Kreis Südwestpfalz IHK-Tochter Zetis schließt

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) für die Pfalz schließt bis zum Jahresende ihr Tochterunternehmen Zetis in Kaiserslautern. Die Einrichtung, die die IHK 1991 gründete, um mittlere Unternehmen in Sachen Technologie und Innovation zu beraten, trägt sich finanziell nicht mehr.
Damals, als die Zetis 1991 in Landau gegründet wurde, habe es für die Einrichtung einen großen Bedarf gegeben, sagt Rüdiger Beyer, Hauptgeschäftsführer der IHK Pfalz. Der EU-Binnenmarkt habe damals neue Anforderungen an die Wirtschaft gestellt, die Frage, wie sich kleine und mittlere Firmen durch eine Technologie- und Innovationsberatung fördern lassen, sei aufgekommen. „Damals gab es von der öffentlichen Hand Fördermittel für solche Projekte“, berichtet Beyer. Ende der 90er Jahre sei die Zetis nach Kaiserslautern umgezogen, da es hier dank der Technischen Universität und der Fachhochschule ein großes Technologiezentrum gegeben habe. Die Arbeit der Zetis war allerdings nicht auf Kaiserslautern und die Westpfalz beschränkt, sondern deckt bis heute die ganze Pfalz ab, führt der Hauptgeschäftsführer aus. Seit einigen Jahren indes bleiben die Förderprojekte aus. Die Mittel, die Land, Bund und EU dafür zur Verfügung stellten, kleine und mittlere Unternehmen in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnik zu beraten und Innovations- und Technologieentwicklungen zu fördern, seien ausgeblieben. Das Defizit werde immer größer, berichtet Beyer. Die IHK bezuschusse die Zetis jährlich mit rund 180.000 Euro, der Rest der laufenden Kosten wurde durch Fördermittel eingebracht. Da diese ausbleiben, sei die Lage bei der Zetis seit vergangenem Jahr kritisch geworden, berichtet Beyer. In diesem Jahr werde die IHK die Zetis mit 340.000 Euro bezuschussen müssen. Zwar habe die Zetis – die zurzeit acht Mitarbeiter beschäftigt, von denen zwei auf Projektbasis angestellt sind – versucht, mit Seminaren und Weiterbildungsangeboten neue Arbeitsfelder zu schaffen, das habe allerdings nur bedingt funktioniert. Zudem hätten diese Maßnahmen die Zetis immer mehr von ihrem eigentlichen Kerngeschäft entfernt. Auf der Vollversammlung der IHK sei daher die Entscheidung gefallen, die Tätigkeit der Zetis bis zum Jahresende einzustellen, um den Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, eine andere Beschäftigung zu finden. Für die Betriebe erwartet Beyer keine große Auswirkung durch das Ende der Zetis. Was die Beratung in den Bereichen Technologie, Innovation und Energie anbetrifft, decke die IHK den Bedarf der Unternehmen ab. (jtt)