Kreis Südwestpfalz Rat soll Mitte Juni über neue Drehleiter entscheiden
Noch vor der Sommerpause, voraussichtlich am 15. Juni, soll sich der Verbandsgemeinderat Zweibrücken-Land äußern, ob die Verbandsgemeinde mit Zuschuss der Kreisverwaltung ein Drehleiterfahrzeug für die Feuerwehr anschaffen will. Zudem gilt es nach wie vor, das „Hornbacher Problem“ zu lösen: Dort steht bereits ein solches Feuerwehrauto, das allerdings den Brandschutz am Kloster Hornbach gewährleistet.
Vergangene Woche gab es ein Gespräch zwischen Vertretern der Verbandsgemeinde und Landrätin Susanne Ganster. Wie zu hören ist, verlief es sachlich. Ganster soll unter anderem kritisiert haben, dass sich die Kreisverwaltung Südwestpfalz in der Vergangenheit mehrfach schriftlich in Sachen Drehleiter an die Verbandsgemeinde-Spitze wandte; diese habe jedoch nicht geantwortet. Offiziell ist über das Gespräch wenig zu hören. Laut Thorsten Höh, Sprecher der Kreisverwaltung, haben beide Seiten „den Sachverhalt nochmals ausführlich erörtert und alle Standpunkte ausgetauscht“. Man sei sich einig gewesen, dass die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land „schnellstmöglich eine Stellungnahme abgeben muss“, die dann ins Drehleiterkonzept des Landkreises einfließt. Wie berichtet, unterstützt der Landkreis die Anschaffung von vier Drehleiterfahrzeugen mit jeweils 150 000 Euro. Das für den Westen vorgesehene Feuerwehrauto könnte in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land stehen. Die Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben, die auch als Standort in Frage käme, hat bereits abgelehnt. Wie zu hören ist, gibt die Kreisverwaltung in der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land keinen Standort vor. Zuletzt hatte es so ausgesehen, als wolle sie die Drehleiter unbedingt in Contwig haben. Contwig gilt als aussichtsreiche Option, doch wurde vergangene Woche auch über andere Gemeinden gesprochen. Sobald die Verbandsgemeinde ihre Stellungnahme abgegeben hat, ob sie nun eine Drehleiter will, die vom Landkreis gefördert wird, soll das Drehleiterkonzept des Landkreises dem Kreistag Südwestpfalz vorgelegt werden, der darüber abstimmt. Auch ums Kloster Hornbach ging es bei dem Gespräch vergangene Woche: „Einigkeit bestand auch darüber, dass das Drehleiterkonzept des Landkreises losgelöst von der Frage behandelt werden muss, wie mit dem Klosterhotel in Hornbach weiter verfahren wird“, berichtet Höh. Wie berichtet, könnte die Stadt Hornbach − als Eigentümerin des Hotels − den Brandschutz dort auch baulich sicherstellen, etwa mit einem Podest oder einer Rettungstreppe als zweitem Fluchtweg. Dagegen sperrt sich jedoch Hornbachs Bürgermeister Reiner Hohn. Er verweist darauf, dass die Kreisverwaltung den Hotelbau vor rund 20 Jahren genau so genehmigt habe, wie er heute dasteht. Die Kreisverwaltung hatte bereits öffentlich bemängelt, das Drehleiterauto diene in Hornbach ausschließlich zur Sicherung des zweiten Rettungsweges am Klosterhotel und sei damit nicht förderfähig. Für das in Hornbach stationierte Feuerwehrauto zahlt die Verbandsgemeinde derzeit jährlich rund 25 000 Euro Miete; über die Jahre fielen so Kosten von einer halben Million Euro an. „Das Drehleiterkonzept des Kreises basiert darauf, dass überörtliche Einsätze bestmöglich bedient werden können. Es dient dem überörtlichen Brandschutz und nicht Privatinteressen“, hatte Höh jüngst betont (wir berichteten am 28. April). Thorsten Preyer, neuer Wehrleiter der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land, erklärte gestern gegenüber der RHEINPFALZ, seitens der Feuerwehr sei in Sachen Drehleiter alles gesagt, es gebe nichts Neues. Die politisch Verantwortlichen seien am Zug. Er wies auf Nachfrage das Gerücht zurück, die Hornbacher Drehleiter dürfe derzeit nicht ausrücken. „Eine solche Anordnung habe ich nicht herausgegeben“, sagte er, und auch von Verbandsbürgermeister Gundacker sei ihm „nichts dergleichen bekannt“. Das Problem, dass die Drehleiter Hornbach eigentlich nicht verlassen darf, wenn sie den Brandschutz am Hotel sicherstellt, löst die Verbandsgemeinde derzeit mit einer Vereinbarung mit der Verbandsgemeinde Rodalben: Deren Drehleiter ist auf Abruf, wenn das Auto der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land ausrückt (wir berichteten am 23. März). Die Verbandsgemeindeverwaltung Zweibrücken-Land äußerte sich gestern nicht zum Gespräch mit Ganster.