Kreis Südwestpfalz Spuren des Kalten Krieges im Pfälzerwald
Heute wird im Ramsteiner Dokumentions-Center (DCR) eine Sonderausstellung eröffnet. Die Einrichtung, die sich mit der Geschichte des US-Militärs in der Westpfalz beschäftigt, stellt diesmal die „Interessengemeinschaft Area 1“ vor.
Mit der Präsentation dieses militärgeschichtlichen Vereins startet das DCR eine neue Ausstellungsreihe, in der sich ähnliche Initiativen und Einrichtungen präsentieren können. Die 2009 gegründete „Interessengemeinschaft Area 1 “ kümmert sich schwerpunktmäßig um den ehemaligen Hochsicherheitsbereich des Sonderwaffenlagers Fischbach bei Dahn. Inzwischen ist es dem Verein gelungen, einen beschilderten Rundweg einzurichten. Ein weiteres Ziel der Interessengemeinschaft ist die Errichtung eines Informations- und Dokumentationszentrums über den Kalten Krieg in der Südwestpfalz. In der Zeit des Kalten Krieges bis 1993 befand sich auf dem Gelände das Munitionslager „Fischbach Ordonnance Depot“ der US-amerikanischen Armee. Es erstreckte sich auf 680 Hektar mit Hunderten von Bunkern; die „Area 1“ war etwa 17 Hektar groß. Die chemischen Kampfstoffe – also vor allem Giftgasgranaten − lagerten nach allen vorliegenden Informationen im Lager Clausen. Diese wurden 1990 in der „Aktion Lindwurm“ abtransportiert. Ob es auch in Fischbach chemische Kampfstoffe gab, ist nach Angaben der Interessengemeinschaft ungeklärt: „Sicher jedoch ist, dass in den Bunkern Atomwaffen lagerten.“ Als Ende des Kalten Krieges zwischen West und Ost gilt unter Historikern der 1989 einsetzende Zerfall des Warschauer Paktes, der auch die deutsch-deutsche Wiedervereinigung ermöglichte. Im Ramsteiner Doku-Center sind neben dieser Sonderausstellung weiterhin die großformatigen Bilder des Kaiserslauterer Fotografen Thomas Brenner unter dem Motto „Krieg und Frieden“ zu sehen. Auch die Dauerausstellung bleibt geöffnet: Im „Infotainer“ erfahren die Museumsbesucher „Informatives über die Hintergründe und Auswirkungen der Stationierung des US-Militärs in Rheinland-Pfalz“. Ein Ausstellungscontainer beschäftigt sich mit der Flugtagkatastrophe auf der Air Base Ramstein im Jahr 1988. In einem weiteren Container sind die amerikanischen Clubs und die dort auftretenden deutschen und US-Stars das Thema. Die Dauerausstellung ist zweisprachig. Info Das DCR-Containerdorf (Schernauerstraße 46, Ramstein-Miesenbach) ist dienstags bis sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen und Exkursionen nach Vereinbarung unter Telefon 06371/838005. |bgu/rik