Hauenstein RHEINPFALZ Plus Artikel Pfälzerwald-Hütte bleibt vorerst zu

Das Wanderheim des PWV Hauenstein bleibt bis auf Weiteres geschlossen.
Das Wanderheim des PWV Hauenstein bleibt bis auf Weiteres geschlossen.

Durchhalten müssen noch die Wanderer auf dem Hauensteiner Schusterpfad: Das Wanderheim „Dicke Eiche“ hat noch nicht geöffnet. Die Auflagen, so begründet der Pfälzerwald-Verein die Entscheidung, seien zu hoch.

Auf dem Hauensteiner Schusterpfad war am Wochenende reger Wanderbetrieb zu beobachten. Enttäuscht wird mancher Wanderfreund registriert haben, dass das Wanderheim „Dicke Eiche“ des PWV Hauenstein trotz der möglichen Lockerungen für Gastronomiebetriebe keine gastliche Einkehr bot. In einer Mitteilung begründete der Verein seine Entscheidung, das Haus vor dem Hintergrund der derzeit geltenden Regelungen nicht zu öffnen.

Die „Hitt“, wie das Wanderheim der Einfachheit halber genannt wird, ist nicht nur ein zentrales Ziel des Premiumweges, sondern auch eine aus vielen anderen Richtungen der Region gerne angesteuerte Einkehr. Man habe die Möglichkeiten einer Öffnung der Hütte intensiv diskutiert und verschiedene Ideen zur Umsetzung durchgespielt, heißt es in der Vereinsmitteilung. Letztlich habe man aber „schweren Herzens den Entschluss gefasst, dass die Hütte bis auf Weiteres geschlossen bleiben muss“.

Zu wenig Personal

Man habe nach den aktuellen gesetzlichen Regelungen zwei Varianten einer Öffnung des Wanderheims gesehen. Zum einen sei die Öffnung nach den Vorgaben für Gastronomiebetriebe denkbar gewesen: Die gesetzlichen Regelungen verlangten dabei unter anderem, dass die Gäste im Voraus reservieren, der Hüttendienst die Personalien aller Gäste erfasst, den Gästen einen Tisch zuweist und sie dann dort bedient. Das alles solle unter Einhaltung der Abstandsregeln geschehen. „Diese Option ist für uns bereits aus personellen Gründen nicht möglich“, teilt der PWV mit. Um die Vielzahl an Gästen, die nach einer Wiedereröffnung zu erwarten ist, zu bewirten, wären mehrere Personen als Bedienung notwendig. Im Regelbetrieb läuft die Hütte ausschließlich in Selbstbedienung. Zusätzlich wäre ein Platzanweiser oder eine Platzanweiserin sowie ein komplettes Küchen- und Thekenteam nötig.

„Auf so viele Personen können wir nicht zurückgreifen“, stellt der PWV fest. Die Bewirtung des Wanderheims werde ja ausschließlich von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern geleistet. „Bereits in normalen Zeiten ist es nicht immer einfach, genügend Personen für den Hüttendienst zu finden. Aktuell ist dies aus verschiedenen Gründen noch schwerer“, bedauert man.

Auch Kioskbetrieb nicht machbar

Ausgeschlossen wird jedoch auch die zweite Variante einer Wiedereröffnung, nämlich eine Art Kioskbetrieb. Denn dabei verlangten es die gesetzlichen Regelungen, dass die am „Kiosk“ verkauften Speisen und Getränke nicht auf dem Gelände des Wanderheims verzehrt werden dürften. „Wir sehen uns nicht in der Lage sicherzustellen, dass sich keine Gäste auf unserem Gelände aufhalten. Gleichzeitig stehen wir jedoch diesbezüglich in der Verantwortung“, begründet der PWV auch die Entscheidung gegen den Kioskbetrieb und führt als weiteres Argument an, dass dabei „der Hüttenbesuch all seinen Charme und Reiz“ verlöre.

Vorsitzender: Verein kann Zwangspause bewältigen

Der PWV wolle, so heißt es abschließend, die Entwicklung der gesetzlichen Vorschriften im Auge behalten und gegebenenfalls neu entscheiden. „Wir fahren auf Sicht“, konstatierte PWV-Chef Raymund Burkhard gestern auf Anfrage. Der Verein sei finanziell gesund und das ermögliche es, das Wanderheim geschlossen zu halten, ohne in finanzielle Turbulenzen zu geraten: „Wir sind schuldenfrei, haben derzeit keine größeren finanziellen Verpflichtungen und haben auch keine laufenden Ausgaben für Löhne, Pacht und Ähnliches“, sagte Burkhart.

Er nutzt auch die Chance, darauf aufmerksam zu machen, „dass wir – auch abgesehen von der aktuellen Situation – jede helfende Hand gebrauchen können, um den Hüttenbetrieb in Zukunft aufrecht zu erhalten. Wer also Freude daran hat, Durst und Hunger geselliger Wandersleute zu stillen, darf uns gerne kontaktieren“, wirbt der Verein um Helfer.

Die Ankündigung des PWV wird in den „sozialen“ Medien überwiegend mit Verständnis und Bedauern kommentiert: „Bedauerlich, aber gut nachvollziehbar – alles andere wäre nicht stimmig! Respekt vor Eurer Entscheidung! – Wir warten und halten durch!“, schreibt ein Nutzer, ein anderer formuliert: „So traurig es ist, denke ich, die Entscheidung ist absolut richtig. Ich freue mich schon auf bessere Zeiten.“

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