Kreis Südwestpfalz Linke will gegen Werkverträge vorgehen

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Die Ausweitung der Leiharbeit zulasten der regulären Beschäftigung ist nach der tariflichen Regelung 2012 in den Metallbetrieben der Region gestoppt, dafür gibt es eine Ausweichbewegung hin zu für betroffene Arbeitnehmer deutlich minder vergüteten Werkverträgen. Das war der Tenor einer gemeinsamen Podiumsveranstaltung der Linkspartei und der Gewerkschaft IG Metall am Montagabend in Homburg.

Werkverträge sind ein legales und altes Instrument für Betriebe, Arbeiten durch Externe durchführen zu lassen. Etwa Instandhaltungsarbeiten oder auch den Werkschutz. Zunehmend kritisch sehen Betriebsräte und die Gewerkschaften die Tendenz von Unternehmen, Kerntätigkeiten über Werkverträge dauerhaft an Fremdfirmen zu vergeben und damit schleichend Stammbelegschaft abzubauen. Etwa dadurch, dass bislang als reine Speditionen tätige Logistiker Vormontagen vornehmen. „Solche Beispiele gibt es bei uns“, sagte ein an der Podiumsdiskussion sich beteiligender Gast aus einem Homburger Großbetrieb. Dabei sei neben der Beschäftigung ein schleichender Verlust von Know-how der Belegschaft verbunden und auch, so der geschilderte Eindruck, von Qualität. „Werkverträgler sind die neuen Betroffenen von prekärer Arbeit“, sagt die Kreisvorsitzende der Linke Saarpfalz, Landtags-Vizepräsidentin Barbara Spaniol. Ihre Partei habe sich vorgenommen, gegen diesen neuen Hebel der Unternehmen, so er missbräuchlich gebraucht werde, um Lohndumping zu betreiben, anzugehen. Die Politik sei gefragt, aber auch, so machten Spaniol und andere klar, die Solidarität der Belegschaften. Wie sich die zunehmende Arbeitsverlagerung auf Werkverträge auswirkt, dazu nannte Werner Cappel, der erste Bevollmächtigte der IG Metall Verwaltungsstelle Saarpfalz-Homburg, Zahlen. „Unter unseren 15 600 Beschäftigten sind 11 000 in Betrieben, 80 Prozent davon in den fünf großen in Homburg und Zweibrücken. Das Monatsbrutto unserer in Vollzeit tätige Mitglieder liegt im Schnitt über 3000 Euro. Das von über Werksverträge Beschäftigten, nicht nach Tarif bezahlten, bei 1500 Euro.“ Über die geminderten Sozialbeiträge machten, so Cappel, nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Gesellschaft insgesamt einen Verlust. Laut IG Metall gibt es nachweisbar 1000 bis 1300 über Werksverträge prekär Beschäftigte in der Saarpfalz und Zweibrücken. Es sei von einer Dunkelziffer von weiteren 1000 auszugehen. Die Verwaltungsstelle Homburg hat ein dreijähriges Projekt initiiert, um die Auswirkungen zu analysieren und gegebenenfalls dagegen vorzugehen. (cps)

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