Hornbach
„Nacht der Talente“ im Klosterhotel muss sich erst etablieren
Es war eine junge Frau aus Zweibrücken, die am Dienstagabend als Einzige den Weg zu der Veranstaltung gefunden hatte, die erstmals von der „Working Family“ organisiert wurde. Dies ist ein Verbund familiengeführter Unternehmen des Hotels- und Gastgewerbes.
Gleichwohl sieht Franziska Lösch, Tochter der beiden Hotelgründer und -betreiber Edelbert und Christiane Lösch, den ausgebliebenen großen Zuspruch nicht unbedingt negativ. „Wir sind nicht enttäuscht“, sagte Lösch, die als Assistentin der Geschäftsleitung tätig ist. „Die Veranstaltung muss sich erst noch etablieren. Wir hätten uns zwar drei, vier Interessenten mehr gewünscht, die wir für die verschiedenen Berufsbilder gerne begeistert hätten. Aber es war super, dass die Veranstaltung überhaupt stattgefunden hat.“ Hauptziel sollte es sein, junge Menschen für eine Ausbildung oder Mitarbeit zu gewinnen. Bei der jungen Zweibrückerin, die nach Hornbach gekommen ist, scheint dies gelungen zu sein. Mit ihr steht das Klosterhotel nun in Kontakt, sie wird hier voraussichtlich einen Schnupper-Arbeitstag absolvieren. Sie interessiert sich für einen Nebenjob im Service, während sie zurzeit noch die Schule besucht. „Eigentlich sind wir immer auf der Suche, vor allem für Küche und Service.“ Derzeit arbeiten laut Franziska Lösch 75 Mitarbeiter im Klosterhotel – eine Zahl, die seit Jahren stabil sei. Zwar gebe es auch im Vier-Sterne-Superior-Hotel beim Personal Fluktuationen, allerdings nicht in dem Maße wie in anderen Betrieben der Branche. Die wurden von Corona teilweise hart getroffen, weil sich Mitarbeiter in dieser Zeit komplett aus der Branche verabschiedet haben.
Aus dem Ausland aufs Land
Im Kloster Hornbach hingegen „gehen wir nicht auf dem Zahnfleisch“, sagte Franziska Lösch. Dies erkläre sich zum einen damit, dass man seit Jahren selbst etliche Ausbildungsplätze anbiete, aber auch damit, dass viele Bewerber aus dem Ausland nach Hornbach kämen. Und zwar aus Marokko, Tunesien, Spanien, Aserbaidschan und Vietnam. Wie beispielsweise Adil Mazigh, der aus Marokko stammt und in Hornbach nun im dritten Lehrjahr als Koch tätig ist. „Ein junger Mensch etwa aus Marokko tut sich leichter, zu uns aufs Land zu ziehen, um hier seine Ausbildung zu machen, als ein städtisch geprägter junger Mensch aus Deutschland“, erklärt Franziska Lösch diesen Umstand. Zumal die Mieten rund um Hornbach noch bezahlbar seien. Dagegen sei die Miete in einer deutschen Großstadt mit einem Lehrlingsgehalt heute kaum noch zu stemmen. Den Kontakt zum Kloster finden die meisten Bewerber unter anderem über die Lehrstellenbörse der Industrie- und Handelskammer im Internet. Neben Azubis ist das Klosterhotel auch immer auf der Suche nach ausgebildeten Fachkräften.
Neuer Anlauf im nächsten Jahr
Dass der erste Anlauf der „Nacht der Talente“ eher schleppend verlief, ist laut Lösch unter anderem dem Zeitpunkt geschuldet. So sei die Veranstaltung sehr kurzfristig geplant gewesen; Schulen und Schüler konnte man nur mit sehr kurzem Vorlauf nach den Herbstferien informieren.
Dennoch will das Hotel im kommenden Jahr wieder teilnehmen. Dann hoffentlich mit mehr Interessenten, die die Taschen und kleinen Präsenttütchen entgegennehmen, wie sie am Dienstag bereitstanden.