Heltersberg RHEINPFALZ Plus Artikel Manuela Herb und La-Chianti: Dritte bei der Rettungshunde-Weltmeisterschaft

Manuela Herb und ihr Schäferhun La-Chianti sind ein eingespieltes Team.
Manuela Herb und ihr Schäferhun La-Chianti sind ein eingespieltes Team.

„Ich wollte immer mal an den Olympischen Spielen teilnehmen“, verrät Manuela Herb lachend. Mit Olympia wurde es nichts für die gebürtige Berlinerin, die es der Liebe wegen nach Heltersberg zog. Aber mit Weltmeisterschaften .

Gemeinsam mit ihrer Partnerin auf vier Pfoten, Schäferhündin La-Chianti, hat sie bei der Rettungshunde-WM in Italien eine Bronzemedaille gewonnen. Aktuell ist das Duo im Sauerland, um sich erneut für die WM zu qualifizieren.

Über den Regen, der an diesem Wochenende angekündigt ist, sagt Herb lachend: „Kein Problem“. Im Super-Sommer 2022 regnete es ausgerechnet während der Rettungshunde-WM in der Lombardei. La-Chianti trotzte dieser Witterung. Und auch der unbeliebten Startnummer eins. Denn Wertungsrichter lassen sich zu Prüfungsbeginn gerne noch etwas Luft nach oben, erklärt die 49-Jährige. Aber bei der WM in Italien wurde Herb die Startnummer eins zugelost. „Mist, habe ich gedacht“, sagt die Hilfspolizistin, die bei der Stadt Kaiserslautern arbeitet.

Aus „Mist“ wurde „magnifico“

Doch aus „Mist“ wurde „magnifico“, großartig. Für Herb erfüllte sich nicht nur der Traum, bei einer WM die Prüfung zu bestehen. Das Duo krönte diese Leistung mit einer Medaille. Bei Herb flossen die Tränen, bei den Kollegen vom Schäferhundeverein in Geiselberg, wo sie mit La-Chianti regelmäßig zum Training anzutreffen ist, knallte der ein oder andere Sektkorken. Als sie die Medaille sicher hatte, „habe ich an Heinz Mänges denken müssen“, erzählt Herb. Der verstorbene Vereinskollege und Hundekenner, „hatte schon ganz früh zu mir gesagt, dass das der Hund ist, mit dem ich Medaillen gewinne“, erinnert sie sich.

Aktuell drücken die Vereinskollegen, die Herb nach der Weltmeisterschaft „einen überwältigenden Empfang bereitet haben“, wieder die Daumen. Im Sauerland findet die Bundessiegerprüfung für Rettungshunde statt. Den Titel als Bundessieger hatten sich Herb und ihre vier Jahre alte Schäferhündin im vergangenen Jahr gesichert und sich damit für die WM in Italien qualifiziert. „Die WM-Quali ist wieder unser Ziel“, sagt die Hundetrainerin, die mobil arbeitet, zu Mensch und Hund kommt und hilft, damit aus Zwei- und Vierbeiner ein Team wird.

Hund als Trainingspartner

Ihre Oma habe Schäferhunde gehabt, aber dass sie mal Rettungshundesport betreiben würde „war nicht abzusehen“, erzählt Herb. Ehrgeizig sei sie schon immer gewesen und sportlich. Sie lief gerne. „Egal welche Strecke, Hauptsache dabei“, sagt sie lachend. Aus dem Olympia-Traum wurde nichts. Sie setzte sich dann das Ziel, mal einen Marathon zu laufen. Doch passende Laufpartner zu finden, sei schwierig. So kam sie auf den Hund. „Der beste Trainingspartner“, unterstreicht sie. Und der erste vierbeinige Trainingspartner? „War ein Senfhund“, verrät sie lachend. Übersetzt: ein Mischling. Und Senfhund deshalb, „weil da ganz viele ihren Senf dazugegeben hatten“, erklärt sie schmunzelnd.

Durch den vierbeinigen Trainingspartner erwachte das Interesse am Hundesport. Ein bayerischer Gebirgsschweißhund namens Rambo war der erste Hund, mit dem Herb im Wettbewerb auf Fährtensuche ging. Erfolgreich, wie der Titel als Deutscher Meister beweist. Es folgte Tessa, eine Schäferhündin, die krankheitsbedingt früh ihre erfolgreich begonnene Karriere im Rettungshundesport beenden musste. Deshalb zog im Alter von acht Wochen der junge Welpe La-Chianti ein. Fünf Wochen habe sie auf der Couch neben dem Hund geschlafen; wichtig für die Bindung zwischen Mensch und Hund in dieser prägenden Phase.

Hochleistungssport für Frau und Hund

Das kleine ABC muss der Hund in jungen Jahren beherrschen lernen. Unterordnung, die Hinterhand aufbauen, damit der Hund später auch mal auf wackligem Untergrund zielsicher laufen kann. Das baue man im Alltag auf, erzählt Herb, wie aus einem Hund ein Rettungshund wird. Besuch im Tierpark, damit der Hund zum Beispiel lernt, was ein Wildschwein ist und dass es ihn nicht zu interessieren hat, wenn er im Wettkampf auf Fährtensuche ist. Viele dieser Grundlagen vermittelt Herb als Hundetrainerin auch ihren Kunden.

Rettungshundesport ist Hochleistungssport für Frau und Hund. Auf den Punkt fit sein muss man, um eine Chance auf Erfolg zu haben. Ausdauer, Krafttraining in Form von Schwimmen, Fahrradfahren, Konzentrationsübungen und Training mit den Kollegen vom Schäferhundeverein standen auf dem Trainingsplan von Frau und Hund.

Tränen nach bestandener Prüfung

Der WM-Ernst begann mit einer Unterordnung, der freien Folge des Hundes und dem Transportieren einer mit Wasser gefüllten Aluflasche. La-Chianti musste sich tragen lassen, sich mit anderen Hunden verstehen und Übungen auf der Schwingschaukel, Leiter und Tunnel bestehen. Alles meisterte La-Chianti.

Tag zwei brachte die Suche von vermissten Menschen im Wald. Das Szenario: Ein Paraglider ist abgestürzt und mit Wanderern kollidiert. Als La-Chianti zwei sehr gut getarnte Wanderer und den in vier Meter Höhe hängenden Paraglider gefunden hatte, wusste Herb, dass sie die WM-Prüfung bestanden hatte. „Da bin ich in Tränen ausgebrochen und war so stolz auf meinen Hund“, bekennt sie. Dann begann das Warten, bis tags darauf der letzte Teilnehmer die Prüfung absolviert hatte. Schließlich war Bronze perfekt. La-Chianti „ist ein Ball-Junkie“, verrät Herb. Ein Ball zur Belohnung ist (fast immer) das Größte für den Vierbeiner. Der WM-Erfolg wurde natürlich auch mit einer Extra-Portion Fleisch für die Schäferhündin gefeiert und, „sie durfte schwimmen gehen. Denn das liebt sie über alles“, sagt Herb.

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