Waldfischbach-Burgalben RHEINPFALZ Plus Artikel IGS Waldfischbach-Burgalben wird mit Plakette „Nachhaltige Schule“ ausgezeichnet

 Esther Schumacher und ihre Mitschüler in der Schülervertretung kümmern sich um Nachhaltigkeitsprojekte an der IGS und haben gro
Esther Schumacher und ihre Mitschüler in der Schülervertretung kümmern sich um Nachhaltigkeitsprojekte an der IGS und haben großen Anteil daran, dass diese nun als nachhaltige Schule ausgezeichnet wird.

Bildungsministerin Stefanie Hubig verleiht am Mittwoch in einer virtuellen Feierstunde der Integrierten Gesamtschule Daniel Theysohn in Waldfischbach-Burgalben (IGS) die Plakette Nachhaltige Schule. Die RHEINPFALZ sprach mit Esther Schumacher aus Rodalben. Mit ihren Mitschülern setzt sich die 17-Jährige , die in der Schülervertretung und im europäischen Austauschprogramm Erasmus engagiert ist, für Nachhaltigkeit, Vielfalt und Toleranz ein.

Seit wann ist Nachhaltigkeit für dich persönlich ein Thema?
Seit ich vor drei, vier Jahren zum ersten Mal bewusst vom Klimawandel gehört und mitbekommen habe, welche Probleme damit verbunden sind. Ab diesem Zeitpunkt habe ich mich intensiver damit auseinandergesetzt und für Nachhaltigkeit eingesetzt. An unserer Schule ist das ja schon länger Thema. Da bekommt man es automatisch mit.

Die Schule setzt sich auf unterschiedliche Weise für Nachhaltigkeit ein?
Ja, es gibt verschiedene Aktionen und Angebote. Seit Jahren sind zum Beispiel Schüler im Krötenschutz aktiv. Wir haben einen Schulgarten, der Gemüse liefert, und jährlich gibt es einen Umwelttag, an dem zum Beispiel Müll gesammelt wird. Das sind nur einige wenige Beispiele.

Die Schule hat sich im April erstmals am weltweit begangenen Earth Day engagiert. Wie habt ihr gezeigt, dass die Erde, die Umwelt, das Klima bei euch eine Lobby haben?
Den ganzen Tag über sind Mitschnitte von Schülern gelaufen, die sich rund um den Earth Day Gedanken gemacht hatten. Bevor eine Mitteilung kam, lief immer der Earth Song von Michael Jackson. Ein Klassenkamerad hat zum Beispiel ein Gedicht zum Thema Klima und Umweltschutz vorgetragen. Wir hatten zwei riesige Leinwände bemalt, die unsere Schule und ganz Waldfischbach-Burgalben zeigten, und unseren ökologischen Fußabdruck sichtbar machten.

Wie seid ihr darauf gekommen, euch zu beteiligen – durch das Erasmus-Projekt, das das Thema Nachhaltigkeit als zentralen Inhalt hat?
Ja, das hat sicher eine entscheidende Rolle gespielt. Das Erasmus-Projekt geht über unsere Schule hinaus. Es gibt europäische Partnerschulen, die mitmachen. Alle befassen sich mit Projekten zum Thema Nachhaltigkeit, tauschen sich darüber aus. Es ist wichtig, dass viele mitmachen. Durch Aktionen, wie die Teilnahme am Earth Day wollen wir auch andere motivieren, zum Beispiel andere Schulen. Unsere Partnerschulen in Litauen, Spanien, Italien und Griechenland haben sich beteiligt und per Video haben wir uns ausgetauscht.

Die Schülervertretung setzt sich an der IGS stark für das Thema ein?
Ja, das machen wir. Als wir zum Beispiel die Aktion mit unseren Schul-Shirts gestartet haben, haben wir uns bewusst entschieden, diese nicht online zu bestellen, sondern sie hier in der Region bei der Kimmle-Stiftung zu kaufen und bedrucken zu lassen. Lokal zu kaufen und einen sozialen Hintergrund zu beachten, der mit der Arbeit der Kimmle-Stiftung verbunden ist, war uns ganz wichtig. Mittlerweile gibt es die Idee, eine Art Kleiderkreisel zu initiieren. Wenn jemand aus seinem Schul-Pulli rausgewachsen ist, dieser aber noch gut ist, kann ihn ein Mitschüler Second Hand erwerben. Das spart Ressourcen. Eine weitere Idee ist, Schul-Wasserflaschen zu bekommen, um zu vermeiden, dass Plastikflaschen mit in die Schule gebracht werden. Wir Schüler haben viele Ideen.

Deine Mitschüler werden also für das Thema sensibilisiert?
Ja, das funktioniert. Zum einen durch genannte Aktionen, die außerhalb des Unterrichtes stattfinden. Aber auch im Unterricht ist Nachhaltigkeit ein Thema – in Biologie wie in Englisch. Unterrichtsthemen sind zum Beispiel bewusste und gesunde Ernährung. Das hat viel mit Nachhaltigkeit zu tun. Ein gutes Beispiel dafür, dass wir viele erreichen, war für mich, als zum Beispiel ein Schüler von sich aus darauf aufmerksam gemacht hat, dass an einer Stelle in der Schule ein Behälter fehlt, um Papier getrennt entsorgen zu können.

Welche Erfahrungen bringt das Auseinandersetzen mit dem Thema – gerade auch an der Schule – für dein persönliches Leben? Bist du enttäuscht, wenn nachhaltigeres Leben mal nicht umgesetzt werden kann?
Man bemüht sich, aber es ist nicht immer leicht. Als während des Lockdowns Geschäfte geschlossen waren, habe ich zum Beispiel auch mehr online bestellt. Dass das für den ökologischen Fußabdruck nicht optimal ist, weiß ich. Alternativen zu finden war schwer. Man versucht dann Bestellungen zusammenzufassen, die Zahl der Bestellungen zu reduzieren. Oder ich versuche zum Beispiel immer, wenn es möglich ist, den Bus zu nehmen, um nicht extra irgendwohin gefahren werden zu müssen. Wenn man sich mit dem Thema beschäftigt, denkt man schon öfter über das eigene Verhalten mit Blick auf die Umwelt nach. Den Glauben, dass sich insgesamt etwas verändert, wenn jeder Einzelne etwas verändert, den habe ich auf jeden Fall. Deshalb wollen meine Mitschüler und ich andere für das Thema Nachhaltigkeit sensibilisieren und begeistern.

Sprichst du auch mit Freunden außerhalb der Schule und mit der Familie über das Thema?
Ja. Umwelt, Nachhaltigkeit, gesunde Ernährung sind immer mal wieder Thema. Wir diskutieren darüber, was man zum Beispiel für den Klimaschutz machen kann, welchen Beitrag ein Einzelner leisten kann. Ich habe mich zum Beispiel bewusst für eine vegetarische Ernährung entschieden, weil das meinen ökologischen Fußabdruck reduziert und weil es mit Ethik zu tun hat. Da gibt es natürlich auch Diskussionen, weil es nicht jeder versteht. Bei Mitschülern habe ich mitbekommen, dass es ähnlich ist.

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