Kreis Südwestpfalz Reiner Hohn gibt seinen Ratssitz ab

Placeholder-Image

Reiner Hohn (FDP) hat am Donnerstag per E-Mail nach 25 Jahren sein Mandat im Verbandsgemeinderat Zweibrücken-Land niedergelegt. „Ich bin 66 Jahre alt. Ich lasse mich nicht vergackeiern“, sagte der Hornbacher Bürgermeister gestern. Er sei mit „der Stimmung und dem Stil“ im Rat nicht zufrieden. „Unter Kurt Pirmann haben wir uns auch mal gefetzt. Wir haben um den Weg gestritten, aber über das Ziel waren wir uns immer einig.“ Das sei unter Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker (SPD) nicht mehr so.

Hohn wirft der großen Koalition aus SPD und CDU im Verbandsgemeinderat „Ignoranz und Arroganz“ vor und kritisiert die Ausgabenpolitik der Verbandsgemeinde (VG). Sie nehme ihren Gemeinden über die Umlage Geld ab und investiere es in verzichtbare Projekte statt in Pflichtaufgaben. Deshalb haben Hohn und drei weitere Bürgermeister Widerspruch gegen die Verbandsgemeinde-Umlage eingelegt (). „Der geplante Wasserpark in Contwig geht mir unter die Haut“, nennt Hohn das Vorhaben, das ihn am meisten stört. „Wenn ich höre, man rechnet da mit 50 000 Besuchern, fällt mir nur noch der Nürburgring ein.“ Er hält die Schätzung für maßlos übertrieben. Die Zahl war in der jüngsten Sitzung des VG-Rates gefallen (). In jener Sitzung war Thomas Hohn, Reiner Hohns Sohn und FDP-Fraktionsvorsitzender im Rat, auch mit der Bitte gescheitert, die VG möge für die Hornbacher Wehr wieder ein Mannschaftsfahrzeug statt eines Feuerwehrautos mit Pritsche anschaffen. Dieser Wunsch aus der Hornbacher Wehr sei schroff zurückgewiesen worden − „und das muss ich mir in meinem Alter nicht mehr antun“, sagt Hohn. In solchen Situationen drohe ihm der Gaul durchzugehen. „Dann muss ich Contra geben“, und das wäre falsch, sagt Hohn, denn den Fraktionsvorsitz hat nun sein Sohn Thomas. Hohn wollte seinen Sitz im Rat eigentlich noch drei, vier Jahre behalten und erst dann abgeben − „aber ich lasse mir doch die Nerven nicht kaputtmachen“, sagt er. Bürgermeister von Hornbach und FDP-Fraktionsvorsitzender im Kreistag will Hohn bis zur nächsten Wahl bleiben. Er werde bis dahin in Hornbach „darauf achten, dass wir nicht mehr Geld abgenommen kriegen, als sein muss“, und im Kreistag „schauen, ob beim Landkreis noch alles so stimmt“. Verbandsbürgermeister Jürgen Gundacker wollte Hohns Rücktritt als Ratsmitglied nicht kommentieren. Nachrücker für Hohn ist Heinz-Walter Roth (Hornbach). Sollte er das Mandat nicht annehmen, wäre Tino Weber aus Hornbach der Nächste auf der Liste. (sbn/Archivfoto: Steinmetz)

x