Kreis Südwestpfalz Kläranlagen umbauen

Bisher ist es zulässig, dass die Kläranlagen in Rieschweiler (Foto) und Wallhalben gereinigtes Abwasser in die Bäche leiten, das
Bisher ist es zulässig, dass die Kläranlagen in Rieschweiler (Foto) und Wallhalben gereinigtes Abwasser in die Bäche leiten, das noch zwei Milligramm Phosphor pro Liter Wasser aufweist. Der Wert muss auf 0,5 Milligramm pro Liter reduziert werden, erläuterte Werkleiter Joachim Becker am Dienstag dem Werksausschuss.

Größere rheinland-pfälzische Kläranlagen müssen künftig in der Lage sein, mehr Phosphor aus den Abwässern zu entfernen. Das gilt auch für die beiden Gruppenkläranlagen in der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben, die Kläranlagen Wallhalbtal (bei Wallhalben) und Schwarzbachtal (bei Rieschweiler-Mühlbach). Dazu sind an beiden Kläranlagen Umbauarbeiten notwendig. Es werden Kosten von 450 000 Euro erwartet.

Bisher ist es zulässig, dass die beiden Kläranlagen gereinigtes Abwasser in die Gewässer leiten, das zwei Milligramm Phosphor pro Liter Wasser aufweist. Das wird künftig nicht mehr möglich sein. Der Wert muss auf 0,5 Milligramm/Liter reduziert werden, erläuterte Werkleiter Joachim Becker am Dienstag dem Werksausschuss. Die Wasserbehörden werden landesweit allen Kläranlagen, die mehr als 10 000 Einwohnergleichwerte (Reinigungskapazität der Anlage) haben, Einleitebescheide zustellen, in denen der Grenzwert auf besagte 0,5 Milligramm Phosphor pro Liter reduziert ist. Hintergrund ist die europäische Wasserrahmenrichtlinie, die die Reinhaltung von Gewässern zum Ziel hat. Um Gewässer rein zu halten, muss die zugeführte Phosphormenge reduziert werden. Denn Phosphor wirkt im Wasser als Dünger. Dadurch bilden sich Algen, und der Sauerstoffgehalt im Wasser verschlechtert sich. Deshalb muss die Verbandsgemeinde tätig werden. Um mehr Phosphor aus dem Abwasser zu ziehen, werden sogenannte Fällmittel eingesetzt, die eine chemische Verbindung mit dem Phosphor eingehen. Dadurch bleibt der Phosphor im Klärschlamm. Um den Phosphorwert im Wasser, das in den Kreislauf zurückfließt, zu senken, muss mehr Fällmittel eingesetzt werden. Das wiederum erfordert neue Mess- und Steuertechniken, mehr Lagerraum für das Fällmittel und weitere bauliche Maßnahmen an den Kläranlagen. Mit dem Auftrag, die notwendigen Maßnahmen zur Phosphorreduktion anzugehen, beauftragte der Werksausschuss das Ingenieurbüro Trauth und Jacobs aus Kallstadt, das bereits für die energetische Sanierung der Kläranlage Schwarzbachtal zuständig ist. Zuschüsse sind beantragt. Die Investition amortisiert sich zum Teil auch dadurch, dass die an das Land zu zahlende Abwasserabgabe jährlich um 12 000 Euro sinkt, da die Kläranlagen bessere Werte aufweisen. Rund 180 000 Euro schätzt die Werkleitung wird es kosten, alle technischen Anlagen im Wasserver- und Abwasserentsorgungsgebiet der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben schlüsseltechnisch zu vereinheitlichen und auf den neuesten sicherheitstechnischen Stand zu bringen. Der Werksausschuss hat diesem Plan grundsätzlich zugestimmt. Im Oktober wird sich der Wasserzweckverband Sickingerhöhe/Wallhalbtal damit befassen. Sagt auch der ja, kann der Auftrag ausgeschrieben werden. Zugang zu den Anlagen hat man dann mittels eines mechanischen Schlüssels, der sich über einen Chip steuern und auslesen lässt, so dass für jeden Mitarbeiter die entsprechenden Zugangsberechtigungen individuell programmiert werden können. Bei der letzten Wasserschau durch die übergeordnete Kreisbehörde sei es als negativ bewertet worden, dass es für die Anlagen eine Vielzahl von Schlüsseln gibt und sich möglicherweise nicht mehr nachvollziehen lässt, ob zur ein oder anderen Anlage noch Schlüssel im Umlauf sind, an die niemand mehr denkt. Seit 40 Jahren, blickte Werkleiter Joachim Becker zurück, seien die vier genutzten Schließanlagen im Einsatz. Es sei aber auch eine große Anzahl Anlagen betroffen, bilanzierte Verbandsbürgermeister Thomas Peifer: fünf Kläranlagen, 21 Regenentlastungsbecken und 46 Pumpwerke im Abwasserbereich. Vier Wassergewinnungsanlagen, 13 Hochbehälter und Wassertürme, zehn Druckerhöhungsanlagen sowie zahlreiche abschließbare Wasserschächte im Wasserversorgungsbereich. Insgesamt 350 Schließzylinder. „Die Notwendigkeit ist gegeben, aber es ist trotzdem eine Stange Geld“, sagte Ausschussmitglied Horst Höh (SPD).

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