Thaleischweiler-Wallhalben RHEINPFALZ Plus Artikel Patrick Sema wird neuer Verbandsbürgermeister

Küsschen für den Sieger. Ehefrau Nathalie gratuliert Patrick Sema zum Wahlsieg.
Küsschen für den Sieger. Ehefrau Nathalie gratuliert Patrick Sema zum Wahlsieg.

Patrick Sema aus Schauerberg wird im Juli neuer Bürgermeister der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben. Der 35-Jährige setzte sich am Sonntag in der Stichwahl gegen Amtsinhaber Thomas Peifer (CDU) durch.

Es ist eine dicke Überraschung: Die Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben bekommt einen neuen Bürgermeister. Patrick Sema (SPD) löst Amtsinhaber Thomas Peifer (CDU) ab. Was viele noch mehr überraschte, war das Wahlergebnis am Sonntag: Sema erhielt 55,3 Prozent der Stimmen, Peifer 44,7 Prozent. 717 Wähler mehr votierten für den Herausforderer.

„Ich muss das erst mal sacken lassen“, bekannte Semas Ehefrau Nathalie. Hund Trudi „ist zu Hause in Schauerberg auf der Couch“, verrieten der 35-jährige künftige Bürgermeister und seine Frau. Von der Spannung im Rathaus, als die ersten Ergebnisse einliefen und Patrick Sema gleich mal in Führung ging, bekam er nichts mit. Nur einmal zu Beginn, nachdem Weselberg III ausgezählt war, lag Peifer knapp vorne.

Stille im Rathaus

Wahlbezirk um Wahlbezirk lief ein, und es zeichnete sich immer mehr die Überraschung ab. Spätestens als Weselberg I ausgezählt war, „war abzusehen, dass es den Wechsel gibt“, sagte Thomas Peifer zum Zeitpunkt, an dem ihm bewusst wurde, dass es wohl nicht zur Wiederwahl reichen würde. Es herrschte aber ziemliche Stille im Wahlbüro, als die Ergebnisse einliefen. Der Vorsprung seines Herausforderers festigte sich. Als nur noch Höhfröschen und Thaleischweiler-Fröschen I fehlten, sagte Peifer zu dem geschäftsführenden Beamten Markus Reichert angesichts der noch zu erwartenden Stimmen: „Das reicht nicht mehr, aber als Demokraten warten wir das Endergebnis ab.“ In Dörfern, in denen Peifer im ersten Wahlgang noch die Nase vorn gehabt hatte, kippten am Sonntag die Stimmenverhältnisse zu Semas Gunsten.

Als das Ergebnis und damit Semas Sieg feststanden, gratulierte Peifer seinem Herausforderer fair. „Patrick, herzlichen Glückwunsch zum Wahlsieg. Ich übergebe dir eine gute Verbandsgemeinde, eine gute Verwaltung mit guten Leuten. Gehe gut mit ihnen um“, gab er seinem Nachfolger mit auf den Weg“, sagte Peifer.

Mehr Zeit für die Enkel

Der weiß, „dass meine Familie, meine Enkel, froh sind, dass ich demnächst sicher mehr Zeit für sie habe“. Von Enkelin Klara gab es gleich mal eine große Umarmung für Opa Thomas, der sich nach der Wahl vor dem Rathaus vielen Gesprächen stellte.

Den Mitarbeitern im Rathaus, in der Wahlzentrale, war anzumerken, dass sie mit diesem Ergebnis nicht gerechnet hatten. Dass es knapp werden würde ja, aber alle waren von einem Sieg ihres Chefs ausgegangen. Da wurde auch manche Träne vergossen. „Wir haben einen guten Chef“, herrschte Einigkeit, dass man gerne mit Thomas Peifer weitergearbeitet hätte.

Peifer hat noch 50 Tage Urlaub

Die Zusammenarbeit wird nicht mehr lange gegeben sein. „Ich habe noch 50 Tage Urlaub“, sagte Peifer. Er wird also nicht mehr viele Tage in der Verwaltung verbringen, und die wird er nutzen, um seine Angelegenheiten zu ordnen. „Meine Zeit als Verbandsbürgermeister endet“, sagte Peifer, der als Ortsbürgermeister von Thaleischweiler-Fröschen in den kommenden zwei Jahren noch große Aufgaben zu bewältigen hat.

Groß werden auch die Herausforderungen sein, die Patrick Sema ab 1. Juli als Verbandsbürgermeister anzunehmen hat. „Was machbar war, haben wir investiert in den Wahlkampf. Mehr ging nicht. Aus vielen persönlichen Gesprächen habe ich schon mitbekommen, dass schon ein bisschen Stimmung da ist, dass man den Wechsel will“, sagte Sema, der zuversichtlich in die Stichwahl gegangen war. Er habe auch nichts zu verlieren gehabt als Herausforderer, ergänzte der 35-Jährige. Verwaltung und Politik statt Groß- und Außenhandel wird ab Juli sein berufliches Metier sein.

Noch mal alles investiert

„Patrick hatte ständig neue Ideen im Wahlkampf, war unglaublich aktiv. Der Wahlkampf hat sich gelohnt“, gratulierte die SPD-Gemeindeverbandsvorsitzende Daniela Stauch ihrem Mitvorsitzenden zu der Wahl. Vor allem in den vergangenen 14 Tagen habe Sema noch mal alles investiert. Aber die SPD-Vertreter in allen Orten hätten ihn auch glänzend unterstützt.

Auch der CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Tobias Dreßler gratulierte Sema zur Wahl. „Es ist eine Wahl. Souverän ist der Bürger, und der entscheidet“, erkannte er das Ergebnis an. Es gelte in jedem Fall: „Wir machen weiter zum Wohl der Bürger.“

Enkelin Klara freut sich: Opa Thomas Peifer hat demnächst mehr Zeit für sie.
Enkelin Klara freut sich: Opa Thomas Peifer hat demnächst mehr Zeit für sie.
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