Kreis Südwestpfalz Sprünge und Pyramiden zu Disco-Beats

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„Wie heißt die Mannschaft, die ihr anfeuert – und welche Sportart macht die?“ Antwort: So eine Mannschaft gibt es gar nicht. Den Cheerleadern vom TV Homburg-Jägersburg hängt die Frage ganz schön zum Hals heraus. „Cheerleading hat sich längst als unabhängiger, ganz eigener Sport etabliert“, betont Trainerin Natalie Wolf. Immer spektakulärer und ausgefeilter stellen die Saarpfälzer ihre Wettkampf-Choreografien mit Elementen aus Akrobatik, Bodenturnen, Sprüngen und Tanz zusammen. Und das derart erfolgreich, dass sie sich jetzt erstmals für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert haben, die am 20. und 21. Mai in Hamburg ausgetragen wird.

Hartnäckig hält sich das Klischee aus amerikanischen Highschool-Komödien, in denen Blondinen bei Football-Spielen hüftwackelnd im Rudel am Spielfeldrand herumhüpfen und flauschige Puschel-Bommelchen schwingen. Tatsächlich traten die Jägersburger Cheerleader ab 2008 als schmückende Unterstützer-Truppe des Basketball-Teams „Saarpfalz Braves“ auf, das damals kurzzeitig in der Zweiten Bundesliga mitmischte. Bei den Heimspielen der Homburger Basketballer fielen die Jägersburger mit akrobatischen Tanzeinlagen und Pyramiden zu lautstarken Disco-Beats auf. Doch bald strichen die „Braves“ aus Geldmangel ihre Segel. Nicht so die Cheerleader: Mit einem Mal sportlich auf sich selbst gestellt, nahm deren überregionale Erfolgsgeschichte fortan erst so richtig Fahrt auf. 2012 nahmen die Damen – und das ein oder andere männliche Teammitglied – ihren endgültigen Namen „United Emeralds“ an. Noch im gleichen Jahr setzten sie mit Platz zwei im Wettbewerb „Spirit Challenge“ in Koblenz ein ordentliches Achtungszeichen. Seither machen sich die „Emeralds“ regelmäßig zu überregionalen Wettbewerben auf – zuletzt Anfang März nach Gießen zur Meisterschaft des Regionalverbandes Mitte im Cheerleading- und Cheerdance-Verband Deutschland (CCVD). Die 16 jungen Damen und Herren, die dort als Auswahlteam „Emeralds Five“ die Farben des TV 09 Jägersburg vertraten, belegten im Klassement „Senior Limited Coed Level Five“ den zweiten Platz hinter der hochfavorisierten Konkurrenz aus Koblenz. Und qualifizierten sich für die Deutsche Meisterschaft in Hamburg. „Bundesweit gab es im Frühjahr fünf einzelne Regionalmeisterschaften“, erläutert „Emeralds“-Trainerin Natalie Wolf aus Schiffweiler: „Die Punktzahlen aus allen fünf Wettbewerben wurden hinterher in einem gesamtdeutschen Ranking zusammengefasst – und am Ende waren die Koblenzer immer noch Punktbester und wir Zweiter.“ Die ersten Acht, die aus dieser Vorqualifikation hervorgegangen sind, treten nun beim Bundesfinale in der Sporthalle Hamburg-Winterhude an. Wer den dortigen Wettbewerbsbeitrag der Jägersburger „Emeralds Five“ am Sonntag, 21. Mai, in Echtzeit mitverfolgen möchte, kann dies per Livestream über die Internetseite des CCVD tun. „In Hamburg wollen wir unter den ersten Drei landen“, sagt Natalie Wolf: „Schön wäre es natürlich, wenn wir unseren zweiten Platz verteidigen könnten.“ Natalies Trainer-Kollegin Jana Schieler aus Homburg gibt zu bedenken, dass die „Emeralds“ als Ableger eines kleinen saarpfälzischen Vereins bei Weitem nicht die finanziellen Möglichkeiten großer Mitbewerber hätten. Trotzdem haben die Jägersburger in der Vorausscheidung unter anderem die renommierten Cheerleader von Eintracht Frankfurt und MTV Gießen hinter sich gelassen. Für das umtriebige Jägersburger Team, in dem sich junge Sport-Akrobaten aus dem östlichen Saarland sowie aus westpfälzischen Orten wie Bruchmühlbach und Waldmohr tummeln, wird die Reise in die Hansestadt ein absoluter Höhepunkt in der Vereinsgeschichte sein, die 1994 begann – damals noch unter dem Namen „Silver Ladies“. 1999 unter das Dach des TV Jägersburg geschlüpft, bilden die Cheerleader dort längst eine der aktivsten Abteilungen im Verein. „Leider zählt die Deutsche Meisterschaft nicht als Qualifikation zur Europameisterschaft“, bedauert Natalie Wolf. Und gibt kurzerhand das nächste große Ziel aus: „Nach Hamburg steht für uns der ECC-Wettbewerb in Bottrop im Terminkalender. Wer dort gewinnt, darf in die USA reisen – zur Weltmeisterschaft in Orlando/Florida. Im Mutterland des Cheerleading.“ Internet www.tv09jaegersburg.de/cheerleading —Die Deutsche Meisterschaft am 20. und 21. Mai in Hamburg wird per Livestream im Internet übertragen. Den Zugang findet man über den Youtube-Kanal des Cheerleader-Dachverbandes unter www.ccvd.de.

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