Hauenstein
Nach Pipeline-Arbeiten: Wird im Steinbach je wieder Wasser fließen?
Nach wie vor eine Hängepartie ist die Wiederherstellung des Steinbachs, der durch die Pipeline-Arbeiten TENP III schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die bisherigen Versuche sind fehlgeschlagen, den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen. Nach wie vor ist im Oberlauf des kleinen Wiesenbachs kaum Wasser zu sehen, nach wie vor fallen dort nur grobe Schottersteine ins Auge. Jetzt muss, so verlangen es die Behörden, grundlegend nachgebessert werden.
Der Steinbach fließt von seiner Quelle unterhalb der Jubo-Ranch bis zur Mündung in die Queich unweit der K38 rund einen Kilometer durch das Wiesental im Osten Hauensteins. Während der Bauarbeiten wurde sein Bett zeitweise einige Meter aus dem Arbeitsbereich heraus nach Osten verlegt. Nach dem Abschluss der Arbeiten wurde der Bach wieder in sein eigentliches Bett geleitet, machte aber dort, was er wollte, grub sich hier tiefer ein und nahm Teile der Böschung mit.
Aufschüttung mit Schotter scheitert
Um den Lauf zu stabilisieren, wurde das Bachbett deshalb auf einer Länge von rund 100 Metern höhengleich mit der Umgebung mit Schotter verfüllt. Auf diese Weise sollten auch Sohl- und Böschungserosionen vermieden werden. So hatten sowohl das bauausführende Unternehmen Open Grid Europe (OGE) aus Essen und die Struktur und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd, die als Obere Naturschutzbehörde in Planung und Umsetzung des Pipelinebaus einbezogen war, die Maßnahme im Oktober 2023 begründet.
Nach einem Ortstermin im April 2025 wurde festgestellt, dass diese Vorgehensweise wohl gescheitert ist. Damals teilte SGD mit, dass „die Entwicklung der Gewässersohle im Winterhalbjahr 2024/2025 nicht den gewünschten Erfolg gezeigt“ habe. Die Behörde kündigte an, die Entwicklung des Steinbachs während der Vegetationszeit bis zum Herbst 2025 weiter zu beobachten. Im vierten Quartal 2025 sollte eine erneute Vor-Ort-Kontrolle erfolgen.
Neues Konzept soll helfen
Das ist geschehen. Die zuständigen Stellen bei SGD und Kreisverwaltung haben das kleine Gewässer Ende des Jahres erneut in Augenschein genommen. Das Ergebnis: „Vor Ort zeigte sich, dass sich die erwartete Eigenentwicklung nicht im gewünschten Maß eingestellt hat“, ließen die Pressestellen der SGD Süd und der Kreisverwaltung wissen.
Vor diesem Hintergrund habe die SGD Süd gefordert, „den eingebrachten Schotter zu entnehmen und durch Einbringen von Strukturelementen die Eigendynamik des Gewässers zu fördern“. Dazu sollen „variierende Sohltiefen, verschiedene Substrate, vereinzelt Totholz“ mit dem Ziel eingebracht werden, „den ursprünglichen Zustand des Wiesengrabens“ wiederherzustellen, so die SGD Süd. Dazu sei „zunächst ein Konzept auszuarbeiten und mit den Behörden abzustimmen“.
Die Umsetzung der geforderten Maßnahmen soll „zeitnah nach Vorlage des Konzeptes erfolgen, ist allerdings witterungsabhängig“. Bei der SGD Süd gehe man von einer Umsetzung bis Ende des ersten Quartals 2026 aus. Die Umsetzung erfolge in Abstimmung mit den zuständigen Behörden und werde „weiterhin engmaschig überprüft“.
Wird Steinbach wieder Wasser führen?
Spannend bleibt die Frage, ob dieser Abschnitt des Steinbachs nach diesen Maßnahmen auch wieder Wasser führen wird. Im Sommer vergangenen Jahres hatten Spaziergänger darauf aufmerksam gemacht, dass der Oberlauf des Bachs – etwa ab der Querung des Radwegs – trotz der starken Regenfälle im Juli kein Wasser mehr führe. SGD Süd und Kreisverwaltung waren damals davon ausgegangen, dass der Wassermangel nicht als Folge des Pipelinebaus zu bewerten sei.
„Zum Thema ,Trockenfallen’ im beschriebenen Bereich kann aktuell gesagt werden, dass der Steinbach im Oberlauf von jeher als episodisch trockenfallend gilt. Von daher gehen wir aktuell nicht davon aus, dass die derzeit nicht vorhandene Wasserführung im Kontext des Baus der TENP III steht“, hieß es im Sommer vergangenen Jahres. Auch jetzt im Januar war unter der Schotterschicht kein Wasserfluss zu erkennen.