Kreis Südwestpfalz „Manchmal sind Kinder ruhiger als Erwachsene“

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„Eins, zwei, drei!“, zählte gestern die Polizei in der Blumenstraße in Contwig an. Dann erklang die laute Sirene des Polizeiautos. Im Sommerferiencamp des DRK Contwig lernen Kinder diese Woche spielerisch Berufe kennen, bei denen Erste Hilfe geleistet werden muss.

Gestern Mittag war der Polizeiberuf an der Reihe. „Für mich ist dabei die Prävention wichtig. Die Polizei erklärt den Kindern, wie sie sich verhalten müssen und sich wehren können, wenn sie belästigt werden. Das kommt leider in der heutigen Zeit öfter vor“, erzählt Kai Harstick, der Bereitschaftsleiter des Contwiger Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Am Montag besuchten 54 Kinder die Rettungshundestaffel und entdeckten das Innenleben eines Rettungswagens. Außerdem lernten sie die Grundlagen der Ersten Hilfe, beispielsweise die stabile Seitenlage und wie man richtig einen Rettungswagen ruft. „Manchmal sind die Kinder beim Rufen des Rettungsdienstes sogar ruhiger als die Erwachsenen. Das habe ich auf meinen Rettungsfahrten schon oft erlebt“, erzählt Harstick. Dienstags wurde ein Unfall für die Kinder simuliert. „Wir haben einen Wagen in einen Graben gefahren und dann zusammen mit den Kindern die Feuerwehr verständigt“, berichtet Harstick. Die Contwiger DRK-Motorradstaffel und Feuerwehrautos rückten für die Übung an. Die Insassen des Autos wurden befreit und versorgt. „Wir haben den Unfall simuliert, um den Kindern die Angst vor dem Notfall zu nehmen.“ Im Laufe der Woche werden die Kinder noch die DLRG-Rettungsschwimmer im Freibad Contwig besuchen, die Rettungsleitstelle und einen ADAC-Rettungshubschrauber besichtigen und einen Erste-Hilfe-Wettkampf bestreiten. Selina (14) aus Stambach findet: „Bis jetzt ist alles schön. Mir macht das Camp viel Spaß.“ Nach dem Camp möchte sie weiter aktiv beim Contwiger DRK bleiben. Den beiden Brüdern Collin (acht) und Julian (zehn) aus Battweiler gefällt vor allem, dass so viele Kinder da sind. Sie sind beide das erste Mal beim Feriencamp dabei. Julian möchte später im Rettungsdienst arbeiten. Ob beim DRK oder beim Arbeiter-Samariter-Bund, das weiß er noch nicht. Nachwuchs in den Helferberufen zu bekommen ist − neben der Ferienbeschäftigung der Kinder − auch das Ziel der Ferienwoche: „Über die Woche können die Kinder in verschiedene Helferberufe reinschnuppern. Wir hoffen, dass sich einige Kinder danach entscheiden, in den Berufen aktiv zu werden, zum Beispiel beim Jungendrotkreuz“, sagt Harstick. Feuerwehr, Polizei und DRK würden dabei sehr gut zusammenarbeiten und nicht in Konkurrenz zueinander stehen. 54 Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren nehmen an dem Sommerferiencamp teil. Manche kamen laut Harstick auch von weiter entfernten Orten wie Saarbrücken und Landau oder aus Frankreich. Bereits zum fünften Mal findet das Camp statt. Von 8 Uhr bis 16.30 Uhr werden die Kinder diese Woche betreut. Die Ferienwoche kostet mit Kursen, Essen, Besichtigungsfahrten sowie T-Shirt und Mütze pro Kind 125 Euro. Mitmachen können alle Kinder, nicht nur DRK-Mitglieder. Betreuerin Natascha Hofstetter ist über die DLRG und einen Sanitätskurs zum DRK gekommen. „Das Projekt finde ich super. Gerade, dass die Kinder spielerisch Erste Hilfe lernen, finde ich klasse“, erzählt sie. Am Freitagabend findet zum Abschluss ein Grillabend mit Familie und Freunden statt. (birl)

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