Contwig Mehrere Notfälle und ein Toter: Sportclub will vorbeugen

Im März konnte ein Fußballer beim AH-Spiel zwischen Queidersbach und Weselberg reanimiert werden, weil ein Helfer einen Defibril
Im März konnte ein Fußballer beim AH-Spiel zwischen Queidersbach und Weselberg reanimiert werden, weil ein Helfer einen Defibrillator aus dem Dorf an den Sportplatz brachte.

Weil es schon zu mehreren Notfällen und einem Todesfall gekommen ist, möchte der SC Stambach einen Defibrillator fürs Sportheim anschaffen. Es gibt aber Diskussionen ums Geld.

Im März konnte ein Fußballer beim AH-Spiel zwischen Queidersbach und Weselberg reanimiert werden, weil ein Helfer einen Defibrillator aus dem Dorf an den Sportplatz brachte. Ein solches Gerät versetzt dem Herz Stromstöße und bringt es bei einem Stillstand dazu, wieder zu schlagen. Auch beim SC Stambach ist es „bereits zu medizinischen Notfällen und sogar zu einem Todesfall gekommen“, wie der Verein berichtet. Der SC möchte einen sogenannten Defi für 2000 Euro anschaffen und am Vereinsheim anbringen, so dass das Gerät auch der Öffentlichkeit zur Verfügung steht.

Der Sportbund Pfalz hat ein Förderprogramm, über das er Vereinen bis zu 750 Euro zum Kauf dazugibt. Am Donnerstag, 24. April (19.30, Vereinsheim des Kaninchenzuchtvereins P9 Contwig), berät der Ortsgemeinderat Contwig, ob auch er den Kauf fördert. In der Vorlage zur Ratssitzung stellt die Gemeinde dem Verein einen Zuschuss in Aussicht. In der Vorlage zur Sitzung heißt es, die Ortsgemeinde würde Vereine, die eine Förderung vom Sportbund erhalten, grundsätzlich unterstützen und 30 Prozent der Anschaffungskosten sowie 80 Euro für die jährliche Wartung übernehmen – „vorausgesetzt der Zugang der Öffentlichkeit zum Defibrillator ist gewährleistet“.

Diskussionen im Verbandsgemeinderat

Auch die Verbandsgemeinde gibt einen Zuschuss von zehn Prozent. Das hatte der Verbandsgemeinderat Ende März beschlossen, allerdings erst nach kurzer Diskussion, ob die Vereinsförderung hier überhaupt greifen soll. UWG-Sprecher Bernd Kipp hatte eingeworfen, ob es nicht eher Sache der Gemeinde sei, einen Defibrillator anzuschaffen. „Dann kommt der Nächste und will einen Zuschuss zu einem Verbandskasten haben“, merkte er an. Auch sein Fraktionskollege Marcel Frary sah einen öffentlich zugänglichen Defibrillator nicht als Aufgabe des Vereins an.

Anders sah es FDP-Sprecher Volker Schmitt: „Das tut der Allgemeinheit gut, diese Geräte können Leben retten, deshalb sollten wir uns nicht wegen 200 Euro in die Hose machen.“ Grünen-Sprecher Fred Konrad verstand beide Seiten: Die Anschaffung sei an der Grenze zwischen dem Sportlichen und dem Nutzen für die Allgemeinheit. Man könne sich genauso fragen, ob ein Laptop unbedingt für die Vereinsarbeit erforderlich ist. Und man müssen sich entscheiden: „Sieht man es grundsätzlich großzügig oder grundsätzlich eng?“

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