Kreis Südwestpfalz Nicht immer nur ans Geld denken
„Jede Art von Engagement für unsere Gemeinschaft ist willkommen“, rief Verbandsbürgermeister Thomas Peifer beim Neujahrsempfang der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben die Bürger auf, tätig zu werden. „Dabei muss es nicht immer das große Geld sein, das Sie einbringen! Oft reicht es, da zu sein und Hand anzulegen“, erklärte er am Samstag vor rund 200 Gästen in der Weselberger Musikhalle.
Bei den Vorhaben müsse man allerdings realistisch bleiben. „Natürlich wäre es für die Politik und auch für mich einfach, Projekte auszurufen. Ideen dazu hätten wir sicherlich alle genug.“ Doch müsse man sich fragen, was sich wirklich umsetzen lässt. „Mein und unser Handeln wird sich deshalb auch in Zukunft nach dem Machbaren ausrichten. Daran werden wir uns dann auch gerne messen lassen.“ Für machbar hält Peifer beispielsweise einen Bürgerbus; er will das Thema nochmals in den Verbandsgemeinderat bringen. Die Verbandsgemeinde Wallhalben hatte bereits einen solchen Fahrdienst mit festem Fahrplan eingerichtet, die Nachfrage war jedoch gering. Peifer will das Thema nochmals angehen. Nach seiner Einschätzung braucht die Verbandsgemeinde dazu 20 bis 25 ehrenamtliche Fahrer. Thomas Peifer nannte in seiner 25-minütigen Neujahrsrede auch eine Voraussetzung, damit sich die Bürger fürs Gemeinwohl engagieren: Die Kommunen müssten finanziell besser ausgestattet werden. Würden die Spielräume der Gemeinden „immer weiter ausgehöhlt“, finde man keine Mitstreiter mehr. Er verband damit ein Dankeschön an alle, die sich bereits jetzt einbringen, ob in der Kommunalpolitik oder in Vereinen. „Sie alle leisten wichtige Beiträge zur Entwicklung der Gemeinden und somit unserer ganzen Verbandsgemeinde“, lobte er. Beim Thema Geld warnte Peifer jedoch davor, alles nur betriebswirtschaftlich zu betrachten: Das schade dem ländlichen Raum. Wolle man etwas auf dem Land verbessern – sei es die ärztliche Versorgung oder die Mobilität –, müsse man auch bereit sein, dafür Geld in die Hand zu nehmen. Auch Weselbergs Bürgermeister Hans Mangold rief beim Neujahrsempfang die Bürger auf, sich einzubringen: „Wenn man den Willen dazu hat, Mut, die Gesundheit dazu und klaren Verstand, dann sollte man versuchen, die Probleme zu lösen“, erklärte er. „Setzen Sie sich ein für diese Verbandsgemeinde – sie hat gute Perspektiven“, warb er. Zwar laufe in der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben „noch nicht alles rund“, der Motor stottere manchmal ein wenig. Doch könne man „mit dem Erreichten zufrieden sein“, so Mangold. Marktgräfin Sophie Wilhelm, ebenfalls Weselbergerin, zitierte in ihrem kurzen Grußwort den amerikanischen Schriftsteller Mark Twain: „Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden.“ Es brauche keinen Jahreswechsel, um etwas an sich oder in seinem Umfeld zu verändern. „Jeder einzelne Tag bringt eine Chance“, sagte Wilhelm. Die Besucher des Empfangs wiederum hatten die Chance, die Bläserklasse der Grundschule Rieschweiler-Mühlbach und den Chor der Grundschule Weselberg auf der Bühne zu erleben. Die Kinder brachten mit Liedern wie „Wenn Jenny und Jonny verreisen“ und „Old McDonald hat ’ne Farm“ Musik und Lebendigkeit in den Neujahrsempfang.