Contwig Sie haben sich auf einem Misthaufen kennengelernt – jetzt feiern sie Goldene Hochzeit
„Das darf man keinem erzählen“, sagt August Stadler, erzählt es dann aber doch, wie er seine heutige Frau kennen gelernt hat. „Ich fuhr damals Lastwagen und kam durch Stambach, und als ich vorbeifuhr, stand fünf Meter von da, wo wir jetzt sitzen, meine Frau in der Mistkaut, die damals dort direkt an der Schulstraße war“, sagt August Stadler und lacht.
Er hielt an und fragte aus dem Fahrerfenster heraus, ob sie mit ihm ausgehen würde. Sie wollte. Man verabredete sich für Samstag, und der junge Herr Stadler kam erst mal eine halbe Stunde zu spät zum Rendezvous. Was ihm seine Frau aber verziehen hat.
Das war 1969. Irmgard Stadler besuchte die Volksschule und musste anschließend im elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb aushelfen. Deshalb stand sie zum richtigen Zeitpunkt dort, wo normalerweise der Hahn steht, auf dem Misthaufen.
Vielleicht deshalb wurde August Stadler aus Zweibrücken auf sie aufmerksam, ist er doch gelernter Geflügelzüchter. Zwei Jahre fuhr er Lastwagen und arbeitete dann lange Jahre als Büroangestellter bei den Amerikanern. Zuerst in Zweibrücken, nach der Schließung des Zweibrücker Flugplatzes bis 2013 in Ramstein. Sein größtes Hobby ist die Geflügelzucht, zudem ist er zweiter Vorsitzender des Geflügelzuchtvereins Stambach. Auch sammelt er alte Literatur über Geflügel. Aber August Stadler hat auch eine riesige Sammlung von über 1000 Postkarten mit Motiven aus Zweibrücken und dem alten Landkreis Zweibrücken.
Irmgard Stadlers Hobbys waren lange Stricken und Häkeln, was gesundheitlich heute nicht mehr geht. Sie ist Gründungsmitglied der Landfrauen Stambach und zudem Pflegemutter. Neben den eigenen drei Kindern, einem Sohn und zwei Töchtern, sowie zwei Enkelnkinder kümmern sich Irmgard und August Stadler seit 24 Jahren um zwei Pflegekinder. Geheiratet hat das Paar in der evangelischen Kirche Stambach, und standesamtlich fand die Trauung im Contwiger Rathaus statt.