Rodalben
Holzskulptur „Machtwechsel“ wegen Schäden abgebaut
Die Holzskulptur vorm Rodalber Bahnhof war im oberen Teil von einem Pilz befallen. Insekten hatten kleine Aushöhlungen verursacht, in die sich Ameisen eingenistet hatten und den Schaden vergrößerten. Von mutwilligen Sachbeschädigungen war das Kunstwerk verschont geblieben. Doch war sie wegen der Schäden zum Sicherheitsrisiko geworden, Teile hätten abfallen können. Nun ist die Skulptur „Machtwechsel“ des Rodalber Künstlers Stephan Müller nicht mehr Blickfang an ortskernnaher Stelle, sondern liegt als Lagerobjekt im Bauhof.
Der Zufall spielte mit, dass die Skulptur im Frühjahr 2014 geschaffen wurde. Damals sollte ein mindestens 120 Jahre alter Rosskastanienbaum gefällt werden. Er war im Inneren zum Teil hohl und drohte, auf die Straße zu fallen. Stephan Müller wurde aufmerksam darauf, als die Fällarbeiten begannen, und setzte sich mit dem Stadtbürgermeister in Verbindung. So konnte er einen fünf Meter hohen Baumstumpf retten – und damit ein historisches Relikt, das an die Zeit erinnerte, als die Pfalz zu Bayern gehörte.
Symbolisiert Machtwechsel im Wandel der Zeiten
Die Pfalz war in Zuge komplizierter Gebietsverhandlungen in der Zeit um den Wiener Kongresses zu Bayern gekommen – als Kompromisslösung im Streit um Salzburg, das der österreichische Kaiser erwerben, auf das der bayrische König Max Joseph aber nicht verzichten wollte. So entstand der bayrische Rheinkreis. Der bayrische Regierungsbezirk Pfalz blieb bei Bayern bis zur Bildung des Landes Rheinland-Pfalz im Jahr 1946.
Auch in Rodalben stand der Rosskastanienbaum symbolhaft für dieses Stück Geschichte. Müller wollte es bewahren und den hohen Stumpf künstlerisch gestalten. Er schuf daraus eine Skulptur, die er der Stadt als Leihgabe überließ. Er gab ihr den Titel „Machtwechsel“. Es ging ihm dabei um die Darstellung von Veränderungen im Wandel der Zeiten. Dem Standort am Bahnhof als Ort von Bewegung und Veränderung schien dabei selbst schon diese bildliche Bedeutung zuzukommen.
Müller will Skulptur neu bearbeiten
Den oberen Teil der Skulptur nimmt eine Figur auf einem Thron ein: ein Herrscher auf Abruf. Sie scheint in Ohnmacht gefallen zu sein, ist nach unten gerutscht, der Kopf hängt nach hinten hinab. Die Figur im unteren Teil hängt kopfüber. Sie versinnbildlicht ein Pendel als Zeichen für die Zeit.
Müller beabsichtigt, die Skulptur in sein Archiv zu nehmen und die nicht beschädigte untere Hälfte neu zu bearbeiten. Dazu bedarf es Zeit, bis neue Ideen reifen. Fest steht für den Künstler bislang nur: Im Freien soll das neue Kunstwerk dann nicht mehr stehen, denn „der Stamm der Rosskastanie ist kein hartes Holz“. Vielleicht findet die Skulptur einmal einen Platz in einem öffentlichen Gebäude.