Kreis Südwestpfalz Letzte Schwestern verlassen Contwig

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„Die Schwestern waren 102 Jahre hier. Eigentlich kann sich niemand Contwig ohne Schwestern vorstellen“, sagt Pfarrer Johannes Müller. Auch er bedauert, dass mit den Schwestern Nikola und Virgula zum 1. Oktober die beiden letzten Dominikanerinnen Contwig verlassen.

Nach den Worten des katholischen Pfarrers hatte sich bereits im November abgezeichnet, dass das Institut St. Dominikus Speyer die Schwesternstation nach über 100 Jahren schließen und die beiden letzten Contwiger Dominikanerinnen ins Mutterhaus zurückholen wird. Die beiden Frauen seien „sehr traurig“: „Zwei Generationen lang war Contwig ihre Heimat“, erklärt Müller. Der Contwiger Pfarrei St. Laurentius werden die Frauen fehlen, seien sie doch „eine wertvolle Stütze“ gewesen. Die Menschen in Contwig hätten „geschockt“ reagiert. „Die Dominikanerinnen haben den Ort über Jahrzehnte geprägt“, erzählt Johannes Müller. Schwester Nikola ist 76, Schwester Virgula 81 Jahre alt. Beide wirkten jeweils über 50 Jahre in Contwig. Schwester Nikola leitete über 40 Jahre den katholischen Kindergarten (), betätigte sich als Chorleiterin und spielt noch heute die Orgel. Schwester Virgula habe früher in der so genannten Nähschule unterrichtet, zuletzt sei sie im Pfarrbüro und in der Sakristei tätig gewesen, erzählte Jutta Knerr gestern der RHEINPFALZ. Knerr leitet die Regionalverwaltung Pirmasens, die im Bistum Speyer für das Dekanat Pirmasens zuständig ist. Knerr berichtet, die Schwestern sollen auch im Mutterhaus noch Aufgaben übernehmen. Was Pfarrer Müller ihnen ohne Weiteres zutraut: „Es sind zwei sehr rüstige Damen.“ Im Mutterhaus habe es geheißen, der Umzug erfolge besser jetzt, da die Frauen noch fit sind, als später, sagt Knerr. „Das ist keine böse Absicht. Es ist nicht so, dass der Orden uns hängen lässt“, berichtet Pfarrer Müller. „So bitter das klingt: Die Dominikanerinnen sterben aus.“ Der Nachwuchs fehle, deshalb schließe das Institut St. Dominikus kleinere Schwesternstationen wie Contwig. Die Dominikanerinnen sind in Contwig im Schwesternhaus untergebracht. „Dort wird es eine Veränderung geben, eventuell auch baulich“, kündigt Pfarrer Müller an. Die Details seien jedoch noch nicht spruchreif. Das Schwesternhaus dient nicht nur als Wohnhaus der Dominikanerinnen, sondern auch als Pfarrheim. Beispielsweise trifft sich die Contwiger KFD (katholische Frauengemeinschaft Deutschlands) dort im Pfarrsaal. (sbn)

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