Kreis Südwestpfalz KSB bietet 45 Jobs in Frankenthal an

Placeholder-Image

Spätestens im Dezember endet nach mehr als 90 Jahren in Homburg die Produktion großer Unterwassermotorpumpen für den Einsatz in Kraft- und Bergwerken. Die Frankenthaler KSB schließt, wie im Juni vorigen Jahres angekündigt, ihr Werk bei Beeden und verlagert nach Frankenthal. 45 von 62 unbefristet beschäftigten Mitarbeitern werden Stellen im 75 Kilometer entfernten Stammwerk angeboten. In einer Betriebsversammlung wurden sie gestern Morgen informiert.

Begründet mit einer mittelfristig negativen Einschätzung des Pumpengeschäfts, hatte die KSB (Klein, Schanzlin, Becker) AG vergangenen Sommer die Streichung von 255 Jobs in Frankenthal (140), in Pegnitz (65) und 50 in Homburg angekündigt. Nun hat man sich entschieden, die volle Produktion und den Service der zehn und mehr Meter langen Pumpen zu erhalten, aber ins Stammwerk zu verlagern. Dort wird eigens ein neues Prüffeld, ein 18 Meter tiefer Schacht, gebaut. Die IG Metall hatte an der Seite des Betriebsrats versucht, die Konzernführung vom betriebswirtschaftlichen Nutzen eines Werkserhalts an der Neuen Industriestraße zu überzeugen. „Ein Gutachten zeigt ja auf, dass die von KSB angeführten Einsparungen von sechs Millionen Euro nicht eintreten werden. An der Unternehmensentscheidung war trotzdem nicht zu rütteln. Die Enttäuschung bei der Belegschaft ist natürlich groß“, sagt Ralf Reinstädtler, der seitens der Gewerkschaft die Verhandlungen geführt hatte. Seit Mitte Januar wurde nur noch über einen Interessensausgleich und Sozialplan verhandelt. Die Vereinbarung sieht vor, dass 45 der 62 unbefristet Beschäftigten nach Frankenthal wechseln können und ihre exakten Stellen auch behalten. Für neun Mitarbeiter wurden Vorruhestandsregelungen getroffen. Die übrigen können für maximal ein Jahr in eine Transfergesellschaft wechseln. Für die neun befristeten Mitarbeiter wurden finanzielle Regelungen getroffen. Die Mitarbeiter, die auch nicht mit einem bis 2017 vereinbarten Fahrtkostenzuschuss nach Frankenthal wechseln wollen, können eine Abfindung in Höhe von 0,8 Bruttomonatsgehältern multipliziert mit den Jahren der Betriebszugehörigkeit in Anspruch nehmen. Der Betriebsratsvorsitzende Wolfgang Silzer sprach gestern von akzeptablen Vereinbarungen. „Wir hätten natürlich alle das Werk gerne erhalten. Das war uns aber nicht möglich“, so Silzer. (cps)

x