Rodalben / Zweibrücken Offener Kanal Südwestpfalz zieht um: Medienbildung noch stärker im Fokus
Der Offene Kanal und das Medienkompetenz-Netzwerk, bisher untergebracht im Obergeschoss des Rathauses der Verbandsgemeinde Rodalben, ziehen um nach Zweibrücken. „Dies geschieht keineswegs im Groll, sondern in Absprache mit den Oberbürgermeistern von Pirmasens und Zweibrücken sowie der Landrätin“, betonte Geschäftsführer Peter Münch. „Es ist ein Schritt in die Zukunft“, erklärte er auf Anfrage.
Im Ort der medialen Teilhabe (OMT) Zweibrücken bündeln der Offene Kanal, das Medienkompetenz-Zentrum und die Medienanstalt künftig ihre Ressourcen und Dienste, gefördert und getragen von der Medienanstalt Rheinland-Pfalz. „Wir liegen hier weit vorn im Land“, merkte Münch an. Zweibrücken werde der vierte rheinland-pfälzische OMT-Standort nach Ludwigshafen, Trier und Speyer.
Der Ort der medialen Teilhabe widmet sich der medialen Bildung. Ferner soll Kommunikation und Engagement angeregt werden. Es gibt Angebote zum Selbstlernen der Technik sowie Beratung, Vorträge, Seminare und Workshops. Auch andere Anbieter, ob Bildungsträger oder Vereine, können dort Veranstaltungen zum Thema durchführen.
Offizielle Eröffnung der Media:Brücke
Schon am Samstag, 29. November, von 10 bis 11 Uhr eröffnet die Medienanstalt den Ort der medialen Teilhabe in der Hauptstraße 52 in Zweibrücken unter dem Namen Media:Brücke mit geladenen Gästen und Digitalisierungsministerin Dörte Schall. Das Gebäude liegt mitten in der Zweibrücker Fußgängerzone zwischen dem Alexanderplatz und dem Herzogplatz. Der Eröffnung folgt ein Tag der offenen Tür von 13 bis 17 Uhr.
Das neue Landesmediengesetz habe laut Münch zum Ziel, über Rheinland-Pfalz verteilt zentrale Orte als Medienkompetenz-Schwerpunkte zu schaffen. Schon im Dezember 2023 sei für die Region Südwestpfalz der Beschluss gefasst worden, dies anzugehen. Die Stadt Zweibrücken habe dafür Räume zur Verfügung gestellt.
Erste Ausstrahlung im Jahr 1989
Im Laufe seiner mittlerweile fast 40-jährigen Geschichte durchlief der Offene Kanal Südwestpfalz bereits viele Veränderungen. Walter Danner, der dann langjähriger Vorsitzender war, brachte den Offenen Kanal mithilfe des Landkreises und der Landeszentrale für private Rundfunkveranstalter auf den Weg.
Es war der 17. Dezember im Jahr 1989, als die erste Sendung über Kabel ins Fernsehen flimmerte. Die Region stellte sich in den Beiträgen vor. Der damalige rheinland-pfälzische Ministerpräsident Bernhard Vogel hatte im Beisein von Vorständen der Landesmedienanstalt, des Landrats sowie der Oberbürgermeister von Pirmasens (Karl Rheinwalt) und Zweibrücken (Werner von Blon) den roten Startknopf gedrückt und das Projekt symbolisch freigegeben.
Bereits ein Jahr zuvor war der Trägerverein gegründet worden, dem die Landesmedienanstalt die technische Ausstattung für das Bürgerfernsehen zur Verfügung gestellt hatte. Nach drei Jahren verfügte der Offene Kanal über einen Übertragungswagen, um live vor Ort zu berichten. Seit dem Jahr 2012 läuft der Offene Kanal als Livestream im Internet auf www.oktv-suedwestpfalz.de.
Digitale Botschafter ausgebildet
Der Offene Kanal Südwestpfalz legte von Anfang an Wert auf eigenes Personal, das den Besuchern den Umgang mit den Geräten erklärte und „die Technik überwachte“. Im Jahr 1988 wurde der erste hauptamtliche Mitarbeiter eingestellt. Darüber hinaus war der Forderung Erfolg beschieden, über die Landesmedienanstalt Ausbildungsplätze für künftige Mediengestalter Bild und Ton zu finanzieren. All die Jahre über blieben der Offene Kanal und das Medienkompetenz-Netzwerk Ausbildungsstätte.
Die Förderung der Medienkompetenz bildete neben dem Bürgerfernsehen stets ein zentrales Anliegen. Deshalb werden Seminare organisiert, Schulprojekte durchgeführt und Fortbildungen veranstaltet. 22 digitale Botschafter wurden jüngst ausgebildet, um vor allem Senioren zu beraten.
Anlaufstelle im Landkreis soll bleiben
„Wir bleiben in der Region weiterhin präsent“, versicherte Münch, „wir sind im Dynamikum in Pirmasens zugegen.“ Ferner behielten sie einen Raum im Rodalber Rathaus für die fachliche Beratung, der zu festgelegten Zeiten personell besetzt sei. Zudem sei die Anschaffung eines mit allen Gerätschaften ausgestatteten Medienmobils im Gespräch, um im ganzen Landkreis Ansprechpartner zu bleiben.
Doch was geschieht mit den frei werdenden Räumen in Rodalben? „Grundsätzlich besteht seitens der Verwaltung seit Jahren großer Bedarf an zusätzlichen Räumlichkeiten, weshalb eine Belegung durch die Verwaltung durchaus möglich wäre“, informierte Katrin Weber, Sprecherin der Verbandsgemeinde Rodalben, auf Anfrage. Die Organisationshoheit dafür obliege dem Bürgermeister, nicht dem Rat. Der Bürgermeister entscheide über die interne Verwaltungsorganisation in eigener Zuständigkeit. Allerdings: Die frei werdende Fläche sei wegen geltender Mietverhältnisse „in einigen Teilen derzeit noch unklar“.