Wiesbach
Rat diskutiert, wie sinnvoll ein Defibrillator ist
Geschlossen steht der Gemeinderat auch hinter dem Beschluss, einen Defibrillator für die Gemeinde anzuschaffen. Das wurde in der Ratssitzung am Donnerstag deutlich. Allerdings sehen nicht alle Ratsmitglieder gleichermaßen einen hohen Nutzen. Bürgermeister Klaus Buchmann ist überzeugt, dass ein solches Gerät Wiesbach „ein Stück sicherer macht“. Karl-Heinz Scharfenberger hingegen befürchtet, dass der Defibrillator, wenn er nicht zum Einsatz kommt, in einigen Jahren bereits in Vergessenheit gerate. Und er zweifelte daran, dass jeder ein solches Gerät auch richtig benutzen könne. Dennoch sei es gut, einen Defibrillator im Ort zu haben.
Udo Adam-Ringelsbacher betonte, dass grundsätzlich jede Hilfsmaßnahme im Ort erwünscht sei, zweifelte aber an einem großen Nutzen eines Defibrillators, da dieser nur bei Kammerflimmern helfe, eine Herz-Lungen-Wiederbelebung aber nicht ersetzen könne. Daraufhin berichteten mehrere Ratsmitglieder, dass das Gerät auch Laien so anleiten könne, nicht nur den Defibrillator sondern auch weitere Erste-Hilfe-Maßnahmen anwenden zu können. Außerdem werde bereits beim Öffnen des Schranks automatisch ein Notruf abgesetzt. Und im Vergleich zu dem Defibrillator, den der SV Wiesbach anschaffen wolle, sei das Gerät der Gemeinde nicht nur während des Spielbetriebs und weiteren Veranstaltungen des Sportvereins verfügbar, sondern zu jeder Tages- und Nachtzeit das ganze Jahr für jeden zugänglich, betonte der erste Beigeordnete Markus Schmitt. Nun sollen Angebote für einen Defibrillator eingeholt werden, entweder zum Kauf, zum Mieten oder zum Leasen. Und es muss geprüft werden, ob eine solche Anschaffung im Gemeindehaushalt genehmigt werden kann.
Zuschuss für den Sportverein
Einstimmig befürworteten die Ratsmitglieder auch, dem SV Wiesbach einen Zuschuss für die Anschaffung ihres Defibrillators zu gewähren. „Wir haben bis zu 500 Euro für Zuschüsse im Haushalt zur Verfügung“, teilte Buchmann den Ratsmitgliedern mit. „Die könnten wir dem SV voll geben“, schlug er vor und fügte hinzu, dass sich bereits einige Vereine im Ort abgemeldet haben. Auch der erste Beigeordnete stimmte dem zu: „Das Geld ist so gut angelegt.“ Ratsmitglied Scharfenberger hielt die Anschaffung eines Defibrillators beim SV Wiesbach sogar für sinnvoller: „Im Sportheim kann das Gerät nicht so leicht beschädigt werden, wie wenn es irgendwo öffentlich zugängig hängt.“ Wie viel der künftige Defibrillator kostet, konnte oder wollte am Donnerstagabend keiner genau beziffern. Schmitt schätzt die Kosten auf 1500 bis 2000 Euro.