Kreis Südwestpfalz IGS bleibt komplett in Contwig

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Die Contwiger Integrierte Gesamtschule (IGS) bleibt eine Schule mit nur einem Standort. Anders als zunächst angedacht wird die Orientierungsstufe ab dem nächsten Schuljahr doch nicht nach Zweibrücken ausgelagert. Der Kreistag Südwestpfalz entschied sich gestern einstimmig für die so genannte große Lösung, einen großen Anbau in Contwig. Schülern, Lehrern und Eltern dürfte das recht sein, erklärten CDU- und SPD-Fraktion. FDP und Grüne mahnten, die Baukosten im Auge zu behalten.

Zur Debatte standen eine kleine und eine große Lösung: Baut der Landkreis als Schulträger an der IGS Contwig an, um dort alle Schüler unterbringen zu können, kostet das den Kreis laut Kostenschätzung auf 20 Jahre gerechnet 20,8 Millionen Euro. Die Orientierungsstufe in Zweibrücken in der ehemaligen Hauptschule Nord unterzubringen wäre teurer: 24,7 Millionen Euro in 20 Jahren. Anbauen muss der Kreis in Contwig sowieso: In der IGS herrscht Platznot, weshalb der Kreis vor zwei Jahren zwei Container gekauft und in den vergangenen Ferien noch vier weitere aufgestellt hat, die er für 27 000 Euro im Jahr mietet (). Auch durch einen Anbau werde sich an der Enge so schnell nichts ändern, deutete Landrat Hans Jörg Duppré gestern an. Langfristig werden die Schülerzahlen zurückgehen, vorerst aber nicht. Der Kreistag befürwortete gestern einstimmig die große und dabei billigere Lösung. „Wir sind sehr froh, dass das auch die pädagogisch sinnvollste Variante ist“, sagte Susanne Ganster für die CDU-Fraktion. Denn bei der Auslagerung nach Zweibrücken hätten die Lehrer pendeln und die Schüler spätestens nach der sechsten Klasse das Schulgebäude wechseln müssen. Auch SPD-Fraktionssprecher Alexander Fuhr sprach von „pädagogischen Vorteilen“, wenn die IGS nur einen Standort hat. Da sich der Anbau in Contwig in der Kostenschätzung als günstigere Lösung präsentierte, hätte das Land einer Auslagerung wohl eh nicht zugestimmt, ergänzte Duppré. Peter Sammel bat für die FWG-Fraktion darum, bei dem finanziell straff kalkulierten Anbau das im Plan „überschaubare Lehrerzimmer“ nochmals zu überprüfen und gegebenenfalls zu vergrößern. Dass die IGS ab dem kommenden Schuljahr möglicherweise eine Oberstufe bekommt, sei in der Planung bereits berücksichtigt, sagte Duppré. Ob das mit der Oberstufe klappt, entscheidet sich Anfang 2015. „Es wäre wichtig, da eine schnelle Entscheidung zu bekommen“, merkte Duppré gestern an. Auch die FDP stimmte dem Anbau zu, „aber das ist kein Freibrief“, mahnte Fraktionssprecher Reiner Hohn. Er rief die Kreisverwaltung dazu auf, „ein bisschen mehr Sorge zu tragen, dass die Kosten nicht aus dem Ruder laufen“. Er spielte auf die IGS Thaleischweiler-Fröschen an: Bei deren Umbau mussten Kreistag und Kreisausschuss mehrfach Geld nachschießen. „Das möchte ich nicht noch einmal erleben“, sagte Hohn − nicht dass sich die billigere Variante mit dem Anbau dann doch als teurer erweise. Auch Bernd Schumacher (Grüne) riet dazu, „die Kosten im Griff zu behalten“. Er regte zudem an, den Energiebedarf der Schule über erneuerbare Energien zu decken. Die Kreisenergiegesellschaft sei eingebunden, antwortete Duppré. Laut Kreissprecher Ruven Fritzinger soll frühestens Mitte 2015 mit dem Anbau begonnen werden. Bis Ende 2016 soll er nach Wunsch des Kreises stehen. (sbn/bfl)

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