Waldfischbach-Burgalben
SPD kürt Jochen Werle zum Bürgermeister-Kandidaten
Die Unterstützung der Genossen für Jochen Werle war deutlich: 37 der 40 anwesenden stimmberechtigten Mitglieder des SPD-Gemeindeverbandes stimmten am Donnerstagabend in der Festhalle Heltersberg für den 48-jährigen Werle, drei gegen ihn. Für den Vorsitzenden Andreas Peiser ein klares Signal. Er selbst hatte Werle vorgeschlagen. Sie bräuchten einen guten Verwaltungschef, der das Miteinander suche und die gute Arbeit von Lothar Weber fortführe, hatte er das Anforderungsprofil anfangs beschrieben.
Lothar Weber (SPD) ist noch bis Ende 2022 im Amt, darf aber aus Altersgründen nicht mehr antreten zur Wahl. Für diese wurde der 11. September 2022 als Termin vorgeschlagen. Dass die SPD bereits über ein Jahr zuvor ihren Kandidaten dafür kürt, begründet Peiser damit, dass man dem Bewerber genügend Zeit lassen wolle, sich in der Verbandsgemeinde bekannt zu machen.
Weitere Kandidaten-Vorschläge aus der Versammlung, bei der auch die Bundestagsabgeordnete Angelika Glöckner zu Gast war, gab es nicht. Ganz klar Position bezogen dazu hatte gleich der Heltersberger Ortsbürgermeister Ralf Mohrhardt, dessen Name im Vorfeld im Gespräch war. Er werde nicht als Kandidat zur Verfügung stehen, teilte er mit. Vor knapp zwei Jahren sei er erst als Ortsbürgermeister gewählt worden – und er wolle „in Heltersberg noch was reißen“, in der VG Waldfischbach-Burgalben solle jemand anderes dies tun.
Mehr Gewerbeflächen und ein Premiumweg
Jochen Werle will genau dies tun. Dass die Verbandsgemeinde mit ihren Ortsgemeinden noch mehr an Attraktivität gewinne, sei sein Ziel, betonte er. Eine erhebliche Bedeutung habe dafür etwa die medizinische und pflegerische Versorgung der Bürger vor Ort. Da habe die VG zwar wenig Spielraum, aber sie könne Rahmenbedingungen schaffen, eventuell sogar selbst Betreiber eines Versorgungszentrums werden. Auch der Bau einer Rettungswache sei vom Kreis einzufordern.
Weitere Flächen für Gewerbeansiedlungen müssten erschlossen werden, so Werle. Zur Vermarktung von Flächen könnte er sich zudem eine eigene Immobilienbörse auf der Homepage vorzustellen – ähnlich, wie das Heltersberg bereits mache. Den Tourismus will Werle stärker vermarkten, einen zertifizierten Premium-Wanderweg auf den Weg bringen. Wichtige Querschnittsaufgaben sind für ihn außerdem der demografische Wandel und der Klimaschutz.
Er habe „durchaus Respekt vor der Aufgabe“, meint Werle – aber keine Angst. Zugute kommen dürften ihm 27 Jahre Erfahrung mit und in der Kommunalpolitik, darunter in Ortsgemeinde- und Verbandsgemeinderat sowie in einer Periode auch im Kreistag. Schon mit 16 sei er SPD-Mitglied geworden, erzählt Werle – sein politisches Vorbild: Willy Brandt. Auch beruflich ist er mit der SPD verbunden, ist seit 20 Jahren im Wahlkreisbüro des Landtagsabgeordneten Alexander Fuhr tätig. Weg zieht es den 48-Jährigen nicht, wie er versichert: Er lebe wirklich gerne in Hermersberg und in der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben.