Bechhofen
Parkplätze sollen das Chaos regeln
Schon seit Längerem bittet Ortsbürgermeister Paul Sefrin die Anlieger in der Hauptstraße um Vernunft und Mithilfe, weil dort zu viele parkende Autos den fließenden Verkehr behindern, was tagsüber zu wilden Szenen führt. Es gibt dort kein ungehindertes Durchkommen mehr, weil auf der rechten Straßenseite in Richtung Rosenkopf zu viele Autos stehen. Vorfahrtsberechtigte Autos werden auf ihren Wegen beschnitten, und die in Bechhofen an manchen Stellen viel zu schmalen Fußgängerstreifen werden als Ausweich- und Fahrflächen missbraucht, sogar von Bussen und Lastkraftwagen.
Am liebsten würde der Rat hier eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer veranlassen. „Die Chance oder Wahrscheinlichkeit, dort etwas zu erreichen, da muss man verhalten optimistisch sein. Nichtsdestotrotz sollte man zu der Ortsdurchfahrt Anträge an den Landesbetrieb Mobilität stellen“, war sich Matthias Roos, Fraktionssprecher der CDU, in einer vergangenen Sitzung bewusst. Dennoch beschloss der Rat, beim für die Verkehrsregelung in der Hauptstraße zuständigen LBM verkehrsberuhigende Maßnahmen zu beantragen.
Das führte zu einem Ortstermin in der Hauptstraße zur Begutachtung der Verkehrslage mit Vertretern des LBM, der Verbandsgemeinde, des Ordnungsamts und der Polizei.
Nun kommt für die Hauptstraße eine verpflichtende Parkplatzregelung. Laut einem Sprecher der Verbandsgemeinde wurden etwa 35 Parkflächen ausgewiesen, zu deren Anordnung sich die Anwohner äußern dürfen, wie Sefrin versichert. Denn sie sind für die kommenden drei Monate erst mal nur provisorisch festgelegt. Eine ähnliche Vorgehensweise gab es auch in der ausgebauten Lambsborner Straße, mit Erfolg, so Sefrin.
Wie steht es aber um die erhoffte Geschwindigkeitsbegrenzung? „Es gab eine Novellierung der Straßenverkehrsordnung. Nach Bundesverkehrsminister Volker Wissing soll den Kommunen mehr Handlungsspielraum eingeräumt werden, derartige Maßnahmen nach ihren Vorstellungen umzusetzen“, sagt Sefrin. Wie sie sich konkret auswirke, sei aber noch unklar.
Bevor Tempo 30 für die Hauptstraße erwogen wird, „wollen wir mit der ordnenden Maßnahme für den ruhenden Verkehr versuchen, etwas Struktur in die Ortsdurchfahrt reinzubringen. Es wurde ja in den vergangenen ein bis zwei Jahren immer schwieriger, hier durchzukommen, ohne an gewissen Stellen auf Gegenverkehr zu stoßen“, sagt Sefrin. Weil an markanten Stellen in so langen Reihen geparkt wird, dass ein Durchkommen für den fließenden Verkehr nur noch schwer möglich sei. „Je nachdem, wie die Probephase abläuft, und was wir an Anregungen und Bedenken erhalten, wird die Anordnung geprüft und angepasst, bevor final ausgeschildert wird.“
Thorsten Jung (SPD), meint, ein Teil des Dilemmas in der Hauptstraße sei hausgemacht. „Helfen würde hier schon, wenn die Anlieger der Hauptstraße mal damit anfangen würden, ihre Hofeinfahrten und Garagen zu nutzen, so weit vorhanden“, appelliert der Beigeordnete.
Im Rahmen der vergangenen Ratssitzung wurde auch darüber nachgedacht, einen Zebrastreifen einzurichten, um Fußgängern und Schulkindern ein sicheres Überqueren der Hauptstraße zu ermöglichen. Nach geltender Rechtslage ist ein Zebrastreifen nur da möglich, wo das Verkehrsaufkommen entsprechend hoch ist. „Zumindest nach alter Straßenverkehrsordnung“, schränkt Sefrin ein. Eine Verkehrserhebung über eine Stunde hinweg soll Aufschluss bringen, wie oft an einer vorgesehenen Stelle die Hauptstraße frequentiert wird und ob ein Zebrastreifen gerechtfertigt ist.