Kreis Südwestpfalz Knackige Passagen, herrliche Ausblicke

Drei Jahre hatte die Planung gedauert; ab sofort ist die 50,4 Kilometer lange Mountainbike-Strecke „Landstuhl – Tour 6“ für Freizeitsportler befahrbar. RHEINPFALZ-Mitarbeiter Sebastian Funda hat die jüngste Erweiterung des Mountainbike-Parks Pfälzerwald selbst unter die Pedale genommen.
Die westliche Erweiterung des Mountainbike-Parks Pfälzerwald schließt nun auch die Verbandsgemeinde Landstuhl in das bis Ende des Jahres auf über 900 Kilometer anwachsende durchgängige Mountainbike-Routennetz an. Mit 1105 Höhenmetern und 20 Prozent Singletrail-Anteil liegt sie nur knapp hinter der Premium-Bike-Trail-Strecke „Tour 4“. Sie kann mit viel Abwechslung in allen Bereichen auftrumpfen und richtet sich an verschiedenste Typen von Mountainbikern. Die neue „Tour 6“ besteht aus zwei Rundkursen, die beide an der Burg Nanstein beginnen. Obwohl es sich um Rundkurse handelt, kann man diese aufgrund der Streckenführung allerdings nur in der vorbestimmten Richtung fahren, denn sonst fehlt die Geschwindigkeit, um die eingebauten Hindernisse mit einem Sprung zu bewältigen. Vor allem um die Burg sind die bei Mountainbikern so beliebten Single-trails vorzufinden, die hohes technisches Geschick erfordern und den ein oder anderen Biker auch zum Absteigen zwingen. Auf einen Helm sollte alleine aus diesem Grund auf keinen Fall verzichtet werden, betont der Tour-Guide Achim Perabo. Der rund 33 Kilometer lange östliche Kurs führt von Burg Nanstein in Richtung Kindsbach, wo sich dem Biker eine herrliche Aussicht auf Landstuhl und Airbase bietet. Dann gehts’s am Heidenfelsen vorbei, und die ersten knackigen Pfade hinunter zum Bärenlochweiher verlangen einiges an Technik auf der hervorragend ausgeschilderten Route ab. Schilder weisen dabei aber auch durchgehend darauf hin, dass den Bikern der Wald nicht alleine gehört und gegenseitig Rücksicht zu nehmen ist. Denn Anwohner am Bärenlochweiher haben bereits Bedenken gegenüber Perabo geäußert, der vorigen Freitag die letzten Warnhinweise auf der Strecke verteilte. Der letzte schmale Abschnitt hinunter zum Badesee werde sehr häufig auch von Badegästen frequentiert. Hier sind die Mountainbiker verpflichtet, von ihren Zweirädern abzusteigen und die wenigen Meter zu schieben, ehe es am Kindsberg den nächsten Blickfang über den Ort gibt. Rund zwei Kilometer später hat der Mountainbiker dann die Qual der Wahl: entweder eine lange 23 Kilometer-Runde über den Gelterswoog und Bann zurück zur Burg oder die Abkürzung, eine acht Kilometer lange Trail-Runde. Wer sich für die längere Tour mit dem knackigen Zwei-Kilometer-Anstieg in Bann hoch auf den „Großen Hausberg“ entscheidet – dem höchsten Punkt der Tour – muss jedoch nicht auf die Trails verzichten, da nach rasanter Abfahrt die Route auf die Abkürzung führt und man so ebenfalls noch einmal volle Konzentration bei Sprüngen über Steinstufen und Hindernisse beweisen muss. Der rund 17 Kilometer lange westliche Rundkurs führt in einem ständigen Auf und Ab im Wald um den Stadtteil Atzel und den Hörnchenberg herum hoch auf die Sickingerhöhe, wo die Aussicht auf die hügelige Landschaft als Belohnung wartet, ehe zwei Abfahrten hinunter ins Fleischackerloch folgen und die Tour zurück an der Burg Nanstein endet. Beide Rundkurse bieten von ihrem Untergrund, Streckenverlauf und den Anforderungen ans fahrerische Können viel Abwechslung, sodass für jeden Fahrertyp etwas zu finden ist. Die Beschilderung ist so gut, dass beinahe ohne Karte gefahren werden kann – an kniffligen Stellen sind teils drei Markierungen angebracht und in schnelleren Passagen warnen gelbe Pfeile auf blauem Hintergrund frühzeitig vor Richtungswechseln. „Wir wissen, dass wir nicht das Allgäu oder der Schwarzwald sind“, sagt Landstuhls Verbandsbürgermeister Peter Degenhardt. Hier gehe es darum, die Reize der Sickingenstadt und des Pfälzerwaldes in einer der „attraktivsten Routen“ wiederzugeben.