Herschberg RHEINPFALZ Plus Artikel Peifer geht, Sema kommt

Nach fast 17 Jahren als Verbandsbürgermeister wurde Thomas Peifer (rechts) nun in den Ruhestand versetzt. Als letzte Amtshandlun
Nach fast 17 Jahren als Verbandsbürgermeister wurde Thomas Peifer (rechts) nun in den Ruhestand versetzt. Als letzte Amtshandlung vereidigte er seinen Nachfolger Patrick Sema als Bürgermeister der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben.

„Adios, machen sie es gut“. Mit diesen Worten verabschiedete sich Thomas Peifer (CDU), bisheriger Bürgermeister der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben, von den Gästen in der voll besetzten Bürgerhalle in Herschberg und den Bürgern. Er bekam die Urkunde überreicht, mit der er ab 1. Juli in den Ruhestand versetzt wird. Peifers letzte offizielle Amtshandlung an einem Abend, an dem Schuhgrößen und Fußspuren eine Rolle spielten, war die Vereidigung seines Nachfolgers Patrick Sema (SPD).

Was bleibt, wenn ein Bürgermeister geht, der seit 1. Oktober 2005 zunächst die Entwicklung der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Fröschen und ab 1. Oktober 2013 das Zusammenwachsen der fusionierten neuen Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben maßgeblich mitbestimmt hat? Sehr viel, darunter erfolgreiche Projekte und Weichenstellungen – das lässt sich nach dem Abschied von Thomas Peifer am Donnerstag festhalten. Dass die Fusion, die für beide früheren selbstständigen Verbandsgemeinden kein Wunschprojekt war, so erfolgreich verlief, „das ist und bleibt in der Geschichte der Verbandsgemeinde auch dein Verdienst“, sagte Landrätin Susanne Ganster zu Peifer. Dass es landesweit die Fusion war, die mit am besten funktionierte, bestätigte auch Karl-Heinz Frieden, der Geschäftsführer des Gemeinde- und Städtebundes, der Peifer für seine Verdienste mit der Ehrenurkunde auszeichnete.

Aber es bleibt vor allem der Mensch Thomas Peifer, den – das war beim Abschied sicht- und hörbar – alle schätzen; als Mensch, als Kollege, als Chef. Für manchen wurde er gar zum Freund. Offen, ehrlich, überparteilich (was nicht immer selbstverständlich sei), sei Peifer, das wurde immer wieder betont. Auch von Seiten der Ortsbürgermeister, deren Abschiedsworte Weselbergs Ortsbürgermeister Michael Schmitt wiedergab: Immer helfend, wenn seine Hilfe gebraucht wurde, immer die Lösung suchend, die alle mittragen können. „Deshalb haben wir im Verbandsgemeinderat fast jeden Beschluss einstimmig gefasst“, erinnerte die FDP-Fraktionsvorsitzende Christine Franzreb. Die versprochene offene Tür zum Büro habe tatsächlich immer offen gestanden. Eine vertrauensvolle Atmosphäre habe geherrscht, „in der man auch ohne Bedenken mal eine andere Meinung vertreten konnte“, sagte die Personalratsvorsitzende Elke Wiehn.

Maxime: Erfolg durch Harmonie

Auch seine Fachkompetenz und Art wurden geschätzt. „Du warst ja unser Chef und wir haben immer gehört“, sagte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Dahner Felsenland, Michael Zwick, zu Peifer, der auch Vorsitzender der Kreisgruppe im Gemeinde- und Städtebund war. „Meistens“, entgegnete Peifer lachend. Wie in der Musik – Peifers Hobby – habe dieser in der Politik nach der Maxime gehandelt, dass etwas nur erfolgreich sein kann, wenn die Harmonie gegeben ist, stellten Wegbegleiter fest.

Musik war auch am Donnerstag wichtig. Musikalisch verabschiedete der Frauenchor Herschberg Peifer mit dessen Wunschtitel „Ein Mann muss nicht schön sein“. Seinen Nachfolger Patrick Sema hieß der Frauenchor, der dafür zum Projektchor mit männlicher Unterstützung wurde, mit dessen Wunschtitel „Bridge over troubled water“ willkommen. „Der Beruf ist Berufung“, sagte Peifer auf seine Amtszeit zurückblickend. Es habe ihm immer Spaß gemacht, mit den Menschen zu tun zu haben. Er freue sich, nun mehr Zeit zu haben für die Familie und die Hobbies, vor allem am Golf-Handicap will er arbeiten.

Heimspiel für Patrick Sema

Am Donnerstag stand der bisherige Verbandsgemeindechef noch etwas mehr im Mittelpunkt. In den rückt in den kommenden acht Jahren sein Nachfolger Patrick Sema. In Herschberg – für Sema, der in der Gemeinde groß wurde, war es ein Heimspiel – hießen den 36-Jährigen alle herzlich willkommen.

Sema hatte sich gegen Peifer bei der Stichwahl im März durchgesetzt. „Mein Anspruch an mich selbst ist ein Bürgermeister für alle zu sein“, sagte Sema. Er hoffe auf eine aktive und konstruktive Zusammenarbeit, die streitbar und ergebnisoffen sei. Für alle Generationen wolle er da sein, soll es Angebote geben. „Ein Neun-Euro-Ticket ist eine schöne Sache, nur hat man nichts davon, wenn man nirgends einsteigen kann“, skizzierte er ein wenig gelungenes Angebot für die Region. Seinem Amtsvorgänger Peifer, der ihn vereidigte, schenkte der neue Verbandsbürgermeister Eintrittskarten für den Freizeitpark Tripsdrill; für einen tollen Tag mit den Enkeln. Freizeit – ein Wort, das in Semas Wortschatz erst mal nicht so häufig vorkommen wird.

Zitiert
„Ich habe mich daran gewöhnt, nachts zu schlafen.“
Thomas Peifer, einst Polizist im Schichtdienst, auf die Frage des Leiters der PI Waldfischbach-Burgalben, Andreas Kohler, ob er wieder Nachtdienste bei der Polizei machen wolle.

„Du bist ein Teamplayer.“
Christine Franzreb, FDP-Fraktionssprecherin im Verbandsgemeinderat, über Peifers geschätzten Arbeitsstil.

„Besser ein Onkel, der etwas mitbringt, als eine Tante, die nur Klavier spielt.“
Weselbergs Bürgermeister Michael Schmitt, der das Geschenk der Ortsbürgermeister überreichte.

„Es war fürchterlich. Der Rasen hat gelitten.“
Michael Zwick, Verbandsbürgermeister des Dahner Felsenlandes, verriet, dass sich die Kollegen zu Peifers Abschied auf dem Hitscherhof trafen. Allerdings kann nur Peifer golfen.

„Für den Patrick Sema haben wir kein Geschenk. Der muss sich seine Sporen noch verdienen.“
Michael Zwick, der das Abschiedsgeschenk der Verbandsbürgermeister überreichte.

„Auch wenn die letzte Wahl nicht nach deiner Vorstellung ausgegangen ist, so souverän, wie du dich dem gestellt hast, da brauchte es keine Worte des Trostes.“
Karl-Heinz Frieden, Geschäftsführender Vorstand des Gemeinde- und Städtebundes, zum Telefonat mit Peifer nach dessen Wahlniederlage.

„Auch wenn Sie die größeren Schuhe tragen, es sind sehr große Fußspuren, in die Sie treten.“
Landrätin Susanne Ganster beim Blick auf die Füße von Patrick Sema (Schuhgröße 46) und Thomas Peifer (43). Die Landrätin hat Schuhgröße 36.

„Wir geben den Papa zurück. Ein bisschen älter, ein bisschen kräftiger.“
Der Erste Beigeordnete Heino Schuck zu Peifers Familie, die oft hinter dem Amt zurückstehen musste.

„Peter Spitzer hat gesagt, das Beste kommt zum Schluss. Das lasse ich jetzt einfach mal so stehen.“
Die Personalratsvorsitzende der Verbandsgemeinde, Elke Wiehn, die das letzte Grußwort sprach.

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