Kreis Südwestpfalz Leßmeister und Müller gehen ins Stechen
Der Landratswahlkampf in Kaiserslautern geht erwartungsgemäß in die Verlängerung: Da am Sonntag keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erzielte, wird das Rennen nun zwischen den zwei Bestplatzierten, Ralf Leßmeister (CDU) und Martin Müller (SPD), entschieden. Während die beiden nun drei weitere Wochen die Werbetrommel für sich rühren müssen, kann sich FWG-Bewerber Ero Zinßmeister vom anstrengenden Wahlkampf erholen.
Leßmeister hatte am Sonntag während der Auszählung der Stimmbezirke lange Zeit die Nase deutlich vorn, bis am Ende die Ergebnisse aus den Verbandsgemeinden Otterbach-Otterberg und Enkenbach-Alsenborn den Abstand zu Müller verkleinerten. Bald war klar: Eine Stichwahl ist unausweichlich. Ein Blick auf das Endergebnis zeigt: Leßmeister erzielte, mit Ausnahme der VG Otterbach-Otterberg, in allen Verbandsgemeinden ein besseres Ergebnis als Müller. Dieser zog nur in seiner Heimat-VG mit 48,7 Prozent deutlich an seinem CDU-Konkurrenten vorbei. Auch der Hütschenhausener Ralf Leßmeister hatte daheim im Westen des Kreises seine besten Resultate: 56,7 Prozent der Wähler gaben ihm in der VG Ramstein-Miesenbach ihre Stimme, dicht gefolgt von der VG Bruchmühlbach-Miesau mit 52,9 Prozent und der VG Landstuhl mit 52,3 Prozent. „Das Problem wird, die Wähler für die Stichwahl zu mobilisieren“, sagte Leßmeister sofort, als feststand, dass der erste Wahlgang keinen Sieger hervorbringt. Auch wenn er anfangs bei knapp über 50 Prozent lag – was ihn zum Wahlsieger gemacht hätte –, zeigte sich der Hütschenhausener Ortsbürgermeister keineswegs enttäuscht. Dass er direkt als Gewinner aus dem ersten Wahlgang hervorgeht, habe er nicht erwartet. „Die ,Landrad-Tour’ wird fortgesetzt“, kündigte er an. Und fügte hinzu, dass ein zweiter Wahlgang nicht nötig gewesen wäre, wenn die Wahl im Juni stattgefunden hätte, da bis dahin nur zwei Bewerber im Ring gestanden haben. Auch wenn er sich zumindest einen kleineren Abstand zum Konkurrent Leßmeister gewünscht hätte, zeigte sich Martin Müller für die kommende Stichwahl kämpferisch. „Die drei Kandidaten waren einfach gut“, sagte er und verwies damit darauf, dass er ohnehin mit keiner sofortigen Entscheidung gerechnet habe. „Das spornt mich an, morgen wieder gleich in die Spur zu gehen“, kündigte der Otterberger Bürgermeister an, den Wahlkampf sofort fortzusetzen. „Mit rund 20 Prozent kann ich erhobenen Hauptes vom Platz gehen“, sagte FWG-Kandidat Ero Zinßmeister, der schon früh erkannte, dass er aus dem Rennen ist. Den Grund für seinen dritten Platz sieht der Sulzbachtaler in seinem „modernen Wahlkampf“, der mit vielen Facebook-Auftritten stark auf jüngere Menschen zugeschnitten gewesen sei. Doch diese Zielgruppe sei wohl nicht in ausreichender Zahl wählen gegangen, bedauerte der 55-Jährige, dass er nicht stärker auf den klassischen Haustürwahlkampf gesetzt hat. „Die Bürger haben heimatnah gewählt. Und dort, wo man mich kennt, wurde ich auch gewählt“, so Ero Zinßmeisters abschließende Analyse. Nun gingen mit Müller und Leßmeister zwei Berufspolitiker in die Stichwahl. „Eigentlich hat die Landesregierung gewonnen“, sieht Zinßmeister auch die Ortsgemeinden als Verlierer. „Ich hätte für die Verbesserung der kommunalen Finanzen ganz anders gestritten, hätte die Klagen durchgezogen und hätte notfalls einen Marsch nach Mainz oder Berlin organisiert. Das passiert jetzt bestimmt nicht“, so seine Einschätzung. Die Wahlbeteiligung lag bei 75 Prozent. Doch in drei Wochen bei der Stichwahl werden wohl deutlich weniger Bürger an die Urnen gehen.