Dahn
Oster-Wochenende verläuft dieses Jahr ruhiger
Noch im vergangenen Sommer berieten sich nach zahlreichen Verstößen wegen Wildcampens Vertreter von Verbandsgemeinde, Stadt Dahn, Polizei, Forst und Kreisverwaltung. Danach wurde unter anderem ein Wanderparkplatz unterhalb des Eybergs eingerichtet. Dort und an weiteren Parkplätzen sowie an anderen touristischen Orten im gesamten Dahner Felsenland brachte man entsprechende Hinweisschilder an. Denn die Landesverordnung Naturpark Pfälzerwald verbietet das Campen auf nicht dafür ausgewiesenen Plätzen. Übernachten und Campen im Wald oder auf Parkplätzen ist damit nicht erlaubt. Da es bis dahin nur acht solcher Stellplätze in der Verbandsgemeinde – beim Biosphärenhaus in Fischbach – gibt, sollten weitere Stellplätze entstehen, unter anderem am Dahner Schwimmbad. Auch im Stadtrat gab es Überlegungen zur Schaffung von Wohnmobilstellplätzen am Bahnhof. Ein entsprechender Antrag der CDU-Fraktion wurde jedoch abgelehnt, da es dort baurechtlich nicht möglich sei.
Ausweich-Parkplatz mit Toiletten
Um erneute Probleme zu vermeiden, fand Ende März ein Ortstermin zwischen Dahner Stadtbürgermeister, Ordnungsamt, Touristikbüro und Polizei statt. Dabei verständigte man sich auf verschiedene Maßnahmen für die Tage zwischen Gründonnerstag und Ostermontag. Um ein Verkehrschaos im Stadtteil Büttelwoog (Umleitungsstrecke Schillerstraße) zu vermeiden, wurde ein Ausweich-Wanderparkplatz am Bahnhof mit Beschilderung eingerichtet. Die Zufahrt zum Eyberg (schöne Aussicht) wurde mit Ausnahme für forstwirtschaftlichen Verkehr und für Rollstuhlfahrer gesperrt. Wegen der Falken, die zurzeit am Büttelfels brüten, bleibt diese Regelung bis auf weiteres bestehen. Da alle Gastronomiebetriebe geschlossen sind und somit nicht ausreichend Toiletten zu Verfügung stehen, stellte man beim Wanderparkplatz unter dem Eyberg Toiletten und mehrere Abfallbehälter auf, die regelmäßig desinfiziert und geleert wurden. Dies teilten Verbandsbürgermeister Michael Zwick und Stadtbürgermeister Holger Zwick auf Nachfrage mit.
Kontrollen über Ostern
Michael Zwick informierte außerdem darüber, dass aufgrund der Ausgangsbeschränkung zwischen 21 und 5 Uhr im Landkreis, die über Ostern noch in Kraft war, sich auch Bewohner aus anderen Landkreisen zu diesen Zeiten nicht im Dahner Felsenland aufhalten durften. Daher kontrollierten mehrere Teams des Ordnungsamtes zwischen Gründonnerstag und Ostersonntag ab 19 Uhr Parkplätze und touristische Plätze in der Verbandsgemeinde. „Durchschnittlich mussten täglich rund 15 Wohnmobile weggeschickt werden“, sagte Michael Zwick. Seinem Bericht zufolge nahmen die Betroffenen die Allgemeinverfügung des Landkreises nicht zur Kenntnis, obwohl diese an allen Parkplätzen aushing. Es sei auch vorgekommen, dass Wohnmobilfahrer aufgrund von Alkoholkonsum nicht mehr wegfahren durften. In diesen Fällen wurden die Personalien aufgenommen und weitergeleitet.
Stadtbürgermeister Holger Zwick, der im Vorfeld Tagestouristen per Radio willkommen hieß und zeitgleich um die Einhaltung der Regeln bat, berichtete von zahlreichen Besuchern in Dahn, inklusive gefüllter Parkplätze, jedoch ohne Massenansturm. Eine Beobachtung am Rande: Holger Zwick beseitigte selbst an mehreren Tagen den Müll der überfüllten Abfallbehälter.
CDU kritisiert Wanderparkplatz am Bahnhof
Die CDU-Fraktion fragte zunächst in den sozialen Medien und später per Pressemitteilung, ob der Wanderparkplatz am Dahner Bahnhof illegal sei, da ihr Antrag zur dortigen Errichtung von Wohnmobilstellplätzen abgelehnt wurde. Diesen verweigerte man in der damaligen Stadtratssitzung, da in dem dort vorherrschenden Mischgebiet gemäß Baunutzungsverordnung keine Wohnmobilstellplätze erlaubt seien. „Wanderparkplätze und Parkplätze hingegen sind in Mischgebieten zulässig“, stellte dazu Holger Zwick klar, der sich enttäuscht zeigte über die Vorgehensweise der CDU. „Bei Unklarheiten kann man sich auch persönlich erkundigen, statt eine Diskussion im Netz zu starten“, ergänzte er.
Der aktuelle Wanderparkplatz sei zudem eine vorübergehende Maßnahme. Das Einrichten von dauerhaften Wohnmobilstellplätzen, die auch eine Infrastruktur benötigen, sei hingegen ein komplett anderer Vorgang. CDU-Vorsitzender Uwe Hauenstein, der mit seiner Fraktion schon länger die Vorgehensweise des Stadtbürgermeisters kritisiert, fragte daraufhin, warum der Wanderparkplatz am Bahnhof weder im Stadtrat noch im Ausschuss für Verkehr- und Stadtentwicklung thematisiert worden sei. Holger Zwick antwortete darauf, dass in der Stadtratssitzung am 18. März die Regelungen zu Ostern noch nicht klar gewesen seien. „Außerdem sehe ich solche Entscheidungen des Tagesgeschäfts in meiner Entscheidungskompetenz.“