Waldfischbach-Burgalben Neue Praxis: Therapie für Hunde
Anja Wagner will dazu beitragen, dass Hunde gesund werden oder – wenn eine vollständige Genesung bei einer chronischen Krankheit nicht möglich ist – dass ihnen das Leben mit der Krankheit so leicht wie möglich gemacht wird. „Unsere Hunde leben mit uns. Sie sind den Fremd- und Schadstoffen genau so ausgesetzt wie wir. Teilweise noch stärker“, sagt Anja Wagner, die aus Rodalben stammt. Früher habe ein Hund 80 Prozent seiner Lebenszeit im Freien verbracht, 20 Prozent im Haus. „Das ist jetzt in den meisten Fällen umgekehrt.“ Wlan, chemische Waschmittel und Raumsprays könnten für den Hund toxisch sein. Unter Zivilisationskrankheiten, die Menschen plagen, leiden auch Hunde. „Wir haben uns auf die Behandlung chronischer Erkrankungen wie Tumore, Epilepsie, Magen-Darm-Erkrankungen, Allergien, die oft gar nicht als solche erkannt werden, Borreliose, degenerative Gelenkserkrankungen, Ohrentzündungen und Autoimmunerkrankungen spezialisiert“, sagt Wagner.
Nach Ursache suchen
Die Diplom-Betriebswirtin setzt sich schon lange für den Schutz der Vierbeiner ein. Ihr Engagement führte dazu, dass sie in Darmstadt eine Ausbildung als Tierheilpraktikerin begann. Seit 15 Jahren praktiziert Wagner, sie hat sich in dieser Zeit ständig fortgebildet und 2013 eine Verbandsprüfung abgelegt. Zunächst war sie nebenberuflich als Tierheilpraktikerin tätig, „aber das verschob sich immer mehr, weg von meiner betriebswirtschaftlichen Arbeit hin zur Tierheilpraxis“, erzählt sie. Ihre Patienten kommen aus ganz Deutschland, aus Österreich und der Schweiz, „und ich behandele sogar einen Hund, der in Italien zu Hause ist“. Was in erster Linie mit Hausbesuchen begonnen hatte, hat sich so weit entwickelt, „dass wir Platz für die vielfältigen Therapieformen benötigen“. Geeignete Praxisräume fand sie in der Hauptstraße 165 in Waldfischbach-Burgalben. Wo früher ein Fitnessstudio, später ein Tanzstudio waren, dreht sich jetzt alles um Hunde.
Wichtig sei eine umfangreiche Anamnese, die medizinische Vorgeschichte müsse aufgenommen werden. Ein gutes Beispiel aus ihrer Praxis sei ein Hund, der automatisch versprühten Raumdüften ausgesetzt war und darauf stark allergisch reagierte. „Es brauchte Zeit, um herauszufinden, dass diese Raumdüfte die Ursache für seine Allergien waren“, berichtet Wagner. Als die Sprayer entfernt waren, ging es dem Hund wieder gut. „Die Ursache für die Krankheit muss gefunden werden.“ Deshalb sei Zeit bei der Anamnese ein entscheidender Faktor.
Vier Mitarbeiter
Daneben spielt die Labordiagnostik eine wichtige Rolle. Wagner und ihre vier Mitarbeiter arbeiten eng mit Laboren und Tierärzten zusammen. Um fundiert festzustellen, wie es dem Hund gesundheitlich geht, empfehle sich ein regelmäßiges Organprofil. Das sei eine gute Vorsorge, damit es nach Möglichkeit gar nicht erst zu ernsthaften Erkrankungen kommt. Zur Vorsorge gehören Angebote wie Ohren putzen und Krallen schneiden, aber auch die richtige Ernährung. Eine auf den Hund abgestimmte Beratung, regelmäßige Vorträge und Seminare – zum Beispiel über erste Hilfe beim Hund – sind Teil des Leistungsspektrums.
„Wir setzen ausschließlich auf biologische Heilmittel, die alle wissenschaftlich fundiert und entsprechend geprüft sind“, sagt Wagner. Zwei Bücher zum Thema Hunde hat sie verfasst. Ein Buch befasst sich mit der Zubereitung von Swoofies, gesunden Smoothies für den Hund, das zweite mit biologischen Gesundheitskonzepten für Hunde. Angeschlossen an das Therapiezentrum ist ein Laden mit Artikeln vom Führgeschirr über Hundebetten bis hin zu biologischen Wurmkuren und Mitteln gegen Zecken oder Flöhe.