Waldfischbach-Burgalben RHEINPFALZ Plus Artikel Mit Gottes Segen in die Motorradsaison

Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause wurden wieder Motorräder vor der Wallfahrtskapelle abgestellt und gesegnet. Motorräder,
Nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause wurden wieder Motorräder vor der Wallfahrtskapelle abgestellt und gesegnet. Motorräder, Fahrer und Fahrerinnen, erhielten den Segen durch Diakon Steffen Dully.

Es schüttet am Sonntagmorgen. Kein Wetter, um den sprichwörtlichen Hund vor die Tür zu jagen und schon gar keines, bei dem Motorradfahren Spaß macht. Ein paar Unerschrockene trauen sich trotzdem. Ihr Ziel: Maria Rosenberg.

Frühstück unter den Arkaden im Innenhof des Wallfahrtsortes. Bei Sonnenschein sind das besondere Momente. Blick auf die Wallfahrtskapelle von allen Plätzen inklusive. 2019 schien die Sonne. Letztmalig war damals zur Biker-Wallfahrt auf Rosenberg eingeladen worden. Der Innenhof stand voller Motorräder. Dann kam Corona. Zwei Jahre wurde auf die Biker-Wallfahrt aus Pandemie-Gründen verzichtet. Aber nicht auf den Segen. „Segen to go“ spendete noch im vergangenen Jahr Diakon Steffen Dully. Anfahren, nicht aussteigen, Fahrzeug, Fahrer, Mitfahrer segnen lassen und weiter ging die gute Fahrt. Ein Angebot, das gut genutzt wurde. Und doch war die Freude groß, dass in diesem Jahr wieder zur Biker-Wallfahrt eingeladen werden konnte.

Mancher kommt mit dem Auto

Nur Petrus spielte nicht mit. Der hat den Bikern in diesem Jahr zwar schon viele sonnige Tage beschert. Aber am Wallfahrts-Sonntag? Regen, Regen, Regen. Es ist der zweite Anlauf, um den Motorradlenkern und ihren Maschinen den Segen für die Saison mitzugeben. Ursprünglich war es vor Ostern geplant, doch damals kehrte der Winter noch mal zurück. Weil aber mit Gottes Segen in die Biker-Hauptsaison gestartet werden soll, die für viele so richtig im Mai beginnt, „machen wir das heute trotzdem, natürlich“, sagt Diakon Dully, als knapp 20 Minuten vor dem Gottesdienst zwei Motorräder im Innenhof abgestellt sind.

Motorradfahrer sind mehr vor Ort. Der ein oder andere hat das Motorrad stehen lassen, ist mit dem Auto gekommen, um sich den Segen für die Biker-Saison abzuholen. Den Segen, den Dully den Menschen und den Maschinen spendet, nehmen sie mit in die Motorradsaison. Genau wie der kleine Leo, der vergangenes Jahr für sich und sein Fahrrad schon den Segen to go erhielt, und nun den Biker-Segen erhält. Schließlich soll auch er gut durch die Saison kommen.

Pünktlich zum Gottesdienst hört es auf zu regnen

„Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“, verweist Dully zu Beginn der Segensfeier auf Matthäus, Kapitel 18, Vers 20, und freut sich, auch in kleiner versammelter Runde feiern zu können. Und das trockenen Hauptes. Pünktlich zum kleinen Gottesdienst im Innenhof hat es aufgehört zu regnen. Das sei in Speyer rund um den Dom auch immer so, sagt der Motorradfahrer, der sich morgens in Dudenhofen auf sein Zweirad setzte, um in der Westpfalz an der Biker-Wallfahrt teilzunehmen. Seine Motorradfreunde anrufen, dass sie mit in die Westpfalz fahren? Habe er sich bei dem Wetter sparen können, da fahren die nicht, weiß er. Ihm hat die Ausfahrt Spaß gemacht. Gesegnet geht es zurück in die Südpfalz.

Vertrauen fährt mit

Im Verlauf der kleinen Segensfeier treffen weitere Motorräder ein und blinken, als sie vor der Wallfahrtskapelle abgestellt werden. „Ist das normal mit dem Blinken“, wollen einige Fahrer wissen. „Sie hat mir zugewunken“, erklärt die Fahrerin des blinkenden Motorrades lachend die offensichtlich enge Beziehung zu ihrem Zweirad. Motorradfahrer verstehen sich, sind neu-deutsch eine Community, eine Gemeinschaft. Auf dem Motorrad bei der Ausfahrt, aber auch im Auto, „sind wir selten allein“, sagt Dully. Und es fährt Vertrauen mit. Vertrauen, dass zum Beispiel jemand da ist und hilft wenn die Maschine streikt, das Auto stehen bleibt. Wie wichtig es ist, dass man begleitet wird, dass man in vielen Situationen nicht alleine war, „wird einem oft erst im Nachhinein bewusst“, sagt Dully.

Für die Motorradfahrer geht es auch in Begleitung vom Wallfahrtshof. Im Gepäck haben sie den Segen für die Saison. Und es wird ihnen zugewunken. Von einem Polizeimotorrad, das auch gesegnet wurde. Blau blinkt es zum Abschied vom Rosenberg.

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