Contwig / Battweiler
Schnecken kriechen ins Trinkwasser
Seit 1995 versorgt der Hochbehälter am Scheelwieserkopf Contwig und Battweiler mit Trinkwasser. Die Wasserkammern bestehen aus Stahlbeton-Fertigteilen und haben einen Durchmesser von elfeinhalb Metern. Jetzt ist der Speicherbehälter zwei undicht, die Fugen sind kaputt. Zwischenzeitlich sind sogar Nacktschnecken in den Behälter gekrochen. Die Folge: Der Speicher musste außer Betrieb genommen und anschließend desinfiziert werden. „Eine Schnecke reicht schon aus, damit da zu viele Kolibakterien drin sind“, warnte Schwarz in der Werksausschusssitzung am Dienstagabend.
Die Werke haben ein Ingenieurbüro gerufen, das die Mängel des Hochbehälters aufgearbeitet hat. Aus einigen Wandfugen kommt Feuchtigkeit ins Innere, insbesondere der Übergang von der Wand zur Decke ist an mehreren Stellen undicht. An der Außenwand des freigelegten Behälters fanden die Ingenieure mehrere kaputte Fugenabdichtungen. Grund für die Schäden ist nicht das Alter des Hochbehälters, sondern laut Ingenieurbüro eine mangelnde Bauausführung, also Pfusch. „Die Deckenfugen zwischen den Kreissegment-Fertigteilen sind von innen her gar nicht und die Wandfugen im Übergang zur Decke größtenteils nicht fachgerecht verfüllt“, sagt Schwarz
Drei Varianten hat das Ingenieurbüro erarbeitet, wie der Hochbehälter saniert werden könnte. Der Werksausschuss hat sich für die „mittlere Option“ entschieden. Dabei wird die komplette Abdichtung an der Oberseite erneuert, ebenso die Abdichtung der senkrechten Außenwände in einer Tiefe von etwa einem Meter. Auch die Fugen und der Auslaufbereich im Inneren des Behälters werden saniert. Pro Behälter kostet das rund 93.000 Euro. Weil zwei Speicher am Scheelwieserkopf verbaut sind, verdoppeln sich die Kosten auf rund 186.000 Euro.