Rodalben RHEINPFALZ Plus Artikel Spatenstich für Breitbandausbau in Rodalben: Weiße Flecken werden beseitigt

Den Weißen Flecken geht’s an den Kragen. Beim Spatenstich war viel Betrieb. Unser Bild zeigt von links: Jan Philipp Paviv (Glasf
Den Weißen Flecken geht’s an den Kragen. Beim Spatenstich war viel Betrieb. Unser Bild zeigt von links: Jan Philipp Paviv (Glasfaser plus), Landtagsabgeordneter Alexander Fuhr, Staatssekretär Denis Alt, Bundestagsabgeordnete Angelika Glöckner, Landrätin Susanne Ganster, Breitband-Koordinator Christopher Angelis, Ikraim Boutharouit (Bundesfördermittel) und Landtagsabgeordneter Christof Reichert.

Bis 2027 sollen die Weißen Flecken im Kreis Südwestpfalz Geschichte sein. Diese Woche fand der Spatenstich für den Glasfaserausbau statt. Die Kosten liegen im Millionenbereich

Im Mittelpunkt der Breitbandförderung steht die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse. Aus diesem Grund sollen die sogenannten Weißen Flecken – Gebiete, in denen Internetverbindungen weniger als 30 Mbit/Sekunde im Download bieten – beseitigt werden. Das betonten alle Redner beim Spatenstich der Deutschen Telekom im Auftrag der Glasfaser Plus am Montag auf dem Parkplatz beim Hölzernen Kreuz in Rodalben.

Landrätin Susanne Ganster sprach von einem Großprojekt – einem der bislang größten Ausbauprogramme – im Wert von 15,5 Millionen Euro, das in sieben Verbandsgemeinden läuft. Bis 2027 soll der Ausbau abgeschlossen sein. 60 Prozent der Kosten trägt der Bund, 30 Prozent das Land und zehn Prozent der Landkreis; die 1,5 Millionen Euro Eigenanteil bedeuteten dennoch einen Kraftakt.

311 Kilometer Glasfaserleitung

Der Anschluss der 604 unterversorgten Adressen im rund 1000 Quadratkilometer großen Landkreis verursacht laut Ganster einen erheblichen Aufwand mit 121 Kilometern Tiefbau und 311 Kilometern Glasfaserbau. Davon profitierten abgelegene Sportheime, Hütten des Pfälzerwald-Vereins (PWV), touristische Ziele, sozioökologische Standorte wie der Bärenbrunner Hof oder der Ferienpark Eppenbrunn sowie private Einzellagen und landwirtschaftliche Gehöfte. Gerade in der Landwirtschaft sei das Internet unverzichtbar geworden.

Ganster widersprach der Kritik, „der Landkreis buddelt mal wieder“. Leitungen in den Boden zu verlegen, sei ein „krisenfestes Aufstellen“ der Infrastruktur, etwa als Schutz bei Naturkatastrophen. Eine oberirdische Verlegung erweise sich als deutlich anfälliger.

Staatssekretär: Eigentümer müssen mitziehen

Staatssekretär Denis Alt hob hervor, dass die fünf Breitbandprojekte des Landkreises – darunter die Versorgung von Gewerbe, Schulen und Krankenhaus – zeigen, wie sehr die Südwestpfalz ihre Topographie im Blick hat und darauf ausgerichtet ist, gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen. Der Kreis nimmt die digitale Versorgung in die eigene Hand und schließt nun letzte Lücken.

Allerdings müssten sich Eigentümer für die Anschlüsse gewinnen lassen. Ein zu ziehender Graben sollte nicht abschrecken angesichts des Ziels, den Werterhalt des Grundbesitzes und seine Zukunftsfähigkeit zu sichern. Bund und Länder regelten die Förderung als Gemeinschaftsaufgabe; es gehe um wirtschaftliche Stärkung und gleichwertige Lebensverhältnisse. Alt ermutigte die örtlichen politischen Vertreter, sich in Berlin um Förderprogramme zu bewerben.

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