Rodalben Petition: Freibad Biebermühle soll in bisheriger Form erhalten bleiben
Die Petition, die die 43-jährige Eva Braun aus Rodalben im September startete, wird noch bis Ende des Jahres laufen. Im Januar will die Initiatorin die Petition bei der ersten Sitzung im neuen Jahr den Mitgliedern des Verbandsgemeinderats Rodalben übergeben. Die Petition erreichte innerhalb weniger Tage rund 1000 Stimmen; derzeit sind es etwa 2200 Unterschriften. Sie stammen zum Teil von Listen, die Braun in Geschäften und Lokalen in Rodalben verteilt hatte. Und zum Teil von der Internet-Petition auf der Plattform „openPetition“. Die Resonanz und der große Zuspruch bei der Südwestpfälzer Bevölkerung habe Braun sehr gefreut.
Wolfgang Denzer, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rodalben, erklärte gegenüber Braun, es gebe einen „mehrheitlichen politischen Beschluss, dass das Schwimmbad Biebermühle saniert wird und erhalten bleibt“. Er stelle außerdem in Frage, welchen Sinn die Petition habe und warum diese überhaupt gestartet worden sei. Im RHEINPFALZ-Gespräch im Oktober hatte Denzer bereits geäußert, dass man den Umbau zum Naturfreibad ins Auge gefasst habe, weil man dazu Fördermittel aus Mainz nutzen könne. Ein konventioneller Umbau sei nicht förderfähig, sagte Denzer.
Erhaltung des Freibads in bisheriger Form
Nach dem Vorschlag von Braun soll das Freibad in seiner bisherigen Form erhalten bleiben und die nötigen Renovierungsarbeiten am konventionellen Freibad durchgeführt werden. Einen Umbau zu einem Naturfreibad, wie durch die Verbandsgemeinde Rodalben geplant, lehnt sie ab. Die geplante Sanierung mit Ersatzneubau habe für die Petition keine Relevanz, betonte Braun.
Bei den maroden Umkleiden und dem undichten Schwimmbecken sehe sie genauso dringenden Handlungsbedarf wie bei der Wiederherstellung der Sprungturmanlage. Diese sei ihr und den Unterstützern der Petition besonders wichtig, denn „das wichtigste Angebot für die Altersgruppe zwischen zwölf und 20“ sei bereits seit einigen Jahren geschlossen. Die dadurch sinkende Attraktivität für Jugendliche sei laut Braun schlecht für die Besucherzahlen des Bades und ein wichtiger Anlaufpunkt in der Freizeitgestaltung der Jugendlichen fiele dadurch weg.
Durch eine konventionelle Renovierung mit Wiedereröffnung des Sprungturms könne man die Attraktivität des Bades bei der Jugend steigern, berichtete Braun. Dabei müsse laut Braun auch der Kostenfaktor im Fokus stehen. Denn aus ihrer Sicht sei eine konventionelle Sanierung und Instandsetzung des bestehenden Bades günstiger als ein Umbau zu einem Naturfreibad. Um diese These zu untermauern, führte Braun eine im Jahr 2016 vom VG-Rat in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie des Kaiserslauterer Ingenieursbüros Obermeyer an, die die Kosten für mehrere Sanierungsvarianten des Bads aufführte. Mittlerweile dürften aber sowohl die Studie als auch die damals berechneten Kosten überholt sein.
Konstruktiv mitwirken
Braun wolle die Petition dafür nutzen, die Verantwortlichen vor vorschnellen Entscheidungen zu warnen und mithilfe der vielen Unterschriften der Petition dafür zu sorgen, dass der „Bürgerwille“ bei der endgültigen Entscheidungsfindung berücksichtigt werde. Aus ihrer Sicht sei das Freibad in seiner bisherigen Form sehr erhaltenswert. Sie kritisierte zudem, dass es bisher keine konkreten Pläne gebe, was passiert, wenn der Umbau zum Naturfreibad nicht realisiert werden könne. Die Frage der Finanzierung solle aus ihrer Sicht auch schnell geklärt werden, damit man die Kosten nicht erneut neu berechnen müsse. Ihrer Meinung nach müsse diese Entscheidung zeitnah getroffen werden, um die langfristige Zukunft der Biebermühle zu klären, damit endgültige Klarheit für die Besucher des Freibads herrsche. Die von Braun gestartete Petition wolle konstruktiv an dieser Entscheidungsfindung mitwirken und neue Vorschläge für die langfristige Zukunft der Biebermühle aufzeigen.