Kreis Südwestpfalz Kabinen statt Kegelbahn

Der Sportverein Palatia Contwig hat die ehemalige Kegelbahn am Sportplatz in Erbpacht übernommen und will in dem Gebäude zeitgemäße Kabinen für Schiedsrichter und Mannschaften einrichten. Der Umbau werde alle begeistern, sagt der Palatia-Vorsitzende Peter Ehrmantraut.
Die alte Kegelbahn von Reinheimer wird es bald nicht mehr geben. Der SV Palatia Contwig 1920 möchte sie zu Räumen umbauen. Laut Hauptvorstand Peter Ehrmantraut sollen darin neben einem Geschäftszimmer, Ballraum und Platzpflegeraum zwei Schiedsrichterkabinen entstehen, da oft mehrere Mannschaften gleichzeitig sportlich aktiv sind. Für die Mannschaften selbst sind zwei getrennte Umkleidekabinen geplant. Dazu kommen Toiletten und Duschen. Zum Umbau hat der Contwiger Gemeinderat Ende Oktober sein Einverständnis gegeben. Die Zwei-Bahnen-Anlage war 1966 von dem begeisterten Sportkegler Walter Reinheimer am Sportplatz errichtet worden, damit der Kegelverein Contwig 1922 nicht länger in Dellfeld spielen musste. Zehn Jahre später kam als weitere Anlage die von seinem Kegelkameraden Heinz Mühlbeyer eröffnete Bahn im Gasthaus „Zum Guten Brunnen“ hinzu. Als aufgrund einer Änderung der Sportordnung die Kegler auf einer Anlage mit vier Bahnen spielen mussten, verlagerten sie ihre Aktivität nach Zweibrücken. Die Contwiger Sportkegler sind heute im „Roten Ochsen“ daheim. Auf Reinheimers Bahn spielten fortan nur noch die Gesellschaftskegler. „Das leerstehende Gebäude haben wir in Erbpacht für 99 Jahre übernommen. Eigentümer des Grundstücks ist weiterhin die Gemeinde“, erzählt Ehrmantraut. Mit der Übernahme sei die Palatia nun gezwungen, etwas zu tun, damit das Gebäude nicht zerfällt. „Auf den Ausbau des Sportplatzes Anfang der 60er Jahre folgte für das Sportheim ein fast 30-jähriger Renovierungsstau.“ Die Schiedsrichterkabine gleiche einer Besenkammer, in die Gäste- und Heimkabine könne man kaum noch jemanden hineinlassen, und von fünf Duschen seien drei defekt, berichtet er. „Man müsste eigentlich alle Leitungen herausreißen“, meint der Vereinsvorsitzende. Eine Renovierung käme nicht billiger als der Umbau der Kegelbahn. Ehrmantraut: „Wir machen das nicht aus Größenwahn, sondern aus absoluter Notwendigkeit.“ Mit Hartplätzen allein könne man heutzutage nicht mehr punkten. Daher habe der Verein 2011 die „Rote Erde“ zum Kunstrasen umgebaut. Nun sei die Kegelbahn an der Reihe. Für den ersten Bauabschnitt, den Innenausbau, würden rund 75 000 Euro benötigt. Die Hauptlast habe der Verein zu tragen. „Allein die Materialkosten sind enorm“, sagt der Vorsitzende. Vieles werde in Eigenleistung gemacht. „Wir haben alles im Griff. Es wird aber schwierig. Anderes muss zurücktreten.“ Die Daniel-Theysohn-Stiftung habe den Kunstrasenplatz mit 30 000 Euro unterstützt, ruft Ehrmantraut in Erinnerung. Sie fördere auch die neuen Räumlichkeiten. „Vieles würde ohne die Stiftung in der Region nicht gehen. Sie sagt zu und zahlt zeitnah“, lobt er. Der Verein erwarte auch einen Zuschuss vom Sportbund. Bei der Kreisverwaltung habe man ebenfalls einen Antrag gestellt, und die Verbandsgemeinde sei bereit, das Vorhaben zu fördern. Bürgermeister Karlheinz Bärmann erklärte auf Nachfrage der RHEINPFALZ: „Wir werden den Umbau im Rahmen der Möglichkeiten der Haushaltslage unterstützen.“ Eine Summe nannte er nicht. Peter Ehrmantraut ist sich sicher: „Es gibt sehr schöne Kabinen.“ (urr)