Kreis Südwestpfalz
Niederschlettenbach: Italienische Küche im „Schulhaus“
Nach einer Eröffnungsparty vor einer Woche ist die Gaststätte seit Freitag wiedereröffnet. Ein junges Ehepaar aus Italien hat das Haus von der Gemeinde gepachtet. Alessandro Vigilante und seine Frau Paulina, beide 31 Jahre alt, sind dort nun die Gastgeber. Nach dem Leerstand haben sie das Haus renoviert und alles neu hergerichtet. Anfang Januar sind die beiden in die Wohnung im Dachgeschoss eingezogen.
Eine eigene Pizzeria als Traum
Alessandro Vigilante ist in Neapel aufgewachsen, seine Frau hat er in Rom kennengelernt. Dort hat er eine fünfjährige Berufsausbildung in der Küchenschule absolviert, anschließend noch auf der Pizzabäcker-Schule sein Diplom erworben. Nach der Ausbildung hat er als Pizzabäcker in Neapel gearbeitet, anschließend in Rom. Seine Frau hat ebenfalls in der Gastronomie gearbeitet. 2015 sind beide nach Deutschland gekommen. Im damaligen „Roma“ in Dahn hat er eine Anstellung bekommen, ist aber später ins „La Rusticana“ nach Albersweiler gewechselt. In der Zwischenzeit hat er bei einer Firma in Offenbach gearbeitet. Diesen sicheren Arbeitsplatz hat er jetzt aufgegeben, um sich seinen Wunsch zu erfüllen. „Mein Traum war schon immer, eine eigene Pizzeria zu führen.“ Das habe sich jetzt glücklicherweise mit der „Schule“ in Schlettenbach so ergeben. Was hat ihn ausgerechnet in den Wasgau gezogen? „Wir kennen ja das Dahner Felsenland, eine schöne Gegend. Die freundlichen Leute hier haben uns beeindruckt, deshalb wollen wir hier etwas machen.“
Tradition aus Neapel und Rom
Die Frage, was ein Italiener kocht, erübrigt sich eigentlich. Aber wer in seine Speisekarte schaut, findet doch manch Interessantes. Zwar hat er unzählige Varianten an Pizzen zu bieten, aber der Kenner weiß, Pizza ist nicht gleich Pizza. Den Pizzateig macht er selbst, „den muss du mindestens 48 Stunden gehen lassen, damit kein Völlegefühl aufkommt“. Die Nudeln macht er selbst und frisch. Auch die Vorspeisen und Antipasti, „das kommt aus der Tradition von Neapel oder Rom“. Als seine Spezialität bezeichnet er hausgemachte Gnocchi Ragu, „das hat Tradition in meiner Familie“, oder die italienische Carbonara. Tiramisu ist eine Spezialität seiner Frau. Dazu bietet er auch deutsche Gerichte an; freitags soll es Fisch geben. Die Speisen gibt es auch zum Mitnehmen.
Noch vier Fremdenzimmer in Planung
Ortsbürgermeister Thomas Pietsch ist zuversichtlich mit dem neuen Pächter. „Ich habe ein gutes Gefühl, dass das funktioniert.“ Die beiden passten in die Dorfgemeinschaft und wollten auch Teil des Dorfes werden. „Als Bürgermeister bin ich froh, dass wir einen Dorftreffpunkt haben und das Haus wieder verpachtet ist. Ich sehe darin auch einen wichtigen Beitrag für den Tourismus im Lautertal.“
Im „Schulhaus“ gibt es gut 60 Sitzplätze, im Sommer noch den Biergarten im alten Schulhof. Ab Mai wird der Gastronom zusätzlich eine Sommerkarte mit leichten Gerichten auflegen. Wenn sich mal alles eingespielt hat, sollen im Obergeschoss des Schulhauses auch wieder die vier Fremdenzimmer aktiviert werden. Und was wünscht sich das junge Gastronomenpaar? Alessandro Vigilante lacht: „Ich hoffe, wir bleiben hier bis zur Rente!“