzeit kämen im Schnitt täglich sechs bis acht unbegleitete minderjährige Ausländer in den saarländischen Jugendämtern an; insgesamt lebten im Saarland bislang 1338 dieser Fluchtwaisen. Bundesweit seien es 66 530. Laut dem bundesweiten Verteilungsschlüssel müsse das Saarland nur 813 unbegleitete Flüchtlinge aufnehmen – damit liege es derzeit mit 525 Personen über dem Soll. Daher werde es eine Verteilung auf andere Bundesländer geben – vor allem nach Rheinland Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Eigentümerin des „Schaumberger Hofs“ ist die Abtei Tholey. Dort sollen die jungen Flüchtlinge nur einige Tage bis zur Weiterleitung an Jugendämter in anderen Bundesländern bleiben. Vor Ort könnten etwa 40 bis 70 Flüchtlinge zugleich untergebracht werden. Ein professioneller Wachdienst mit drei rund um die Uhr tätigen Sicherheitskräften soll die Einrichtung absichern. (ghm)