Waldfischbach-Burgalben RHEINPFALZ Plus Artikel Ort will für Bürger und Arbeitgeber interessant bleiben

Der Parkplatz im Bereich Welschstraße/ Schlosstraße war die letzte Baumaßnahme im Städtebausanierungsprogramm, das jetzt endgült
Der Parkplatz im Bereich Welschstraße/ Schlosstraße war die letzte Baumaßnahme im Städtebausanierungsprogramm, das jetzt endgültig abgerechnet wird.

Um als Wohnort und Standort für Unternehmen attraktiv zu bleiben, muss sich eine Gemeinde weiterentwickeln. Dazu braucht es Ideen, aber auch Geld für Infrastrukturmaßnahmen. Ohne Zuschüsse kaum machbar. Deshalb strebt Waldfischbach-Burgalben an, in ein neues Städtebauförderprogramm aufgenommen zu werden. Zuvor muss aber das zurückliegende Programm abgeschlossen werden.

Städtebauförderung in Waldfischbach-Burgalben? Das mag manchem Einwohner nicht mehr präsent sein, dass es das gab. Gab es aber. Seit 1992. „Ortskern Waldfischbach“ hieß das Sanierungsgebiet, das 2002 noch um die Ecke Welschstraße/Schlossstraße erweitert worden war. „Die letzte Sanierungsmaßnahme war der Ausbau des Parkplatzes Welschstraße/Schlossstraße“, hatte Ortsbürgermeister Michael Oestreicher (BWB) bei der vergangenen Ratssitzung an das bauliche Ende der Sanierungsmaßnahmen erinnert.

Dessen Bau konnte schon nicht mehr ganz so umgesetzt werden konnte, wie es ursprünglich geplant war. Wo aktuell Schotter liegt, hätte sich mancher einen etwas befestigteren Ausbauzustand gewünscht und die im Zusammenhang mit dem Parkplatzbau immer mal wieder formulierte Idee, vom Parkplatz aus eine Treppenverbindung zum Bürgerhaus herzustellen, hängt im wahrsten Sinne des Wortes in der Luft. Vom Platz hinterm Bürgerhaus hinab führt eine Treppe Richtung Parkplatz. Vollendet wurde diese bis dato nicht. Eventuell ein Projekt für das kommende Städtebauförderungsprogramm.

Wertsteigerung betrifft auch Anlieger

Jetzt gilt es zunächst mal das vormalige Programm abzuschließen. Damit hat die Gemeinde das Büro MAP Consult aus Oppenheim beauftragt. Um abschließen zu können, müssen die Fördermaßnahmen gegenüber dem Land als Zuschussgeber abgerechnet werden, und es gilt die sanierungsbedingte Wertsteigerung für das Gebiet festzustellen, erläutert Michael Jahn von MAP Consult. Dazu wird der Gemeinderat in seiner heutigen Sitzung ein sogenanntes zonales Gutachten in Auftrag geben. Zugleich wird das Sanierungsgebiet satzungsgemäß aufgehoben (19 Uhr, Bürgerhaus). Liegt das Gutachten vor, das ermittelt, in welchem Umfang sich der Wert der Liegenschaften im Gebiet durch die Sanierungsmaßnahmen erhöht hat, kommen auf Grundstückseigentümer im Sanierungsgebiet noch anteilige Ausgleichskosten für diese Wertsteigerung zu. Geregelt ist das im Baugesetzbuch (Paragraf 154).

Was wurde gemacht?

Ziel war es, die Gemeinde als Wohn- und Arbeitsort sowie als Fremdenverkehrsgemeinde attraktiver zu machen. Was wurde dazu gemacht? Die Ortsmitte wurde neu gestaltet, aber ortsbildprägende Bebauung sollte dabei erhalten werden. Maßnahmen waren zum Beispiel: die neue Gestaltung der Verkehrsführung durch den Kreisel, der Parkplatz hinter der Kirche wurde mit Fördermitteln hergestellt, ebenso der Parkplatz unterhalb der Friedhofstraße.

2,4 Millionen Euro wurden für konkrete Maßnahmen ausgegeben. Ausgegeben wurden diese für die Parkplätze an der Kirche (damals Marktplatz, auf dem auch kurzzeitig mal Marktgeschehen stattfand), der Parkplatz zwischen Kirche und Sparkasse. Die Kreisellösung an sich wurde aus Mitteln, die über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz flossen, bestritten. Aber es gab dazu aus der Städtebauförderung flankierende Maßnahmen, bilanziert MAP.

Parkplatz gebaut

2011 bis 2013 wurde dann der Parkplatz Welschstraße/Schlosstraße gebaut. Damit dieser gebaut werden konnte, war in der Welschstraße die frühere Bäckerei gekauft und abgerissen worden. Mit Fördermitteln aus der Städtebausanierung. Die flossen auch, um Gebäude abzureißen und die Fläche zu schaffen, auf der heute die Praxisgemeinschaft der Ärzte zu finden ist. In der Friedhofstraße 2 wurde eine frühere Scheune/Schlosserei abgerissen.

Gefördert wurden auch fünf private Sanierungsobjekte. Drei in der Hauptstraße – dort war auch eine öffentliche Toilettenanlage gebaut worden – sowie ein privates Vorhaben in der Welsch- und in der Friedhofstraße.

Über die Laufzeit des Programmes wurden insgesamt Kosten von 2,8 Millionen Euro gefördert.

x