Herschberg Narren sagen alles ab

Geschunkelt wird nicht – und schon gar nicht gemeinsam. Die Narren müssen während der Corona-Pandemie auf einiges verzichten.
Geschunkelt wird nicht – und schon gar nicht gemeinsam. Die Narren müssen während der Corona-Pandemie auf einiges verzichten.

Am Mittwoch hätten die Herschberger Narren traditionell die fünfte Jahreszeit eingeläutet. Die Betonung liegt auf „hätten“, denn wegen der Pandemie fällt die Narretei auch in der Hochburg auf der Sickingerhöhe aus.

Schon vor Wochen hat das CHN-Präsidium einstimmig beschlossen, sämtliche Veranstaltungen aus Rücksicht auf die Gesundheit von Akteuren und Besuchern abzusagen. Darunter fallen auch das Ordensfest und die beiden großen Prunksitzungen in der Bürgerhalle.

„Es wäre die 60. Kampagne gewesen, aber das ist nicht das eigentliche Problem“, betont Präsident Andreas Drexler, „denn wir Karnevalisten feiern ohnehin nur alle elf Jahre ein großes närrisches Jubiläum.“ Leid tut es dem Vereinsboss für die rund 130 Aktiven des Vereins, die durch das Virus ausgebremst wurden. Vor allem den Kindern und Jugendlichen der Tanzgarden fehlten die gewohnten Trainingsstunden, bei denen sie ihre Mitstreiterinnen treffen und zusammen Spaß haben.

Vor dem neuerlichen Lockdown haben die Trainerinnen mit ihren Gruppen zuerst im Freien und zuletzt in der Halle unter Hygiene-Auflagen geprobt. Das wollen sie fortsetzen, sobald es wieder möglich ist, damit die kleinen und großen Tänzerinnen fit bleiben und die Freude an ihrem Hobby behalten.

Keine Prinzessin

„Abgesagte Veranstaltungen bedeuten aber auch, dass der Verein so gut wie keine Einnahmen hat, deshalb müssen wir die Ausgaben stark reduzieren“, sagt Schatzmeisterin Bärbel Juner. Bei den Herschberger Narren gibt es in dieser Session erstmals keine Orden, und auch andere Ehrungen und Anschaffungen sind nicht vorgesehen. Lediglich einen Pin mit Hinweis auf die 60. Kampagne soll die Aktiven an die „Corona-Kampagne“ erinnern. Selbst an Umzügen zum Ende der Karnevalszeit will der CHN nicht teilnehmen.

Mit einer anderen liebgewonnenen Tradition werden die Herschberger Fasnachter ebenfalls schweren Herzens brechen: Zur am Mittwoch beginnenden Session wird zum ersten Mal seit der Vereinsgründung keine Karnevalsprinzessin inthronisiert. Ein solches Amt lebe von der Repräsentation bei Veranstaltungen, die es aber diesmal kaum oder überhaupt nicht geben wird. Deshalb sei es unsinnig, in diesem Jahr eine Prinzessin zu bestimmen.

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