Liederschiedt RHEINPFALZ Plus Artikel Kinder dürfen nun gemeinsam essen

Bisher wurde nur für die deutschen Kinder in der Küche des Kindergartens Liederschiedt gekocht.
Bisher wurde nur für die deutschen Kinder in der Küche des Kindergartens Liederschiedt gekocht.

Gemeinsam spielen, aber getrennt essen: So war die Situation im deutsch-französischen Kindergarten Liederschiedt bisher. Das hat sich nun geändert.

Seit zwei Wochen darf im Liederschiedter Kindergarten gemeinsam gegessen werden. Bisher mussten die französischen Kinder mit dem Bus nach Haspelschiedt, um zu essen. Die Änderung macht allerdings einen Nachtragshaushalt für die Verbandsgemeinde Pirmasens-Land nötig.

Für Verbandsbürgermeister Klaus Weber war es schon lange kein schöner Zustand, dass die deutschen und französischen Kinder in Liederschiedt den ganzen Vormittag zwar zusammen spielen und singen konnten, die französischen Kinder aber wegen der dortigen Vorschriften nicht zum Essen bleiben durften.

Zertifikat hat gefehlt

Der Küche habe eine spezielle Zertifizierung für französische Kinder gefehlt, erläuterte Weber in der Verbandsgemeinderatssitzung am Dienstagabend. Für die deutschen Kinder wurde in Liederschiedt immer frisch gekocht und die Frau, die von der Verbandsgemeinde mit einer halben Stelle angestellt war, muss nun ihre Stundenzahl erhöhen, da künftig auch für die bis zu 15 französischen Kinder gekocht werde, wie Weber ankündigte.

Nach einem Besuch bei der Unterpräfektur und mehreren Besichtigungen durch deutsche und französische Gesundheitsämter, sei der Kindergarten endlich für beide Nationen zum Essen zertifiziert. Die Mehrkosten für die Stellenaufstockung soll die französische Seite tragen. Angestellt bleibe die Frau aber komplett bei der Verbandsgemeinde, so Weber.

In den landesweit einzigartigen deutsch-französischen Kindergarten gehen Kinder aus Hilst, Schweix, Haspelschiedt, Roppeviller und Liederschiedt. Die Zukunft des Projekts war längere Zeit unsicher. Aktuell gibt es laut Weber noch eine Förderung für die nächsten drei Jahre. Der Verbandsbürgermeister ist jedoch zuversichtlich wegen einer Verlängerung, da das Land ganz klar die Einzigartigkeit des Kindergartens an der Grenze erkenne und unterstütze.

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