Münchweiler
Kritik an Baumfällungen: Förster verteidigt Maßnahmen in Münchweiler
Aufregung herrschte in den sozialen Medien über „eine Menge Bäume, die an der Sitzgruppe oberhalb des Hundesportvereins abgeholzt wurden“. Axel Werner, der zuständige Revierleiter des Forstamtes Hinterweidenthal, wehrt sich gegen die Vorwürfe und klärt auf Nachfrage über die Maßnahme zur Verkehrssicherung und Umweltvorsorge auf.
Förster Axel Werner stellt zunächst klar: „Schön wäre es, wenn manche Leute einfach mal sich über die Gründe eines bestimmten Sachverhalts erkundigen würden, bevor man in den sozialen Medien sich schlecht informiert dann“ auslebt. Im Regelfall sei das Forstamt für einen sachlichen Austausch immer gerne bereit, sagt der Revierleiter. Werner skizziert den Bereich: Die Baumfällung befindet sich an einer kleinen Parkbucht oberhalb des Hundesportvereins Münchweiler. An der Gabelung des Abzweigs ins Waschtal nach Süden (asphaltierter Radweg) und der „alten Römerstraße“, ein befestigter Waldweg nach Osten.
80 Prozent der Baumfällungen wegen Sicherungspflicht
Die Baumfällungen habe er aus verschiedenen Gründen angeordnet. Zunächst zur Verkehrssicherung am Radweg; dann zur Herstellung des Luftraums zur Nutzung dieser Fläche als „Kalkaufnahmeplatz“ für die bevorstehende Bodenschutzkalkung. Dabei seien hängendes Todholz und absterbende Baumkronen mit erheblichen Trockenschäden zur Verkehrssicherung entnommen worden. In der Sache handele es sich um rund 7,8 Festmeter Holz, das entnommen oder gefällt worden sei. Davon sei die Entnahme zu 80 Prozent auf die Verkehrssicherung entfallen.
Hier werde ein Platz für die Bodenschutzkalkung, die um den 15. Oktober starten soll, geplant. Diese „Kalkaufnahmeplätze“ seien an gewisse Rahmenbedingungen geknüpft. Das bedeute etwa Luftraum, Erreichbarkeit für die Lastwagen, Entfernung zum „Fluggebiet/Kalkungsfläche“, Sicherheit für Personal/Bevölkerung, Wirtschaftlichkeit, Eigentumsverhältnisse, Bebauung und mehr. „Dabei in unserem Gelände geeignete Plätze zu finden, ist nicht gerade leicht,“ betont Axel Werner. Er weist darauf hin, dass im Staatswald noch weitere Kalkaufnahmeplätze geschaffen wurden, um der Umweltvorsorge durch Bodenschutzkalkung nachkommen zu können.
Lichtungen sollen weiter genutzt werden
„Die meisten dieser Plätze werden im Anschluss an die Bodenschutzkalkung künftig auch als Landeplätze für den Rettungshubschrauber ihre weitere Nutzung finden, damit Landesforsten oder der jeweilige Waldbesitzer der Verpflichtung/Verantwortung des Arbeitsschutzes noch besser gerecht werden kann,“ widerspricht er den Kritikern. Deshalb scheide auch die angesprochene Konversionsfläche als Kalkaufnahmeplatz aus. Es seien nämlich auch die vorliegenden Eigentumsverhältnisse, Anfahrbarkeit und Nähe zur Bebauung strikt zu beachten. Die betreffende Konversionsfläche sei vom Forst dem durchführenden Kalkungs-Unternehmen vorgeschlagen worden; jedoch von diesem negativ als ungeeignet beschieden worden.
Er verstehe, dass es momentan etwas „unaufgeräumt“ aussehe, aber Schlagreisig sei nicht unökologisch. Der ungenehmigte, mittlerweile unbesiedelte alte Wespen-Nistkasten sei auf dem bei der Sitzgruppe befindlichen Tisch belassen worden. Die momentan beseitigte Beschilderung werde wieder angebracht und, was besonders wichtig sei: nach der Bodenschutzkalkung gegen Ende Dezember 2025 „werden wir den Platz wieder herrichten,“ so Revierleiter Axel Werner. Weiterhin sei nach der Bodenschutzkalkung geplant, um die Sitzgarnitur drei größere Heister (Esskastanien) im Dreieck anzupflanzen. „Ich denke, der Platz wird danach wieder ansprechend aussehen und verkehrssicher sein,“ ist Revierleiter Axel Werner zuversichtlich.