Kreis Südwestpfalz Schon die Kleinsten verzaubern das Publikum

Die Herschberger Minigarde – hier mit Trainerin Katie Smith – schnupperte am Samstag mit dem Schautanz „Tinker Bell“ Bühnenluft.
Die Herschberger Minigarde – hier mit Trainerin Katie Smith – schnupperte am Samstag mit dem Schautanz »Tinker Bell« Bühnenluft.

Müsste man die Prunksitzung der Herschberger Narren in drei Worten zusammenfassen, wären diese „hervorragend wie immer“. Jahr für Jahr schaffen es die Karnevalisten des CHN, ihr Publikum zu fesseln – wie am Samstag, als sie unter dem Motto „Zauberhafte Zeitreise 2018“ ihre Sitzung als Höhepunkt der Kampagne feierten.

Fünf Stunden dauerte das humorige Spektakel, bei dem junge Talente ebenso auftreten durften wie alte Hasen. Erneut beeindruckte der CHN alleine schon beim Blick auf die Zahlen: Fünf Programmpunkte bestritten Vertreter von Gastvereinen, 13-mal schickten die Herschberger Eigengewächse auf die Bühne. Das ist das Ergebnis nachhaltiger Nachwuchsarbeit. Präsident Andreas Drexler feierte Premiere; er hatte das Amt im vergangenen Jahr von Udo Wagner übernommen und leitete nun auch die Prunksitzung. Er und Wagner, seit Beginn der aktuellen Kampagne Ehrenpräsident des CHN, wechselten sich in der Moderation ab und sorgten so für einen sanften Übergang. Ganz und gar nicht sanft sprang Wagner indes mit Themen um, die die Gemüter erhitzen. In eleganter Zauberer-Robe äußerte er scharfe Worte gegen Donald Trump, den Zustand der deutschen „Notregierung“, „Nazis im Bundestag“, Menschenhandel im Fußballgeschäft und soziale Netzwerke. Das Eheleben beackerten Regina und Uwe Simon vom Karnevalverein Zweibrücken (KVZ), und auch die jugendlichen Lokalmatadoren Yannick und Niklas Hirsch verrieten als „Zwä Iwwerschlaue“ so manches pikante Detail von daheim. Einen Angriff aufs Zwerchfell lieferte auch Heike Förch vom KVZ als „Frau Allerschenschd“. Sie beherrschte ihren Vortrag und erwies sich zudem immer wieder als begnadet spontan, machte sich ein Vergnügen daraus, auch Prominenz im Publikum aufs Korn zu nehmen. Auch der Carneval-Verein Pirmasens (CVP) hatte Hochkaräter nach Herschberg geschickt. Katja Merk und Janine Lehr brachten die Halle zum Jubeln, als sie Gardetanz und Hiphop miteinander verwoben. Der Schautanz der „Dancing Queens“ erwies sich als einer der optischen Höhepunkte des Abends. Abwechslungsreich kamen die tänzerischen Nummern daher, die mit Ausnahme der CVP-Aktiven allesamt von den Herschbergern bestritten wurden. Schon die Allerkleinsten machten beim Schautanz „Tinker Bell“ eine drollige Figur. Die CHN-Nachwuchstänzerinnen der Grashüpfer und Tanzmäuse begeisterten mit Schau- und Gardetänzen, viel Beifall gab es auch für die rasanten Darbietungen der Junioren- und Funkengarde. Letztere präsentierte mit dem Schautanz „Aliens“ den Höhepunkt des Abends, und die Schautanzgruppe der Gastgeber versprühte als Hexen und Zauberer ebenso viel gute Laune wie das Männerballett. Auch das Publikum wurde immer wieder aktiv: Die Humba-Buwe der Stadtgarde Kaiserslautern wie auch die Närrischen Vagabunden der Herschberger animierten die Gäste erfolgreich zum Mitsingen.

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