Kröppen Nach 50 Jahren kehrt Gerhard Büchler der Kommunalpolitik den Rücken

Gehörte 50 Jahre lang dem Gemeinderat Kröppen an, 38 davon als Beigeordneter: Gerhard Büchler hat sich jetzt aus der Kommunalpol
Gehörte 50 Jahre lang dem Gemeinderat Kröppen an, 38 davon als Beigeordneter: Gerhard Büchler hat sich jetzt aus der Kommunalpolitik zurückgezogen.

Seit dem Jahr 1974 war Gerhard Büchler Kommunalpolitiker. Ein halbes Jahrhundert lang gehörte er unterbrochen dem Ortsgemeinderat an. Bei dessen konstituierender Sitzung wurde er nun gewürdigt und verabschiedet.

Ohne aktive Kommunalpolitik muss der 71-jährige frühere Finanzbeamte Gerhard Büchler fortan auskommen. Erstmals am 19. April 1974 in den Ortsgemeinderat Kröppen gewählt, ließ er sich bei der Wahl im vergangenen Juni nicht mehr auf die Vorschlagsliste für den Ortsgemeinderat setzen. Während seiner 50 Jahre im Rat war er 38 Jahre lang Ortsbeigeordneter – vom 26. Januar bis 28. August 1989 sogar Ortsbürgermeister.

Äußeres Zeichen des Dankes der Ortsgemeinde Kröppen war eine Urkunde, die Ortsbürgermeister Steffen Schwarz an Büchler überreichte. In dieser ist die Ratszugehörigkeit vom 19. April 1974 bis zum 30. Juni 2024 verzeichnet. Im Auftrag von Schwarz hielt Altbürgermeister und Ehrenbürger Willi Lehmann für Büchler die Laudatio. In dieser lobte er dessen Loyalität und Zuverlässigkeit sowie seinen Einsatz für die Allgemeinheit. Es sollte nicht die einzige Ehrung für Büchler bleiben. Nachdem Bürgermeister Klaus Weber allen ausgeschiedenen Ratsmitgliedern gedankt hatte, überreichte er Büchler im Auftrag des Rheinland-Pfälzischen Gemeinde- und Städtebundes eine Ehrenurkunde.

Anfangs stand Parteipolitik im Vordergrund

Rückblick: Im Januar 1974 war Büchler mit 21 Jahren volljährig und wählbar geworden. Er gehörte der Jungen Union an. „Als im Frühjahr die Kommunalwahlen anstanden, fragte man mich, ob ich mir vorstellen könnte, über die Liste der CDU für den Ortsgemeinderat zu kandidieren“, berichtet Büchler. Er kandidierte und wurde gewählt. „Damals verschwendete ich keinen Gedanken daran, dass es am Ende 50 Jahre werden sollten“, sagt Büchler. Während er nach seiner Verpflichtung durch den damaligen CDU-Ortsbürgermeister Werner Rösch in den Reihen der CDU-Fraktion Platz nahm, saßen gegenüber die Mitglieder der SPD-Fraktion. „Das war damals so, als im Rat die Parteipolitik im Vordergrund stand“, erzählt Büchler. Nicht immer sei es richtig gewesen, dass sie eine überragende Rolle gespielt habe.

Bereits in seiner Laudatio hatte Willi Lehmann herausgestellt, dass Werner Rösch „Lehrer“ sowie in Personalunion Ortsbürgermeister und Schulleiter Kröppens war. Dazu Büchler: „Was Herr Rösch sagte, war zu machen, er war bestimmend.“ Dabei habe das Persönliche auch eine Rolle gespielt. Mit Verärgerung sei man aus so mancher Sitzung gegangen. Beim abschließenden, gemeinsamen Wirtshausbesuch sei jedoch viel Ärger heruntergespült worden.

Gestalten war einst einfacher

Früher war es laut Büchler einfacher, zu gestalten und zu entscheiden. In der im Zweiten Weltkrieg stark geschädigten Gemeinde sei es in seinen Anfangsjahren im Rat immer noch um die Beseitigung von Kriegsfolgeschäden und die Verbesserung des Wohnwertes gegangen. Dabei hätten gesetzliche Vorgaben noch nicht die Bedeutung gehabt wie in der heutigen Zeit, in der Handeln nicht zuletzt wegen der chronischen Finanznot der Ortsgemeinden schwieriger geworden sei. Der gebürtige Kröpper ist zeitlebens seiner Heimatgemeinde treu geblieben und stand 45 Jahre in Diensten des Landes Rheinland-Pfalz.

„Ich bereue meinen Schritt von vor 50 Jahren nicht. Alles würde ich wie in der Vergangenheit zumindest so ähnlich machen. Allerdings würde ich die Parteipolitik nicht mehr in dem Ausmaß gewichten, wie dies in meinen Anfängen der Fall war“, sagt Büchler.

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