Schmalenberg RHEINPFALZ Plus Artikel Selbstvermarkter im Holzland ziehen positive Bilanz

Holz ist ein gefragter Wertstoff. Der Forstzweckverband Holzland, der 2019 gestartet ist, um die Wertschöpfung in der Region zu
Holz ist ein gefragter Wertstoff. Der Forstzweckverband Holzland, der 2019 gestartet ist, um die Wertschöpfung in der Region zu belassen, zog eine erste positive Bilanz. Rund eine Million Euro Jahresumsatz wurden gebucht.

Hier vermarkten sie ihr Holz noch selbst. Im waldreichen Holzland in der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben haben sich mehrere Gemeinden in einem Forstzweckverband zusammengefunden und ihr Vermarktungsgeschäft nicht an eine Agentur abgegeben. Eine gute Entscheidung, stellen die Beteiligten nun fest.

2019 hat das Land wegen kartellrechtlicher Bedenken die Holzvermarktung für die Kommunen aufgegeben. Landesweit entstanden fünf kommunale Holzvermarktungsagenturen. Nahezu alle südwestpfälzischen Gemeinden vermarkten ihr Holz über die Agentur in Maikammer. Fast alle. Im waldreichen Holzland entschied man sich für die Vermarktung in Eigenregie über den Forstzweckverband Holzland. „Und es läuft richtig gut“, zogen Peter Seibert, der Zweckverband-Vorsitzende, und Revierleiter Christoph Wagner eine positive Bilanz.

Kern des Zweckverbandes ist das Revier Schmalenberg, zu dem die Gemeinden Schmalenberg, Geiselberg, Steinalben, Waldfischbach-Burgalben sowie die Hembach-Genossenschaft gehörten, die zuvor bereits die Beförsterung ihres Revieres in Eigenregie geleistet hatten. Zusätzlich vermarkten auch die waldreichen Nachbarkommunen Heltersberg und Schopp (Kreis Kaiserslautern), die bei der Beförsterung noch auf die staatliche Lösung setzen, ihr Holz über den Forstzweckverband. Im Schnitt werden über 15.000 Festmeter Holz jährlich über den Forstzweckverband vermarktet. „Das ist schon eine ordentliche Menge“, bestätigte Wagner, der die Vermarktung zur Revierleitung hinzugenommen hat. Mit seiner Mitarbeiterin Christine Tinnes-Schaaf kümmert er sich um diesen Bereich. Rund eine Million Euro werden über die Holzvermarktung im Zweckverband umgesetzt.

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Noch Kapazitäten frei

Bewusst hatte man sich für den lokalen Forstzweckverband und für die Eigenständigkeit entschieden. Alle Verbandsmitglieder wollen den Bereich Holzwirtschaft in eigener Hand behalten – vom Anpflanzen bis zur Entscheidung, wohin verkauft wird. Die Bedeutung, die die Forstwirtschaft in den Kommunen hat, der Bezug zum eigenen Wald und gute Kontakte zu langjährigen Kunden hatten die Entscheidung reifen lassen.

„Wir haben noch Kapazitäten“, bilanzierte Wagner bei der ersten Verbandsversammlung nach Corona-Zwangspause. Bei der Gründung waren Anfragen anderer Kommunen, die ihr Holz gerne über den Forstzweckverband vermarkten wollten, abgelehnt worden. „Weil wir für uns selbst sehen mussten, wie das läuft, ob wir das gestemmt bekommen“, erinnerte Wagner. Jetzt könne man feststellen: „Wir können gerne für andere die Holzvermarktung mit übernehmen.“ Erfahrungen wurden damit bereits gesammelt. Für die Forstbetriebsgemeinschaft Sickingen (ein Zusammenschluss privater Waldbesitzer) wurde ebenso Holz vermarktet wie für sonstige Privatwaldbesitzer oder die Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben.

Moderate Vermarktungskosten

Auch bei den erwarteten Kosten, bestätigte Andre Gundacker, der Kämmerer der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben, die für den Forstzweckverband die Haushaltspläne erstellt, habe man sehr gut gelegen. Von Kosten von 200.000 Euro jährlich sei man in den Prognosen ausgegangen. „Das waren fast Punktlandungen“, bilanzierte er. Die Vermarktungskosten, die sich pro Festmeter berechnen, sind bislang auch aufgrund der schlanken Struktur des Zweckverbandes und einer damit einhergehenden überschaubaren Kostenstruktur moderat geblieben. Von 2,50 Euro pro Festmeter verkauftem Holz war man ausgegangen, aktuell sind es 2,20 Euro. Dieser Preis hänge von vielen Faktoren ab, auch von der Menge. Aber in jedem Fall gelte: „Dass man Holz nicht unter Wert verkaufen sollte“, sagte Gundacker. Das gewährleisten zu können, den Wald auch für nachfolgende Generationen erhalten, waren Gründe für die Eigenvermarktung.

Deshalb ist die Bilanzierung des Holzeinschlages wichtig. Unter anderem durch besondere Ereignisse – zum Beispiel Windwürfe oder starke Borkenkäferjahre – wurde die eingeschlagene Menge zuletzt in vielen Holzsortimenten beeinflusst. Es lasse sich alles erklären, aber unterm Strich, so Wagner, bedeute es, dass der Wald übernutzt würde, wenn man bis 2029, dem Ende des aktuellen Forsteinrichtungszeitraumes, weiter einschlage würde, was man einschlagen dürfe. „Das werden wir nicht tun, wir werden den Einschlag runterfahren, um bis Ende 2029 genau im Plan zu liegen“, kündigte er an. Es soll nicht mehr aus dem Wald geholt werden, als nachwächst.

Vom Käfer befallene Stellen sind aufgeforstet

In den vergangenen drei Jahren seien in seinem Revier (ohne Heltersberg und Schopp) im Schnitt 6000 Festmeter Käferholz jährlich eingeschlagen worden. In diesem Jahr bleibe er unter 1500 Festmeter. Geiselberg und Schmalenberg sind mit jeweils 500 Festmeter am stärksten betroffen. Auch aus Heltersberg sind zur Vermarktung noch etwa 650 Festmeter Käferholz angekündigt.

Die vom Käferholz befallenen Flächen, die in den vergangenen Jahren freigemacht werden mussten, „sind allesamt wieder aufgeforstet“, berichtete Wagner. Dabei wird mit Blick auf den Klimawandel auf eine Weiterentwicklung des vorhandenen Mischwaldes gesetzt.

Holzpreise haben sich erholt

Positiv sei aus Sicht der Waldbesitzer, dass sich die Holzpreise nach dem Tiefpunkt zum Jahreswechsel deutlich schneller erholt hätten, als erwartet. Der Fichtenpreis habe sich innerhalb kürzester Zeit vervierfacht. Zum Leidwesen derer, die Holz benötigen, zum Beispiel als Baustoff. Die Durchschnittserlöse je verkauftem Festmeter bewegen sich in den Gemeinden zwischen 50 und 65 Euro und liegen jeweils deutlich über den erwarteten Erlösen.

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